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BERICHT: Helles Flutlicht, fantastische Duelle

BERICHT: Helles Flutlicht, fantastische Duelle

Die Silberpfeile erzielten in einem atemberaubenden Großen Preis von Bahrain ein Doppel-Podium. Der Sieg ging unter dem Flutlicht von Sakhir jedoch an Sebastian Vettel.

Silberpfeile erzielen Doppelpodium

Nach seiner fantastischen ersten F1-Pole am Samstag führte Valtteri das Rennen nach dem Start an. Lewis verlor unterdessen in Kurve eins einen Platz an den schnell gestarteten Vettel. Nach einem Generatorproblem in der Startaufstellung war der Reifendruck an Valtteris Auto zu hoch. Dies führte dazu, dass er mit den Reifen zu kämpfen hatte. Dadurch stand er während des ersten Stints unter enormem Druck des Ferrari-Piloten, der in Runde zehn einen frühen Boxenstopp einlegte.

Diese Entscheidung spielte Ferrari in die Karten, als es zwischen Carlos Sainz und Lance Stroll krachte und das Safety Car herauskam. Die Folge war ein Doppel-Stopp von Valtteri und Lewis. Ein Problem mit dem Schlagschrauber kostete beide Silberpfeilfahrer Zeit und ermöglichte es Vettel, in Führung zu gehen.

Danach kam es für Lewis noch schlimmer: Er erhielt eine 5-Sekunden-Zeitstafe für das Behindern von Daniel Ricciardos Red Bull bei der Boxeneinfahrt. Das stachelte Lewis noch mehr an, eine Aufholjagd zu starten. Mit seinen neuen weichen Reifen überholte er zuerst Ricciardo und dann Valtteri. Danach schloss er die Lücke zum führenden Ferrari.

Nach Sebastians zweitem Stopp lag Lewis zwischenzeitlich in Führung. Dann ging er zu seinem zweiten Stopp an die Box und saß dabei seine Zeitstrafe ab. Er bekam erneut weiche Pirelli-Reifen, die sich im vorherigen Stint als die effektivere Mischung für den W08 erwiesen hatten.

Silberpfeile erzielen Doppelpodium in atemberaubendem Bahrain Grand Prix

Lewis fuhr mit Platz zwei das 107. Podium seiner F1-Karriere ein

Lewis: Das war ein forderndes Wochenende

Die Aufholjagd war eröffnet und Lewis knallte eine Reihe an schnellsten Rennrunden auf den Asphalt. Damit verringerte er den Abstand zu Vettel von 20 Sekunden auf nur noch sechs Sekunden. Schlussendlich reichte das aber nicht ganz, um den Ferrari-Fahrer noch einzuholen, der somit seinen zweiten Saisonsieg einfuhr.

Nach dem Rennen ärgerte sich Lewis über seinen Fehler in der Boxengasse. Aber an einem harten Tag holte der dreimalige Weltmeister trotzdem noch einen zweiten Platz. Damit liegt er in der Weltmeisterschaft ebenfalls auf Rang zwei - nur sieben Punkte hinter Vettel.

"Das war ein forderndes Wochenende", sagte Lewis. "Mein Start war okay, aber Sebastian war in meinem toten Winkel. Deshalb wusste ich nicht, wo er sich befand und verlor eine Position an ihn. Es war richtig hart, ihm zu folgen. Aber insgesamt hatten wir eine ähnliche Pace."

"Während der Safety Car-Phase schätzte ich die Situation falsch ein. Es war mein Fehler, dafür möchte ich mich beim Team entschuldigen. Ich hatte eine gute Pace im zweiten und im letzten Stint und wir dachten wirklich, dass wir Sebastian noch einholen könnten. Aber die 5-Sekunden-Strafe machte es doppelt so schwer."

"Ich glaube, dass es die richtige Entscheidung war, im letzten Stint auf die Soft-Reifen zu setzen. Ich denke, das war die beste Entscheidung, da es noch ein langer Weg war. Unsere Jungs haben in diesem Jahr bislang gute Entscheidungen getroffen. Ich habe mein Bestes versucht, um mich von dem Fehler zu erholen, aber es hat nicht gereicht. Dennoch nehmen wir wichtige Punkte mit."

Valtteri: Das war kein guter Tag

Nach der Freude über seine erste Pole Position am Samstag war Valtteri nach dem Rennen verständlicherweise niedergeschlagen, dass er in einem harten Rennen "nur" Dritter geworden war.

"Das war kein guter Tag", sagte Valtteri. "Wir hatten Schwierigkeiten mit den Reifendrücken am Start. Ich weiß nicht, was es war, aber ich konnte es im ersten Stint regelrecht spüren. Ich rutschte ab der zweiten Runde herum."

"Die Pace war nicht gut und Sebastian setzte uns richtig unter Druck. Ich versuchte, meinen ersten Stint auszudehnen, aber ich konnte mit der Pace nicht mithalten. Der zweite Stint war besser. Aber ich kämpfte noch immer mit Untersteuern. Im letzten Stint bekam ich das Heck dann nicht ans Arbeiten."

