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Valtteri: Für mich ist es das schönste Auto, das ich je gesehen habe

Valtteri: Für mich ist es das schönste Auto, das ich je gesehen habe

Frage: Valtteri, du hast in der Pressemitteilung gesagt: alles ist neu, das Team, die Regeln und das Umfeld. Wie sieht's aus nach den ersten sechs Wochen?

Valtteri Bottas: Ja, erst einmal Hallo an alle. Schön, dass Sie es zu diesem speziellen Tag für das Team hier hergeschafft haben. Vor allem für mich, wo ich den Mercedes-AMG F1 W08 Power+ zum ersten Mal gefahren bin und erstmals wirklich mit dem Team auf der Strecke zusammengearbeitet habe. Es war etwas ganz Besonderes. Heute lief es dank unserer Vorbereitung sehr gut. Offensichtlich waren wir seit der Verkündung am 16. Januar schwer damit beschäftigt, alles vorzubereiten. Ich denke, wir haben auf jeden Fall das Beste aus unserer zur Verfügung stehenden Zeit gemacht, und so fühlt es sich auch immer noch an. Wir hatten auch heute eine steile Lernkurve, und so werden wir weitermachen.

Frage: Heute Morgen hast du laufend gefragt: Kann ich in die Garage gehen? Kann ich in die Garage gehen, um das Auto zu sehen? Du hast es jetzt gesehen und du bist es gefahren. Was sind deine ersten Eindrücke?

VB: Nun, zuallererst wollte ich eigentlich das Auto sehen. Ich habe es vor ein paar Tagen und gestern in der Fabrik gesehen und es sah überhaupt nicht fertig aus. Aber die Jungs sagten, es würde bereit sein. Nachdem ich es heute Morgen fertig gesehen hatte, muss ich sagen: Es sieht fantastisch aus. Offensichtlich könnte ich etwas voreingenommen sein - aber für mich ist es das schönste Auto, das ich je gesehen habe. So fühle ich mich einfach. Es ist nur das Launch-Auto und es sieht trotzdem schon ziemlich fertig aus. Mir gefällt also, was ich gesehen habe. Offensichtlich habe ich erst vor etwas mehr als einem Monat angefangen, daher hat das Team schon so viel länger am Auto gearbeitet. Sie haben einen tollen Job mit dem Auto und mit dem Motor gemacht. Auf der Strecke lief alles sehr reibungslos ab. Für das erste Mal auf der Strecke mit dem neuen Auto ist das ein sehr guter Start. Wir hatten keine Probleme auf der Motorseite oder mit dem Auto in mechanischer oder aerodynamischer Hinsicht. Alles lief also reibungslos ab, als wir die Systeme durchgecheckt haben. Das Gefühl war schön und es ist gut, den zusätzlichen Abtrieb zu spüren. Ich habe sicherlich noch kein Auto mit so viel Abtrieb gefahren, also waren das ein paar gute Runden.

Frage: (Chris Stevens - Formula Spy) Valtteri, Sie sind in der Formel 1 nur in dieser Pirelli- / Reifensparer-Ära gefahren. Ich habe mich nur gefragt, wie in einer Formel, die es Ihnen erlaubt, viel härter in den Rennen zu pushen, ob Sie das Gefühl haben, dass Sie genauso erfolgreich sein können oder vielleicht sogar noch erfolgreicher und wie Sie sich darauf eingestellt haben?

VB: Ich denke, normalerweise bin ich ziemlich gut darin, mich an verschiedene Dinge anzupassen. Zum Beispiel bei den Reifen. Wenn die Reifen länger halten, wenn man sie härter pushen kann, wenn man mehr Qualifying-Runden hintereinander fahren kann, wird das gut für mich sein. Aber nochmal: wir werden erst auf der Strecke sehen, wie sie sich verhalten werden. Die Reifen, die wir für den Filmtag heute verwendet haben, waren Promo-Reifen. Das waren nicht exakt die Rennmischungen, also werden wir erst nächste Woche etwas klarer sehen sehen. Hoffen wir, dass wir sie stärker pushen und konstanter sein können. Von meiner Seite her ist das okay.

Frage: (Zoltan Karpathy - Autósport és Formel) Meine Frage ist: Mit den höheren G-Kräften, mit dem zusätzlichen Abtrieb, hast du deine Trainingsgewohnheiten geändert? Wenn ja, in welcher Hinsicht?

