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EIGENE WORTE: Lewis Hamilton über seinen vierten WM-Titel

EIGENE WORTE: Lewis Hamilton über seinen vierten WM-Titel

Wir verraten, was Lewis Hamilton den Medienvertretern direkt nach seinem vierten Formel 1-Weltmeistertitel zu sagen hatte.

'Es fühlt sich nicht real an'

Kurz nachdem Lewis im Stadion-Abschnitt des Autódromo Hermanos Rodríguez aus dem Auto gestiegen war, wusste er natürlich noch nicht genau, wie er reagieren sollte.

"Ehrlich gesagt fühlt es sich nicht real an", sagte er. "Natürlich war das nicht die Art von Rennen, die ich wollte, wenn du 40 Sekunden oder so Rückstand hast. Ich habe alles gegeben."

"Ich hatte einen guten Start. Ich kann mich nicht erinnern, was in Kurve drei passiert ist, aber ich ließ ihm (Vettel) genügend Platz. Ich versuchte alles, um wieder vorzukommen und gab niemals auf. Das war wichtig in meinem Herzen."

"Ich gab bis zum Ende alles. Vielen Dank an meine Familie, mein Team - Mercedes war in den vergangenen fünf Jahren unglaublich und ich bin stolz, ein Teil davon zu sein."

'Es ist das beste Gefühl auf der Welt'

Eine der ersten Fragen, die Lewis beantworten musste, war, wie er seine Emotionen beschreiben würde - und was es ihm bedeutet, viermaliger Weltmeister zu sein.

"Natürlich gibt es viele Emotionen", antwortete er. "Ich möchte dem Team danken. Mercedes hat mich gemeinsam mit McLaren mit 13 Jahren unter Vertrag genommen und ich hatte außergewöhnliche Jahre bei McLaren, sie werden immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben."

"Ich habe Ron (Dennis) getroffen, als ich 10 war. Ich sagte ihm, dass ich eines Tages in seinem Auto Weltmeister werden wollte. Er gab mir diese Gelegenheit, wo auch immer er heute ist, ich hoffe, er weiß, wie dankbar ich ihm dafür bin."

"Als ich zu diesem Team gewechselt bin, dachten die Leute, dass es ein großes Risiko sei, aber ich hatte 100% Vertrauen in mein Herz, dass ich das Richtige tat. Obwohl es am Anfang schwierig war, wusste ich, dass sich irgendwann dieser Erfolg einstellen würde."

"Zu erleben, wie das Team gewachsen ist. Es ging oben los, mit großartigen Chefs, großartigen Vorständen, die das Team zu 100% unterstützen. Deshalb vielen Dank an alle in Stuttgart."

"Die Jungs in Brackley und Brixworth. Wenn man dorthin geht und sieht, was passiert, diese ganzen kreativen Köpfe, die Tag und Nacht daran arbeiten, etwas tun, was sie lieben, und das seit Jahren. Wenn man dann sieht, wie dieses wundervolle Kunstwerk im Dezember und Januar zusammengebaut wurde und ich bin einer von zwei Menschen, die es austesten dürfen, dann ist das das beste Gefühl auf der Welt."

"Ich denke, die FIA und die Formel 1 haben in diesem Jahr mit diesem Auto großartige Arbeit abgeliefert. Während es schwierig ist, zu überholen, ist es dennoch ein fantastisches Auto. Formel 1-Autos sollten schneller als alles andere sein."

'Wir sollten definitiv große Träume haben'

Aus einfachen Verhältnissen in dem kleinen Ort Stevenage in Hertfordshire ging es für Lewis rasch die Motorsport-Leiter hinauf bis in die F1, aber er hätte niemals diese Erfolge erwartet.

"Ich habe in dieser Woche viel darüber nachgedacht, woher ich komme", sagte er. "Wie ich in Stevenage aufgewachsen bin, davon träumte, eines Tages in der Formel 1 zu fahren. Und wo ich heute bin, das hätte ich mir nie träumen lassen. Ich denke, dass wir alle große Träume haben sollten - aber viermaliger Weltmeister zu sein... vier fühlt sich definitiv besser als drei an und vier ist eindeutig meine Zahl."

"Während des Rennens dachte ich mir: "Still I Rise, gib niemals auf". Niemals aufgeben. Es war wie früher, als mich mein Dad in meiner Jugend in den Boxring gestellt hat und dieser Junge mich windelweich geprügelt hat."

