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Eine bedeutende Woche für die F1: Das denkt Toto darüber

Eine bedeutende Woche für die F1: Das denkt Toto darüber

In dieser Woche beherrschte vor allem ein Thema die Schlagzeilen - und das nicht nur in der Formel 1-Gemeinde, sondern in der gesamten Sport-, Unterhaltungs- und Geschäftswelt. Nach der Bekanntgabe der Veränderungen in der Formel 1-Führungsetage am Montagabend, beginnt für die Vorzeige-Motorsportserie nun eine neue Ära.

'Zunächst müssen wir Bernie Respekt zollen', sagte Toto. 'Es ist fantastisch, dass jemand 40 Jahre lang die Geschicke eines Sports gelenkt hat. Er erkannte die Möglichkeit, dass die Formel 1 das Potential besaß, um zu dem zu werden, was sie heute ist. Er hatte eine Vision und baute ein Imperium auf. Er hat einen großartigen Geschäftssinn: Er setzt es einfach um.'

  • Großer Preis von Singapur 2016, Samstag...

'Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass ich ohne Bernie nicht in der Formel 1 wäre. Er hat mich damals bei Williams unterstützt und auch wenn wir bei Mercedes einige Aufs und Abs hatten, blieb es stets sehr freundschaftlich. Wir hatten eine gute Beziehung - obwohl wir auf Geschäftsebene auch mal anderer Meinung waren. Aber so sollte es auch sein.'

'Wenn du so lange an der Spitze eines Unternehmens stehst, wie das bei Bernie der Fall gewesen ist, dann ist klar, dass es nach deinem Bild geformt wird. Er hatte die tolle Fähigkeit, immer da zu sein. Wenn es ein Feuer zu löschen galt, das er vielleicht sogar selbst entzündet hatte, dann erstickte er es rasch. Mit den neuen Besitzern geht es nun in eine neue Richtung. Das wird anders sein als in der Vergangenheit. Jetzt müssen wir das Beste daraus machen und die Gelegenheit beim Schopfe packen.'

  • Formel 1, Grand Prix Spanien 2016, Barcelona, 14.05.2016
    Bernie Ecclestone

Die Vision von Mr. E katapultierte die Formel 1 ins weltweite Rampenlicht. Jetzt wird der Sport von einer neuen Führungsstruktur geformt, die alle notwendigen Zutaten besitzt, um den Grand-Prix-Rennsport in neue und aufregende Zeiten zu führen.

'Wenn man sich die Erfolgsbilanz von Chase (Carey) und seinen Kollegen ansieht, sagt das alles', fuhr Toto fort. 'Sie haben Experten für TV-Rechte, Experten für US Sports und sie haben Experten für die Formel 1 verpflichtet, um diese Lücke zu schließen. Sie haben das richtige getan und Experten für ihre jeweiligen Bereiche hinzugeholt. Ross (Brawn) ist schon seit Ewigkeiten in der Formel 1 und hat den Sport auch aus Sicht der Teams erlebt. Er wird ihnen den richtigen Weg weisen, um den Sport gemeinsam mit den Teams und der FIA in die richtige Richtung zu führen. Dabei gilt es, den Werten treu zu bleiben, aber ebenso zu beurteilen, was gut funktioniert und in welchen Bereichen wir uns gemeinsam weiterentwickeln müssen, um das Wachstum des Sports weiter anzutreiben.'

Was sind also die anstehenden Herausforderungen, denen sich die Verantwortlichen nun stellen müssen? Grundsätzlich bewegt man sich auf einem schmalen Grat. Denn es müssen sowohl die Interessen einer loyalen Fangemeinde als auch jene der verschiedenen Teilhaber befriedigt werden. Gleichzeitig soll auch noch ein neues Publikum angesprochen werden.

  • Formel 1, Grand Prix USA 2016, Austin, 21.10.2016
    Pressekonferenz
    Christian "Toto" Wolff, Mercedes AMG

'Wir müssen anerkennen, dass die Formel 1 ein technischer Sport ist - sie wird also immer polarisieren', gibt Toto zu. 'Es wird Menschen geben, die sie hassen, und andere, die sie lieben. Das ist okay. Aber eins ist sicher: Wir sollten aus ihr keinen Betatest machen. Wir sollten nicht mit unseren loyalen Fans und Zuschauern spielen, indem wir Regeln einführen, die wir nicht genau durchdacht haben. Wir sollten Daten aus einem wissenschaftlichen Ansatz verwenden und sehen, was in anderen Sportarten und Unterhaltungsplattformen funktioniert, und das mit den vorhandenen Stärken und Werten der Formel 1 verbinden.'

'Wenn man bedenkt, dass wir uns als Team in den vergangenen Saisons gut geschlagen haben, haben sich die Zuschauerzahlen auf positive Art und Weise entwickelt. Bei den letzten Rennen hatten wir in einigen TV-Märkten Rekordzuschauerzahlen. Es wurde viel darüber gesprochen, dass es der F1 nicht gut gehen würde. Tatsächlich schlagen wir uns aber ziemlich gut; vor allem wenn man bedenkt, dass sich der Markt stark verändert hat. Ich bezweifle, dass jüngere Generationen am Sonntagnachmittag um 14:00 Uhr einen herkömmlichen Fernseher einschalten. Sie erwarten, dass sie es auf ihrem Mobilgerät oder via Social Media verfolgen können. Nichtsdestotrotz sind unsere Zuschauerzahlen ziemlich stark.'

'Wir dürfen den Sport nicht schlechtreden, da es ihm nicht schlecht geht. Es gibt Wege, um Dinge zu optimieren, und es gibt Bereiche, in denen wir nicht allzu viel getan haben - zum Beispiel auf dem digitalen Markt und im Bereich von Social Media. Aber wir müssen diese Bereiche verstehen lernen.'

  • Formel 1, Grand Prix Spanien 2016, Barcelona, 13.05.2016
    Mercedes AMG-Box
    Christian "Toto" Wolff, Mercedes AMG

'Social Media ist ein sehr wichtiges Marketingtool, um mit unseren Zuschauern in Kontakt zu treten - das betrifft sowohl aktuelle als auch zukünftige Fans. Aber wir haben mit den TV-Sendern loyale Partner, die unseren Sport seit vielen Jahren übertragen und dabei mitgeholfen haben, einen Teil der Einnahmen für die Teams zu generieren. Dann darf man es nicht kostenlos in der digitalen Welt anbieten. Man kann es als Marketingtool ansehen, aber nicht als Allheilmittel, das alle Probleme löst.'

Es gibt also noch viel zu tun. Aber unser Sport scheute sich noch nie vor harter Arbeit, weshalb die Zukunft für die Formel 1 durchaus rosig aussieht.

'Das Ende der Ära Ecclestone ist eine große Sache', sagt Toto abschließend. 'Ich bin gespannt, aber auch optimistisch, was die Zukunft bereithält. Aber eins ist sicher: Die Welt dreht sich sehr schnell weiter und die Erfolge von gestern sind morgen schon nichts mehr wert. Wir müssen offen in die Zukunft gehen und sollten dabei nicht zu nostalgisch sein. Dem Sport bietet sich eine riesige Gelegenheit, um immer weiter zu wachsen. Davon können wir alle profitieren. Wir müssen nur den Weg in diese Richtung einschlagen.'

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