"In der Safety Car-Phase gab es beim ersten Stopp ein Problem und wir verloren etwas Zeit. Sonst wäre ich vielleicht vorne gewesen. Aber ich weiß, dass das Team die Sache untersuchen wird. Nach dem Re-Start hatte ich einen guten Kampf gegen Sebastian, aber leider war es nur für einen kurzen Moment."

"Ich habe bislang nicht die Rennergebnisse eingefahren, die ich mir erhofft hatte. Deshalb peile ich jetzt ein starkes Wochenende in Sotschi an."

Valtteri komplettierte mit Platz drei ein Doppel-Podium für das Team

Mercedes-AMG Petronas Motorsport (99) liegt in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft drei Punkte hinter Ferrari (102)

Toto: Letztendlich kosteten uns heute kleinere Rückschläge den Sieg

Mercedes-Benz Motorsportchef Toto Wolff sah aber auch Positives in der Performance des Autos in Bahrain. Dennoch erinnerte er natürlich daran, dass das Team noch viel Arbeit vor sich hat, da das Duell gegen das springende Pferd sich immer mehr zuspitzt.

"Das heutige Rennen führte uns erneut vor Augen, dass wir uns in diesem Jahr in einer ganz anderen Konkurrenzsituation befinden. Wir kämpfen gegen Ferrari und ich bin zuversichtlich, dass wir als Team an dieser Herausforderung wachsen werden", betonte Toto.

"Nach einem Winter mit großen Regeländerungen befinden wir uns an jedem Wochenende auf der Jagd nach Rennsiegen - das ist das Positive für uns. Aber heute war ein weiterer Beweis dafür, dass wir alles richtig hinbekommen müssen, um unsere Leistung abzuliefern. Diese Herausforderung gefällt uns als Sportsleuten."

"Letztendlich kosteten uns heute kleinere Rückschläge den Sieg. Allerdings haben wir allen voran bei Lewis gesehen, dass die Pace im Auto steckt, wenn wir sie abrufen."

Toto: Wir haben in Bahrain viel gelernt

"Unser erster Rückschlag ereignete sich in der Startaufstellung. Durch einen Generatordefekt waren die Reifendrücke bei Valtteri zu hoch. Das beeinträchtigte seine Pace im ersten Stint. Deshalb konnten wir keinen Vorsprung auf das Feld herausfahren. Lewis fuhr derweil hinter Vettel, weshalb unsere Strategie-Möglichkeiten recht eingeschränkt waren. Wir waren im Hintertreffen und dann spielte Ferrari den „Undercut“ perfekt aus, um an die Spitze zu gelangen."

"Wir hatten Glück mit dem Safety Car", fügte Toto an.  "Das verschaffte uns die Chance, etwas Boden gutzumachen. Aber ein Problem mit dem Schlagschrauber bedeutete einen Zeit- und Positionsverlust bei beiden Autos. Da die Autos auf unterschiedlichen Reifenmischungen unterwegs waren, mussten wir die harte und unpopuläre Entscheidung treffen und Valtteri bitten, Lewis vorbeizulassen. So etwas machen wir nicht gerne, aber wenn es soweit ist, dass der Rennsieg in Gefahr ist, werden wir immer das tun, was notwendig ist, um ihn doch zu holen."

"Danach veränderten wir die Strategie von Lewis, um ihm die Möglichkeit zu geben, in der Schlussphase so nah wie möglich an Sebastian heranzukommen. Aber nachdem er die 5-Sekunden-Strafe abgesessen hatte, konnte er das nicht mehr hereinholen. Wir haben in Bahrain viel gelernt und uns steht noch viel Arbeit bevor, um unsere Bestleistung abzurufen und den Speed des Autos in Rennsiege umzuwandeln."

Lewis (61) fällt in der Fahrer-Weltmeisterschaft auf Platz zwei zurück, er liegt sieben Punkte hinter dem Führenden Sebastian Vettel (68)

In 14 Tagen geht es dann in Sotschi weiter

James: Wichtig ist, dass die Pace im Auto steckt

Der Technische Direktor James Allison erlebte ein frustrierendes Rennen. Aber auch er sah Positives, allen voran die Tatsache, dass der W08 trotz der kleineren Rückschläge eindeutig ein starkes Grand Prix-Fahrzeug ist, das mehr Rennen gewinnen kann.

"Es ist immer enttäuschend, wenn man seine Startpositionen im Rennen nicht umsetzen kann. Wir hatten eine Handvoll kleiner Rückschläge, die uns insgesamt gekostet haben. In dieser Saison ist das Duell am Renntag sehr eng und aufgrund dieser Fehler konnten wir unsere Möglichkeiten leider nicht in den erhofften Sieg umsetzen."

"Wichtig ist jedoch, dass die Pace im Auto steckt. Jetzt freuen wir uns auf das nächste Rennen in Russland und die Gelegenheit, um dort das zu erreichen, was uns heute Abend hier nicht gelungen ist."

Noch ist es aber nicht an der Zeit, um Bahrain auf Wiedersehen zu sagen. Am Dienstag und Mittwoch stehen zwei wichtige Testtage an, die der Mannschaft die Möglichkeit geben, die notwendigen Teile zusammenzufügen, um für den Rest der Saison wieder anzugreifen. In 14 Tagen geht es dann in Sotschi weiter. Los geht's...

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