VB: Im Winter, sogar noch Anfang Januar, hatte ich keine Ahnung hatte, welches Auto ich fahren würde. Wir haben die ganzen Trainingscamps gestartet. Alles lief wie geplant, und wir konnten insgesamt vier Trainingscamps absolvieren plus das ganze Training dazwischen. Wir haben zusammen mit meinem Trainer Antti das Trainingsprogramm ein bisschen modifiziert, basierend auf den möglichen oder höchstwahrscheinlichen höheren G-Kräften. Das bedeutet eher mehr muskuläre Ausdauer als Radfahren oder Laufen. Daher habe ich etwas mehr Zeit als normal im Kraftraum verbracht, aber das waren nur leichte Veränderungen.

Frage: (Sam Sheehan - Autocar) Du bist jetzt der Teamkollege von einem der schnellsten Fahrer, die der Sport je gesehen hat. Wie willst du ihn schlagen?

VB: Es wird definitiv eine große Herausforderung für mich sein, gegen Lewis als Teamkollegen zu kämpfen. Aber gleichzeitig sind wir Teamkollegen und müssen für das Team zusammenarbeiten. Offensichtlich ist es nie leicht, Lewis zu schlagen, das ist Fakt. Er ist ein großartiger Fahrer und dreifacher Weltmeister. Aber ich habe keinen besonderen Plan, außer weiterhin das zu tun, was ich tue. Damit meine ich, mich jeden einzelnen Tag als Fahrer zu verbessern. Wie schon erwähnt, habe ich eine sehr große Lernkurve vor mir. Wir haben noch keine fliegende Runde zusammen gemacht, zur gleichen Zeit, im gleichen Auto. Also kann man nur raten, wie wir uns schlagen werden, aber das wird sich sehr bald zeigen. Ich fühle mich gut für die Saison und die Zeit wird zeigen, wie es wirklich läuft - aber ich habe keine Ahnung. Wie immer werde ich alles geben und auf mein Talent vertrauen.

Frage: (Unbekannt) Im Moment gibt es viele Spekulationen in den Medien um Ihren Vertrag und auch um Ihre Position innerhalb des Teams, wie Sie gelesen haben könnten. Was werden Sie tun, um sicherzustellen, dass Sie auch im nächsten Jahr beim Mercedes-Launch dabei sind?

VB: Ja, es liegt ganz an mir, so läuft es in der Formel 1. Ich erhielt die Gelegenheit, für Mercedes-AMG Petronas Motorsport zu fahren und möchte natürlich weiterhin tun. Es liegt an mir, Leistung zu zeigen. Ich habe diese Tatsache begriffen und die Situation war bisher in so ziemlich jeder Saison meiner Karriere gleich, nämlich dass das nächste Jahr etwas ungewiss war. So gesehen ändert sich nichts. Das Team erwartet, dass ich abliefere, dass ich auf einem Level mit dem Auto bin, dass ich mit Lewis kämpfe, und das ist auch mein Ziel. Wenn die Saison gut läuft, dann haben wir hoffentlich eine lange Zukunft zusammen mit Mercedes-AMG Petronas Motorsport haben. Das ist meine Absicht.

Frage: (Ben Anderson - Autosport) Valtteri, ich frage mich, ob Sie denken, dass Sie mit einem Nachteil in diese Saison gehen. Sie sind neu im Team und angesichts der Entscheidung von Nico Rosberg erst spät dazu gekommen. Als Lewis zu Mercedes kam, sagte er, dass es ein Jahr gedauert hätte, um sich mit dem Team und dem Auto vollkommen wohl zu fühlen. Wie schwer ist es für Sie in diesem Jahr?

VB: Sicherlich ist es kein Vorteil, ab Mitte Januar in einem neuen Team zu beginnen. Es war ziemlich spät, aber wie gesagt: ich denke wirklich, dass wir das Beste aus der Zeit gemacht haben, die wir hatten. Ich fühle mich gut vorbereitet. Natürlich hätte es geholfen, früher anzufangen. Wir hätten die doppelte Zeit vor dem Testen haben können. Aber es ist so wie es ist und wir müssen damit zurechtkommen. Ich weiß, wie vorteilhaft es sein kann, länger schon Teil des Teams zu sein. Ich war sieben Jahre lang bei Williams, vier davon als Rennfahrer. Ich weiß, wie sehr es hilft, jede einzelne Person so zu gut kennen und wirklich gut im Team integriert zu sein. Aber ich hatte auch nie Probleme damit, neue Leute kennenzulernen und herauszufinden, wie ein Team arbeitet oder die Leute arbeiten. Ich mache mir keine Sorgen darüber, dass wir Auswirkungen dieses späten Wechsels oder der geringen Vorbereitungszeit sehen werden. So sehe ich das nicht. Ich bin zuversichtlich, dass alles aussortiert und fertig sein wird, aber nochmal: es wird total wichtig sein, jeden Tag zu lernen, wie das Team arbeitet.

