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Gleicher Ethos, neue Herausforderungen

Gleicher Ethos, neue Herausforderungen

Die Formel 1 wartet im Jahr 2014 mit neuen Herausforderungen an die Designer, Ingenieure, Fahrer und Zuschauer auf. Die Unabwägbarkeiten dieser neuen Ära des Sports steigern das Gefühl der Vorfreude auf eine neue Saison.

Wie es bei durchweg allen Generationen der Formel 1 der Fall war, dient die Einführung neuer Regeln dazu, Innovation zu fördern und den Sport als Gipfel neuer Technologien zu zeigen. Diese Faszination ist nicht nur für die interessierten Zuschauer relevant, sondern für die gesamte Automobilindustrie.

Letztlich wird der klügste Fahrer im schnellsten Auto erfolgreich sein im Jahr 2014, die grundlegende Herausforderung des Rennsports bleibt damit bestehen. Was die neuen Regeln darüber hinaus allerdings präsentieren, ist die nächste Phase eines Evolutionsprozesses, der die Formel 1 als Herz der zeitgenössischen Technologie positioniert und das 'Motor' zurück in den 'Motorsport' bringt.

Die brennende Frage bleibt allerdings bestehen: Wie wird das Formel 1-Spektakel beeinflusst?

Zuverlässigkeit

Technologische Veränderungen führen fast zwangsläufig zu Risiken bei der Zuverlässigkeit. Wenn etwas völlig Neues eingeführt wird, sind Herausforderung und Risiko gleich doppelt so hoch. So war es schon immer in der Formel 1 - es liegt in der Natur des Motorsports. Doch während der schmale Grat zwischen Performance und Zuverlässigkeit schon immer vorhanden war, ist der Toleranzbereich für 2014 weitaus unbekannter.

Die Einführung eines komplett neuen Konzeptes, wie etwa dem Turbolader in Verbindung mit elektrischen Motoren, birgt sowohl das Risiko bezüglich der Zuverlässigkeit als auch eine neue Herausforderung in sich. Während früher ein KERS-Fehler den Unterschied zwischen Sieg und einem Finish in den unteren Punkterängen ausmachen konnte, ist jede Komponente der Power Unit - von der Brennkraftmaschine über den Turbolader bis hin zum ERS - so wesentlich miteinander verknüpft, dass Komplikationen unweigerlich in einem Zurückfallen führen; oder noch schlimmer: zu einem Ausfall. Zwar war es schon immer der Fall, dass eine Maschine nur so stark war wie seine Einzelteile, doch im Jahr 2014 gilt dies umso mehr.

Obwohl es früher bereits wichtig war, wird das maximale Ausnutzen der Streckenzeit während der Trainings absolut entscheidend im Hinblick auf die Arbeit der Fahrer sein um sicherzustellen, dass Treibstoffverbrauch-Ziele eingehalten werden. Die Arbeit mit dem Auto soll zudem dafür sorgen, dass jede Komponente den gesteigerten Anforderungen an die Haltbarkeit standhält. Zwar war dies schon seit jeher ein wesentlicher Bestandteil des Testens, doch nun wird es absolut essentiell und genauso wichtig wie die Jagd nach der bestmöglichen Rundenzeit.

Abgesehen vom Ausgang eines einzelnen Rennens, kann ein Fehler unter Umständen einen wesentlichen Einfluss auf die gesamte Weltmeisterschaft haben. Sollte ein Fahrer mehr als fünf von einem der insgesamt sechs Power Unit-Elemente - also ICE, MGU-K, MGU-H, ES, Turbolader oder Kontroll-Elektronik - nutzen, wird er gemäß Paragraph 28.4 des Sportlichen Reglements der FIA bei der ersten Veranstaltung, bei der das zusätzliche Element eingesetzt wird, mit einer Strafversetzung in der Startaufstellung belegt. Diese sind wie folgt festgelegt:

  • Austausch einer kompletten Power Unit: Der Fahrer muss das Rennen aus der Boxengasse starten
  • Wenn zum ersten Mal das sechste von einem der Elemente benutzt wird: Strafversetzung um zehn Plätze in der Startaufstellung
  • Wenn zum ersten Mal das sechste von einem der verbleibenden Elemente benutzt wird: Strafversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung
  • Wenn zum ersten Mal das siebte von einem der Elemente benutzt wird: Strafversetzung um zehn Plätze in der Startaufstellung
  • Wenn zum ersten Mal das siebte von einem der verbleibenden Elemente benutzt wird, und so weiter: Strafversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung

Wenn die verhängte Strafversetzung in der Startaufstellung bei einer Veranstaltung nicht vollständig angetreten werden kann, wird der restliche Teil der Strafe auf das anschließende Rennwochenende verlegt.

