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Hintergrund – Reifen: nicht nur rund und schwarz

Hintergrund – Reifen: nicht nur rund und schwarz

Die ersten beiden Saisonrennen 2012 sind gelaufen und es bleibt schwierig, das Kräfteverhältnis der Teams einzuschätzen. Die Ergebnisse der ersten Grands Prix zeigen, dass die Saison eine der umkämpftesten seit vielen Jahren werden könnte – und dass die Rennen wohl viele überraschende Ergebnisse produzieren werden.

Beim Saisonauftakt in Melbourne fuhren gleich sieben der insgesamt zwölf Teams in die Punkteränge der Top-10, in Sepang beim zweiten Grand Prix des Jahres waren es sogar neun. Bereits im Qualifying sind die Abstände ausgesprochen eng: die Top-10 Qualifizierten lagen bei den ersten beiden Rennen in Q2 durchschnittlich acht Zehntelsekunden auseinander. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr war der entsprechende Abstand mit 1,5 Sekunden fast doppelt so groß. Kleinste Details können bei dieser Dichte einen großen Unterschied und mehrere Startplätze ausmachen.

MERCEDES AMG PETRONAS versuchte in der Pause zwischen den Rennen in Malaysia und China zu analysieren, warum dem guten Qualifying-Speed bislang nicht eine ähnliche Leistung in den beiden Rennen folgte.

„Wir hatten in beiden Rennen Schwierigkeiten, die Reifen im angemessenen Temperatur-Arbeitsfenster zu halten“, erklärt Teamchef Ross Brawn. „Wir lagen an den zwei entgegengesetzten Enden des Fensters: In Melbourne überhitzten die Reifen – am Freitag hatten wir das noch im Griff, dann entwickelten wir das Setup in eine Richtung, die sich bei wärmeren Bedingungen nicht als hilfreich erwies.“

„In Malaysia arbeiteten wir im Training an einer Fahrzeug-Abstimmung, die solche Probleme verhindern sollte. Regen und eine weitaus niedrige Streckentemperatur im Rennen schafften Voraussetzungen, mit denen andere Teams besser umgehen konnten als wir mit unserer auf extreme Hitze eingestellten Abstimmung.“

Während die Streckentemperaturen in Sepang am Freitag und Samstag über 40 Grad lagen (Höchstwert 45°C am Freitag), bewegten sie sich im Rennen um die 30°C. „Gegen Rennende funktionierte das Auto im Trockenen dann besser und unser Speed lag näher an den Zeiten der Spitze, aber auch in dieser Phase befanden wir uns nicht im optimalen Temperaturfenster.“

Anstatt die Reifen bei dem erwarteten Hitzerennen vor dem Überhitzen zu bewahren, war es bei den im Rennen herrschenden Bedingungen für MERCEDES AMG PETRONAS mit der vorhandenen Abstimmung nicht möglich, die nötige Reifentemperatur für den notwendigen Grip zu generieren.

„Das Rennen in Malaysia war großartig für die Formel 1 und die Teams, die sich verdientermaßen so positiv in Szene setzten, es brachte für uns aber sicherlich nicht ein Ergebnis, wie wir es vor dem Start angestrebt hatten“, sagt Brawn. „Wie einige andere Teams verbrachten wir zwei Tage damit, die Reifentemperaturen zu senken, um dann im Rennen herauszufinden, dass wir die Reifen stärker beanspruchen müssten. Die kühleren Bedingungen stellten die Anforderungen an Autos und Reifen auf den Kopf.“

„Unser Auto brachte die Reifen bei den ersten beiden Rennen lediglich in einem zu engen Temperaturfenster ans angestrebte Arbeiten – dieses Fenster müssen wir vergrößern und so eine größere Bandbreite bei der Nutzung der Reifen schaffen“, erklärt Brawn. „Unser Qualifying-Speed zeigt uns, dass die Performance vorhanden ist: Man kann keine guten Rundenzeiten fahren, wenn man nicht genügend Abtrieb, PS oder kein gutes Chassis hat.“

In beiden Rennen qualifizierte sich das beste Auto des Teams – jeweils gefahren von Michael Schumacher – weniger als eine halbe Sekunde hinter der Pole Position, in Malaysia holte Schumacher Startplatz drei mit weniger als zwei Zehntel Abstand auf Lewis Hamiltons Pole Position-Zeit. Zum Vergleich: 2011 war der geringste Abstand zur Pole 0,525 Sekunden in der Türkei. Die Fortschritte bei der grundsätzlichen Performance waren bei den ersten beiden Rennen zu erkennen und es heißt jetzt, diese im Rennen umzusetzen.

„Unser vorgegebenes Ziel lautet, das bestmögliche Auto für das Rennen darzustellen – unsere Qualifying-Leistungen sind eine Folge dessen“, sagt Brawn. „Wir haben nichts unternommen, um das Auto im Qualifying schnell und im Rennen nicht so schnell zu machen – denn unter dem aktuellen Reglement (mit DRS und der Anzahl der Boxenstopps) wird dies nicht belohnt. Die richtige Reifennutzung ist entscheidend für den Erfolg. Sie hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, dazu zählen die Abstimmung, der Abtrieb und die Herangehensweise des Fahrers. Innerhalb unserer Abstimmungsvarianten können wir die richtige Lösung finden – bei den ersten beiden Rennen haben wir dieses Ziel allerdings verfehlt.“

Wie sehen also die Aussichten für Schanghai aus? Die Rundenzeiten und Daten aus dem Training in Sepang zeigen, dass die Performance im Trockenen konstanter als im Rennen in Melbourne war. Das Ziel in China lautet, dies beim Rennen am Sonntag zu bestätigen. „Unsere Analysen seit Malaysia geben uns ein besseres Verständnis und wir haben Pläne sowie Maßnahmen verabschiedet, um beim Reifenmanagement besser zu werden“, so Brawn. „Speed ist bei unserem Auto vorhanden, jetzt müssen wir diesen auch im Rennen und nicht nur im Qualifying zeigen.“

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