"Meine Nase blutete und ich wollte nicht wieder in den Ring steigen. Das fühlte sich wie Kurve drei heute an. Ich hatte einen Reifenschaden. Ich hätte einfach aufgeben können, Fehler machen können, aber ich erinnerte mich an diesen Moment."

"Ich dachte mir: "Ich gebe nicht auf, ich pushe weiter, selbst wenn ich 40 Sekunden zurückliege, ich gebe weiter alles. Dann kann ich auf mich stolz sein, wenn ich im Ziel bin." Und das bin ich."

'Der Name Hamilton in den Geschichtsbüchern'

Lewis erlebte eine bemerkenswerte Reise in die Formel 1 und zum Weltmeister. Er selbst gibt zu, dass es sich verrückt anfühle, seinen Namen immer weiter in die Geschichtsbücher einzutragen.

"Wenn man im Leben, in der Hitze des Gefechts, schwierige Zeiten durchmacht, oder auch gute Zeiten, dann denkt man immer, wie weit es wohl gehen wird", erklärte er. "Hörst du auf, drehst du dich um und gehst links oder rechts oder in eine andere Richtung?"

"Ich denke, wenn du es einmal erreicht hast, bemerkst du, dass es alles wert war. Es auf deine Weise zu tun und deinen eigenen Weg zu finden, das ist wie der heutige Tag, wenn du die WM gewinnst, vor so vielen Zuschauer, es bestätigt dich in deinem Glauben in dich selbst und in deine Familie und wofür sie stehen."

"Ich bin stolz auf meine ganze Familie und es ist verrückt, darüber nachzudenken, dass ich den Namen Hamilton immer weiter in die Geschichtsbücher eintrage. Auch lange nach meiner Zeit werden Kinder meinen Namen kennen und darauf bin ich sehr stolz."

"Ich kann euch gar nicht sagen, wie viel mein Dad getan hat, um mich heute hierherzubringen. Egal wie oft ich gewinne oder wie erfolgreich ich auch bin, das kann ich niemals zurückzahlen."

"Aber ich versuche, die Gelegenheit mit beiden Händen festzuhalten, die Chance zu nutzen, die sie mir gegeben haben und ich weiß auch, dass es viele Kids gibt, viele Menschen in aller Welt, die mir zusehen, egal ob als Inspiration oder Richtlinie, und ich versuche, so hell wie möglich in ihre Richtung zu leuchten."

'Hoffentlich kann ich dabei helfen, den nächsten Lewis zu finden'

Lewis hofft, dass sein bemerkenswerter Aufstieg an die Spitze der Formel 1 andere inspirieren kann, ihre Ziele zu verfolgen, und eines Tages würde er gerne dabei helfen, den nächsten Lewis Hamilton zu finden.

"Ich frage mich, was die Leute an meiner Schule wohl denken. Als ich aufgewachsen bin, gab es einige Lehrer, die sagten: "Du wirst es zu nichts bringen." Sie schauen sicher zu", sagte er.

"Ich frage mich, was denken sie jetzt? Ich frage mich, ob sie sich denken: "Ich habe diesem jungen Kerl geholfen." Oder denken sie sich: "Wisst ihr was, ich bedauere, was ich gesagt habe und bin dadurch reifer geworden." Ich hoffe, dass ist der Fall."

"Es geht darum, nicht auf Leute zu hören, die dir vorschreiben wollen, was du tun sollst. Du musst deinen inneren Ruhepunkt finden. Wir sind alle unterschiedlich und wir sind auf unsere Art einzigartig, wir sind alles hell scheinende Sterne."

"Ich hoffe, dass mein vierter WM-Titel, ein Weltmeister aus Stevenage, zeigt, dass man einfach alles machen kann, egal woher man kommt. Ich hoffe, dass ich eines Tages dabei helfen kann, meinen Nachfolger zu finden, denn er ist irgendwo dort draußen."

'Ich habe es noch nicht verarbeitet'

Nach dem Gewinn des Titels gab Lewis zu, dass es ihm noch schwer fiel, den Erfolg zu verarbeiten, besonders da er nun der erfolgreichste britische Formel 1-Fahrer in der Geschichte ist.