Abseits der offensichtlichen technologischen Hindernisse, sorgt die Disziplin sowohl des Teams als auch der Fahrer für eine der größten Hürden der Zuverlässigkeit. Aus Teamsicht könnte es angesichts der großen Zeitdauer, die darauf verwendet wurde, sich auf neue Elemente des Autos zu fokussieren, dazu führen, dass die Grundlagen allzu leicht übersehen werden. Im Laufe der Zeit wurde es immer offensichtlicher: Es benötigt mehr als reinen Speed, um Rennen zu gewinnen. Intelligentes Renn-Management der Fahrer - sei es in Bezug auf Reifen oder Energie - wird ein noch wichtigerer Schlüssel, um 2014 erfolgreich zu sein.

Strategie

Strategie: für das Auge des Betrachters zwar nicht so offensichtlich wie das schiere Talent eines Fahrers, dennoch gleichsam bedeutend für den Erfolg. Bekomm es richtig hin und der Rest liegt in der Hand des Fahrers und des Renngottes. Mach es falsch und die Mühe eines gesamten Teams kann zu Staub zerfallen.

Auf den Reifen wird ein intensiver Fokus liegen: Ihre Performance sowie der Abbau spielen bei der Rennstrategie eine Hauptrolle. Die Power Unit entwickelt wesentlich mehr Drehmoment als sein V8-Vorgänger und gepaart mit der verringerten Downforce wegen der überarbeiteten Aerodynamik-Regeln sowie des fehlenden Abtriebs durch die Auspuffabgase, hat Pirelli daran gearbeitet, Reifen zu konstruieren, die den neuen Ansprüchen gerecht werden.

Aus Sicht der Teams müssen die im Laufe der Jahre entwickelten Leistungsmodelle der Reifen komplett überarbeitet werden. Die Teams können zu Beginn nur vermuten, wie sie sich genau verhalten. Für Pirelli als Reifenlieferant liegt die Herausforderung darin, einen Reifen bereitzustellen, der die Ansprüche der neuen Autos erfüllt und gleichzeitig richtiges Racing zulässt.

Die Balance zwischen der Performance im Qualifying und Rennen wird ein zentraler Aspekt werden - wenn auch nicht in dem Ausmaße während der V10-Ära, als spezielle Hochleistungsmotoren ausschließlich für das Qualifying hergestellt wurden. Am Renntag sind die 100 kg Kraftstoff der limitierende Faktor, während des Qualifyings kommt dies allerdings nicht zum Tragen. Dort ist die maximale Kraftstoff-Fließgeschwindigkeit von 100 kg pro Stunde der eingrenzende Faktor.

Im Jahr 2013 lagen die Deltas in Sachen Pace noch ziemlich eng beieinander, jetzt ist diese Leistungsbalance eine Frage der fundamentalen Design-Philosophie. Ein Team kann in der Lage sein, am Samstag zu dominieren, sofern das Auto auf den höchsten Speed innerhalb einer Runde ausgelegt ist. Dieses Performance-Level könnte allerdings zu verringerter Effizienz am Sonntag führen.

Im Rennen selbst wird der Fahrer eine noch wichtigere Rolle über den erfolgreichen Ausgang einer Renn-Strategie spielen, da Vielseitigkeit verlangt wird, um sich den unterschiedlichen Situationen anzupassen. Die potenziell schnellste Runde eines Autos wird stark variieren im Vergleich zu dem, was während des Rennens erreicht werden kann - abhängig davon, ob der Pilot freie Fahrt hat, attackiert oder verteidigt. Der Versuch eines Überholmanövers kann zwar zu einer besseren Position auf der Strecke führen, doch die dafür zusätzlich benötigte Energie muss später im Rennen zurückgewonnen werden, um die Ziele zu erreichen. Beim Verteidigen der Position wird die Verlockung, den Gegner um jeden Preis hinter sich zu halten, ähnlich groß sein, könnte aber letztendlich zum gleichen Resultat führen.

Der Fahrer muss offensichtlich sorgfältiger darüber nachdenken, wo und wen er überholt, und ob es sich lohnt, die Position zu einem bestimmten Zeitpunkt des Rennens zu verteidigen. Sollten die neuen Regeln - wie von Einigen angenommen - dazu führen, dass die Teams enger beieinander liegen, hat dies wahrscheinlich innovative und aggressive Strategien zur Folge. Größere Unterschiede der Performance verringern generell den Nachteil des Risikos und erhöhen den möglichen Zugewinn. Das könnte die Rennstrategen ermutigen zu versuchen, auf extremerem Wege ein Rennen zu gewinnen.

Neben der normalen Durchmischung des Feldes, wenn die Fahrer zwischen Angriffsmodus und der optimalen Renneffizienz hin- und herwechseln, könnten einige Überholmanöver kurz vor Schluss die finalen Runden nachwürzen: Einige Autos könnten zum Rennende hin Benzin sparen und dadurch viel langsamer werden, um die Zielflagge zu sehen.

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