Back
Back

EIGENE WORTE: “Dies ist nur die Spitze des Eisbergs” – Lewis

EIGENE WORTE: “Dies ist nur die Spitze des Eisbergs” – Lewis

“Ich muss mich beim gesamten Team bedanken“

Ich muss mich beim gesamten Team bedanken und ihnen zu dieser großartigen Leistung gratulieren. Die Strategie, die Boxenstopps und die Upgrades haben dafür gesorgt, dass wir so nah an Ferrari dran waren. Es war ein richtig gutes Wochenende. Es ist großartig, dass ich mich nach Russland so zurückmelden konnte. Am Start habe ich verloren. Ich bin nicht ganz sicher, warum. Der Anfang war gut. Danach hatte ich durchdrehende Räder und sah Sebastian vorbeifliegen. Dann war er so schnell an der Spitze. Ich gab alles, um dran zu bleiben und ihn nicht davonfahren zu lassen. Ich glaube, dass war der ärgste Kampf, an den ich mich seit einiger Zeit erinnern kann. Das finde ich super. So muss der Sport in jedem Rennen sein. Dafür bestreiten wir Rennen und deswegen habe ich mit dem Sport überhaupt erst angefangen. Ein so enges Duell gegen ihn, einen viermaligen Weltmeister, ist immer fantastisch. Im ersten Stint konnte ich auf die Reifen achten und relativ nah dran bleiben. Im zweiten Stint war es dann schwieriger, die Pace auf den Medium-Reifen mitzugehen. Am Ende kamen wir so nah beieinander heraus – es war richtig eng in Kurve eins. Ich ließ ihm Raum, sonst hätten wir uns berührt...

Mir ging am Ausgang der ersten Kurve die Straße aus. Ich versuchte, darauf zu bleiben. Aber ich kam auf den Kerb und konnte nicht lenken – dann war er vor mir. Es hätte zur Berührung kommen können, aber glücklicherweise konnte ich das verhindern. Das hat Spaß gemacht und ich bin froh, dass ich danach diesen Zweikampf führen durfte. Wir haben nichts beschädigt und alles ist okay zwischen uns. Der Respekt ist der gleiche. Er war hart, bis ans Limit, aber nicht mehr. Ich glaube, wenn er mich getroffen hätte, wäre es etwas anders gewesen.

„Oh mein Gott. Jetzt haben wir eine echte Chance!“

Nein, definitiv nicht. Am Anfang bist du im Hintertreffen. Dann denkst du dir: “Verdammt, wir haben so hart gearbeitet und eine großartige Pole Position eingefahren.” Die Starts sind so unvorhersehbar. Ich habe mich vorbereitet, alles gemacht, was ich tun musste, aber ich bekam etwas Wheelspin und er erwischte den besseren Start. Wenn man in die erste Kurve einlenkt und gerade eine Position verloren hat, dann sind die Chancen, das Rennen zu gewinnen plötzlich sehr gering. Schließlich weiß man, dass man hinter so einem schnellen Auto fährt. Hier in Barcelona ist es schwierig, einem Auto zu folgen. Aber ich blieb einfach dran. Er war im ersten Stint sehr schnell. Also versuchte ich, an ihm dran zu bleiben. Ich glaube, gegen Ende des Stints schloss ich die Lücke langsam und dachte mir: „Oh mein Gott. Jetzt haben wir eine echte Chance!“ Aber ich weiß nicht, wie das Gesamtbild aussieht. Das sehen die Ingenieure, sie wissen, wie unsere Strategie aussieht. Ich habe keine Ahnung, abgesehen von unseren geplanten Stopps und dem, was sie mir verraten. Ich weiß nicht, wie es ausgehen wird. Alles, was ich tun kann, ist, mein Bestes zu geben. Am Ende war es unglaublich, als wir so eng zusammen lagen. Ich war zunächst etwas besorgt, dass alles, was ich im ersten Stint herausgeholt hatte, verloren gehen würde, wenn wir länger draußen bleiben. Denn ich dachte, dass er mich mit Riesenschritten einholen würde. Aber ich vertraue meinen Ingenieuren und meinen Strategen und sie haben super gearbeitet. Dieser Zweikampf am Ende war großartig. Der Grund dafür, dass wir so eng zusammen bleiben konnten, waren die unterschiedlichen Reifenwahlen. Wenn ich die gleichen Reifen wie er gehabt hätte, wäre es vielleicht nicht so spannend gewesen.

“Ich durfte ein unglaubliches Rennen fahren und ich bin sehr stolz auf mein Team“

Ich denke, dass wir das abgeliefert haben, was wir erwartet hatten. Es sieht hochgestochen aus – aber es funktioniert gut mit unserem Auto. Die Regeln sind die gleichen, aber die Autos sind grundlegend anders. Sie (Ferrari) haben bei den letzten beiden Rennen Upgrades mitgebracht, während wir nur hier eines hatten. Aber wenn sie fünf Teile beim letzten Rennen und fünf hier hatten, dann hatten wir eben zehn hier. Ich glaube, dass wir gemeinsam einen ähnlichen Schritt gemacht haben. Wir waren an diesem Wochenende etwas schneller. Wir hatten leicht die Nase vorne. Selbst wenn es nur eine halbe Zehntelsekunde war, sie hat uns etwas nach vorne gebracht – besonders bei der Rennpace. Vorher hatte ich nicht die Pace, um im Rennen mit Sebastian mitzuhalten. Ich glaube, heute war das etwas anders. Das ist ein Fortschritt.

Ich war einfach dankbar. Für die Zuschauer ist es schwierig, zu verstehen, was im Hintergrund alles vor sich geht, damit solch ein Tag möglich ist. Ich gehe jede Woche in die Fabrik. Ich erhalte dort die Chance, verschiedene Abteilungen zu sehen und mit den Leuten zu reden. Leute, die ich seit fünf Jahren kenne. Einige von ihnen sind seit 25 Jahren dabei und es ist einfach bemerkenswert, was dort alles im Hintergrund geschieht. Wir kommen zu einem Grand Prix und alles glitzert und sieht glamourös aus. Aber dafür wird hinter den Kulissen sehr hart gearbeitet. Dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Deshalb war ich auf dem Podium einfach dankbar. Ich durfte ein unglaubliches Rennen fahren und ich bin sehr stolz auf mein Team. Ich bin dankbar, dass ich meine Fähigkeiten umsetzen durfte. Es war eine Kombination aus all dem und enormer Aufregung – fast so wie im Drehzahlbegrenzer.

Bitte loggen Sie sich ein um den ganzen Artikel lesen zu können.

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Internet Explorer Firefox Mozilla Firefox Opera Opera Browserr Chrome Google Chrome