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Hintergrund: Simulation neuer Rennstrecken

Hintergrund: Simulation neuer Rennstrecken

Am Freitagvormittag gehen die Formel 1-Fahrer zum ersten Mal auf dem Buddh International Circuit auf die Strecke. Mit den ersten Trainingsrunden beginnt zwar ein neuer Lernprozess, doch die Teams und Fahrer beginnen keineswegs bei null. Die Vorbereitungen auf das Rennen laufen bereits seit fast einem Jahr – bis zum Rennen am Sonntag werden rund eine Million Rennsimulationen hinter dem Team liegen.

Wann begann das Team mit der Vorbereitung auf den ersten Großen Preis von Indien?
Zu Beginn der Vorbereitungen stehen nicht die technischen, sondern die logistischen Herausforderungen im Vordergrund. Bereits im Dezember 2010 statteten die Logistikverantwortlichen des Teams der Umgebung der Strecke einen Besuch ab – kurz darauf nahm sie die Hotelreservierungen vor. Die Logistikmannschaft besucht den Veranstaltungsort normalerweise neun Monate vor dem Rennen, um den Aufbau der Boxen, die Zugangswege und die Lagerräume zu planen. Die technische Vorbereitung beginnt mit den Streckenplänen der Architekten. Die darauf verzeichneten Höhenunterschiede und Neigungen bilden ungefähr sechs Wochen vor dem Rennwochenende die Grundlage für die Streckenkarte in einer virtuellen Simulation. Diese Karte wird stetig mit Informationen von der FIA und der Strecke gefüttert und verbessert. In den vergangenen Jahren wurden viele Strecken erst kurz vor dem ersten Rennwochenende fertig gestellt – das gilt auch für den ersten Großen Preis von Indien. Deshalb können die Teams keine digitalisierte Streckenkarte erstellen. Eine Woche vor dem Event werden Setup-Simulationen durchgeführt, wobei das Team das Basis-Setup für das erste Freie Training ermittelt.

Welche Faktoren werden bei der Ermittlung des Basis-Setups berücksichtigt?
Die Streckencharakteristik lässt sich an einer zweidimensionalen Karte ablesen. Faktoren wie der Abtrieb, der Bremszyklus und die G-Kräfte sind Bestandteil der Streckengeometrie. Basis-Simulationen geben Hinweise auf die richtige Auswahl dieser Parameter. Die ersten Simulationen ergaben, dass der Volllastanteil auf der Strecke in Indien ungefähr 65% beträgt – die längste Vollgaspassage dauert 14,5 Sekunden zwischen den Kurven drei und vier. Die Autos erreichen auf einer Runde an drei Stellen Geschwindigkeiten über 285 km/h. Die schnellste Kurve sollte Kurve 12 sein, die wohl mit 255 km/h durchfahren wird. Die maximale Belastung sollte 4,0 G in den Kurven 5, 9 und 11 betragen.

Wie setzen die Fahrer den Simulator vor dem Rennwochenende ein?
Die Streckenkarte für das erste Rennen auf diesem Kurs ist mangels Informationen nicht detailliert genug, um Bodenwellen und die Beschaffenheit der Kerbs zu enthalten – beides beeinflusst die Fahrzeugabstimmung. Somit können die Fahrer den Simulator ausschließlich zum Kennenlernen der Strecke nutzen. Normalerweise legt das Team rund 100 Runden (fast zwei Renndistanzen) im Simulator zurück – dabei werden eine Reihe an Spritmengen und Grip-Levels ausprobiert, um so viele Szenarien wie möglich abzudecken. Neben der Nutzung des Fahr-Simulators führt das Team auch Strategie-Simulationen durch, um so viele verschiedene Rennausgänge wie möglich zu analysieren. Bis zum Renntag berechnen wir rund eine Million mögliche Varianten des Rennens – diese bilden die Grundlage für die Herangehensweise an das Qualifying sowie den Grand Prix.

Wie bereiten sich die Fahrer auf eine neue Strecke vor?
Wie auf anderen Strecken müssen sie sich mit dem KERS-Einsatzplan (wann wird KERS eingesetzt, um den größten Leistungsvorteil auf der Strecke zu haben), den DRS-Zonen sowie den Linien bei der Boxenein- und Ausfahrt zur Aktivierung und Deaktivierung des Speed-Limiters vertraut machen. Das Lernen der Strecke beginnt am Donnerstag mit dem üblichen Streckenrundgang. Die Fahrer inspizieren die Strecke zu Fuß und merken sich bestimmte Zeichen und Markierungen, die sie im Auto wiedererkennen müssen. Das Streckenlernen ist aufgrund des steigenden Grip-Levels ein fortwährender Prozess während des Wochenendes. Das Team teilt das Trainingsprogramm so ein, dass die Fahrer so viel Zeit wie möglich haben, um sich mit den Feinheiten der Streckenführung anzufreunden.

Welcher Kurs ähnelt dem Buddh International Circuit am meisten?
Die Strecke weist mit einer langen Zielgeraden und einer sehr langen, fließenden Kurve (den Kurven 10 und 11, die an die drei Scheitelpunkte von Kurve 8 in Istanbul erinnern) Ähnlichkeiten zum Kurs in der Türkei auf. Während Kurve 8 in der Türkei aber mit 270 km/h durchfahren wird, sollten die Kurven in Indien mit 170 km/h (Kurve 10) und 210 km/h (Kurve 11) genommen werden. Die Rundenzeit und die Geschwindigkeit sind stark vom Grip-Level der Pirelli-Reifen auf der neuen Asphaltoberfläche abhängig. Eine Rundenzeit von 1:25.000 Minuten entspräche einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 218 km/h, eine Zeit von 1:30.000 Minuten würde eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 205 km/h bedeuten.

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