"Ich denke, im Moment liegt das noch zu weit weg. Es ist, als ob ich im Weltraum wäre... ich habe es derzeit noch nicht verarbeitet", sagte er. "Das geschieht oft, wenn du die WM gewinnst. Natürlich herrscht all die Energie der Leute um dich herum und du schwebst auf Wolke sieben, aber es dauert eine Weile, bis du es wirklich verarbeitet hast."

"Aber wenn ich darüber nachdenke, was in diesem Jahr alles passiert ist, in den vergangenen beiden Jahren, und an alles denke, was dafür nötig war, um diese Ergebnisse zu haben... ich sitze hier alleine, aber es gibt über 1.000 Menschen, die mich unterstützt haben, die mich angehoben haben, die diesen Boliden gebaut haben, in dem ich meine Fähigkeiten einsetzen kann, dann bin ich dafür sehr dankbar."

"Ich frage mich, wie viele Menschen hier gedacht haben, dass es eine schlechte Entscheidung war, zu Mercedes zu gehen? Natürlich sind seitdem Jahre vergangen und ihr habt eure Meinung geändert, aber ist das nicht cool? Ist es nicht cool, zu sehen, dass jemand im Leben ein Risiko eingeht wie ich und es entwickelt sich so? Ich bin wirklich richtig happy darüber und stolz auf all die Menschen, die mir geholfen haben, dies zu erreichen. Ich freue mich auf die Zukunft."

'Jeder Titel war anders'

Lewis wurde auch gefragt, ob dies sein wertvollster Titelgewinn war. Immerhin war es ein harter Kampf gegen Ferrari-Pilot Sebastian Vettel.

"Ich glaube, jeder von ihnen war schwierig und anders auf seine Weise", antwortete er. "Wenn wir auf 2015 zurückblicken, war die Konstanz gut und es kam auf andere Weise zustande."

"Aber ich selbst denke schon, dass es eine Herausforderung auf persönlicher Ebene war. Ich denke, dass ich mir den Titel in diesem Jahr sehr gewünscht habe, ähnlich wie 2008, wenn du gegen ein anderes Team kämpfst, gegen ein historisches Team, für das Michael gefahren ist und Titel gewonnen hat."

"Rot ist meine Lieblingsfarbe, es ist ein wunderschönes Auto auf der Strecke, aber ich kämpfe mit einem silbernen Schwert dagegen. Es ist das beste Schwert. Ich bin sehr stolz darauf und gegen einen viermaligen Weltmeister zu kämpfen, der super gut ist und ein Team um sich hat, das ebenfalls weiß, wie man Weltmeisterschaften gewinnt, dann das Meiste aus meinen Jungs herauszuholen und gegen sie zu kämpfen..."

"So sollte jede Weltmeisterschaft verlaufen. Ich hoffe, dass es noch viele Weltmeisterschaften wie diese geben wird, in denen wir so einen harten Kampf haben. Gegen andere Teams zu kämpfen, ist, was ich erleben möchte. Ich erinnere mich daran, wie ich aufgewachsen bin und mir die Formel 1 angesehen habe - das wollte ich sehen."

'Es ist großartig, dass Ferrari wieder in Form ist'

Diese Saison wurde durch einen spannenden Kampf zwischen Lewis und Sebastian geprägt. Lewis gefällt der Gedanke, gegen den Ferrari-Fahrer um ihren jeweils fünften Titel zu kämpfen.

"Es ist definitiv cool, gegen ihn zu kämpfen", erklärte er. "Er hat gestern seine 50. Pole geholt und ich denke mir: Ich möchte ihm keine weiteren Poles überlassen, denn dann kommt er mir näher. Das ist Inspiration, die mich weiter antreibt."

"Das gleiche bei den Siegen, den WM-Titeln und wenn ich sehe, dass er bei Ferrari für drei Jahre verlängert hat, dann denke ich mir: Ferrari wird mich in den nächsten Jahren nicht wollen."

"Aber das ist okay, denn wir werden es ihnen so schwer wie möglich machen, Weltmeister zu werden. Aber ich freue mich wirklich auf den Kampf gegen sie. Sie waren in diesem Jahr ein großartiges Team, es war klasse, Ferrari wieder in Form zu erleben. Ich hoffe aber auch, dass noch andere zu diesem Kampf hinzustoßen."

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