Frage: (Alan Baldwin - Reuters) Valtteri, Sie sind gerade in das wohl schnellste Auto überhaupt gewechselt, das auch noch vom dominierenden Team gebaut wurde. Könnten Sie einfach mal beschreiben, wie sich das anfühlt? Wie ist es? Wie vom Düsenflugzeug zum Raketenschiff? Von der GP3 zur Formel 1? Wie fühlt sich das an, ins Auto einzusteigen?

VB: Nun, natürlich ist jedes Formel-1-Team groß. Alle Details in der Formel 1 sind schon sehr fein herausgearbeitet. Aber als ich bei Mercedes-AMG Petronas Motorsport angeheuert habe, war der erste große Unterschied, dass viel mehr Leute da waren als ich das gewohnt war. Es fühlt sich technisch gesprochen einfach so an, als wäre alles noch detaillierter. Das Team scheint sehr aufmerksam zu sein. Und was für mich das Beeindruckendste ist: Dass man wirklich spürt und fühlt, dass das ein Siegerteam ist. Obwohl man die letzten drei Jahre sehr erfolgreich war, ist das Team überhaupt nicht entspannt. Sie stellen sich in vielen Bereichen konstant selbst in Frage. Ist das gut genug? Ist das Auto aerodynamisch gut genug oder mechanisch gut genug? Das ist sehr schön zu sehen: Dass der Hunger, noch viel mehr zu erreichen, noch da ist. Ich bin sehr stolz darauf, ein Teil davon zu sein. Das soll jetzt nichts gegen Williams sein. Das war ein beeindruckendes Rennteam und ich habe viel von ihnen gelernt. Aber ich merke, dass das ein etwas anderes Level ist und ich fühle auch, dass ich mit diesem Team die nächste Ebene erreichen kann. Ich hoffe, wir haben eine großartige Zukunft zusammen und dass wir dieses Jahr eine gute Saison abliefern.

Frage: Valtteri, sorry, dass wir wieder über Lewis spreche, aber angesichts seiner Statistiken - er hat 50 Rennen gewonnen, drei Titel - denken Sie, Sie können ihn auch über die gesamte Saison schlagen? Außerdem: Was hat er Ihnen schon alles seit der Ankunft im Team erzählt?

VB: Nun, es hilft ja nicht, was ich hier sage. Wir werden es auf der Strecke sehen und die Stoppuhr wird nicht lügen. Wir werden schon bald sehen, wie es läuft. Aber wenn ich denken würde, dass ich mich nicht mit Lewis messen könnte oder dass ich nicht schneller als er sein könnte, dann würde ich lieber zu Hause bleiben. Ich glaube an meine Fähigkeiten und ich glaube, es ist möglich. Aber wie ich schon sagte, ich muss es Schritt für Schritt angehen, Tag für Tag, Rennen für Rennen und dann werden wir es herausfinden. Wir werden sehen. Wir hatten bisher keine Chance, uns richtig kennen zu lernen. Wir haben ein paar Filmaufnahmen zusammen gemacht und hatten uns kurz unterhalten, das war schon sehr gut. Er scheint sich sehr auf die Saison zu freuen, so wie ich. Und genau wie ich freut auch er sich über das neue Auto und alles. Insgesamt sind die Vibes gut.

Frage: (Heikki Kulta - Turun Sanomat) Wann glauben Sie, dass Sie bereit sind für die erste Pole und den ersten Sieg? Nico hat mehr als zwei Jahre dafür gebraucht...

VB: Ich bin schon heute bereit dafür! Hoffentlich wird das Auto gut und hoffentlich wird das eher früher als später möglich sein. Ich denke, das Team sollte sich theoretisch in einer anderen Position befinden als damals, als Nico zum Team gestoßen ist. Ich denke, das Team ist seitdem sehr stark gewachsen. Es ist stärker als damals. Darauf hoffen wir auch in diesem Jahr. Ich habe definitiv das Gefühl, dass ich nach den vier Jahren als Williams-Pilot, als ich mit einem guten Auto oft um Podien kämpfen konnte, bereit bin für den Kampf um Poles und Siege.

Q: (Sarah Merritt - Badger GP) Ich wollte nach Fan-Engagement und Social Media fragen. Lewis erwähnte dies früher und hat sogar via Instagram live gestreamt, während er hier war. Was kannst du noch tun, wenn um mit den Fans so in Kontakt zu treten?

VB: Ich versuche das immer, wenn ich die Zeit dafür habe. Offensichtlich war dieser letzte Monat extrem anstrenged - aber ich versuche, Kommentare zu lesen und irgendwie mit den Fans über Facebook Live und solche Dinge in Kontakt zu treten. Ich denke, die Formel 1 ist eine sehr eingeschränkte Welt, Formel 1, wenn es darum geht, die Fans näher heranzubringen. In der Zeit, die ich zur Verfügung habe, versuche ich daher, so viel wie möglich zu machen und ich muss sagen, dass dieses Team sehr gut ist in Bezug auf das Einbinden der Fans. Es bringt sie näher an den Sport und zeigt ihnen exklusivere Sachen. Ich denke, dieser Bereich des Sports entwickelt sich massiv und hoffentlich kommen noch viele coole Sachen für die Fans.

Q: (Stephen Camp - readmotorsport.com) Angesichts der Kommentare von Lewis im Hinblick auf das Teilen der Daten, indem er sagt, dass das nichts gegen Sie sein soll und dass er nicht glaube, dass Sie seine Daten sehen möchten oder umgekehrt: Würden Sie ihm zustimmen, dass während das Team die Daten unter sich teilen sollte, würden Sie auch seine Daten sehen wollen, so wie er Ihre sehen möchte?

VB: Nun, auch hier ist es egal, was ich dazu sage, weil das Team entscheidet, ob wir das machen werden. Das ist wahrscheinlich, dass wir die Daten zu teilen werden, weil es für das Beste für das Team ist. Ich bin mir sicher, dass es an jedem einzelnen Tag auf der Strecke die Gelegenheit gibt, dass beide Fahrer etwas Interessantes aus den Daten des Teamkollegen finden können. Das ist der Grund und das wird das Team nach vorne bringen. Deshalb denke ich nicht, dass es verboten wird. Und wenn es so wäre, würde es mir nichts ausmachen, wenn ich nur an mich denke - aber für das Team wäre es besser.

F: (Jonathan Noble - motorsport.com) Sie haben schon früher erwähnt, dass Sie den höheren Downforce Level spüren können, aber Sie noch ein bisschen mehr über die ersten Gefühle im Auto nach dem Shakedown auf Reifen an einem schönen englischen Tag erarbeiten? Können Sie schon fühlen, dass diese Autos ein großer Schritt nach vorne sein werden?

VB: Ja, im Vergleich zu den Bedingungen, die wir heute hatten - sehr kalt, etwas feucht und so windig - bin ich noch nie in dieser Art von Wind gefahren. Man konnte auf jeden Fall spüren, dass es ein Schritt vorwärts ist. Ich denke, mit diesen Reifen, den Promo-Reifen, und diesen Temperaturen war es schwierig, einen großen Unterschied zu spüren. Aber aerodynamisch fühlt man, dass das Auto insgesamt etwas stärker belastet wird. Sie haben nun noch mehr Abtrieb bei hoher Geschwindigkeit und offensichtlich das fühlt sich schön und gut an. Aber ja, das waren sehr knifflige Bedingungen, um ein ausgeprägteres Gefühl zu bekommen. Ich bin mir sicher, dass jedes einzelne Auto und jeder einzelne Fahrer ein ähnliches Gefühl haben wird, wenn ihren ersten Shakedown oder Test in Barcelona absolvieren. Es ist ziemlich cool und einige Ecken gehen jetzt viel schneller als zuvor, von daher freue ich mich darauf.

Q: (Chris Medland - Racer.com) Valtteri, Sie wurden viel über Ihren Kampf mit Lewis gefragt und wie Sie ihn schlagen und wie du dich in diesem Team halten wirst. Nico und Lewis hatten in ihrer Zeit einige Brennpunkte. Wenn Sie ihn dieses Jahr schlagen, ist es möglich, dies ohne diese Brennpunkte zu tun?

VB: Ich denke, das ist möglich. Wir sind noch nicht zusammen im gleichen Team gefahren, aber bisher lief es gut. Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht in der Lage sein sollten, professionell als gute Teamkollegen zu arbeiten, hart aber fair auf der Strecke gegeneinander zu fahren und gut als Team zu funktionieren. Zumindest von meiner Seite sehe ich kein Problem, dass das nicht möglich sein könnte. Natürlich werden wir es herausfinden. Aber ich habe das gute Gefühl, dass alles gut sein wird.

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