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Hintergrund: “Turn 8” in der Türkei

Hintergrund: “Turn 8” in der Türkei

Eau Rouge, Copse und Casino Square – das sind nur einige klangvolle Kurven-Namen aus den Geschichtsbüchern der Formel 1. Die bedeutendsten Kurven des Sports werden zumeist an ihrer Tradition bemessen, diesbezüglich hat „Turn 8“ in Istanbul vielleicht einen weniger geheimnisvollen Nimbus als die historischen Gegenstücke auf anderen Strecken, doch die längste Kurve des aktuellen Rennkalenders hat sich ihren Ruf seit dem Jahr 2005 redlich verdient. Die 640 Meter lange Kurve knickt um ungefähr 200 Grad links ab und gilt als eine der Lieblingskurven der Formel 1-Fahrer.

„Turn 8“ ist die längste Kurve der Saison. Wie sehen die Schlüsselfaktoren aus?
„Turn 8“ ist 640 Meter lang – das sind 12 Prozent der gesamten Rundenlänge von 5,338 km. Die Piloten durchfahren die Kurve in 8,5 Sekunden, was 10 Prozent des aktuellen Rundenrekords von 1:24.770 Minuten aus dem Jahr 2005 entspricht. Die Fahrer wählen im Normalfall drei Scheitelpunkte, von denen der langsamste bei 260 km/h liegt, die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Kurve beträgt 270 km/h.

Wie sieht der Vergleich zu anderen langen und schnellen Kurven im Rennkalender aus?
„Turn 8“ stellt eine einzigartige Kombination aus sehr hohen Geschwindigkeiten und Belastungen dar. Die Kurvenverweildauer ist in den Kurven eins und zwei in Schanghai mit 8,7 Sekunden länger als in „Turn 8“, allerdings wird dieser Wert beim Bremsen erreicht und nicht bei dauerhaft hoher Geschwindigkeit. Zum Vergleich: Die Kurvendauer in der Parabolika in Monza beträgt 7,6 Sekunden und in „Turn 3“ in Barcelona 7,4 Sekunden. Mit Blick auf die Geschwindigkeit sind die 130R in Suzuka (3,7 Sek., 315 m) sowie Copse in Silverstone (3 Sek., 240 m) vergleichbare Kurven – jedoch ist die Verweildauer in beiden Kurven nur halb so lang wie in „Turn 8“. Die zweit- und drittlängsten Kurven sind die Parabolika in Monza (470 m) und Pouhon in Spa (460 m) – beide sind aber mehr als 25 Prozent kürzer als „Turn 8“.

Wie hoch sind die G-Kräfte, welche die Fahrer in „Turn 8“ erleben?
Der Höchstwert sind 5G, wobei für zwei Sekunden 4,5G erreicht werden. Die durchschnittliche G-Kraft in der Kurve beläuft sich auf 3,5G.

Welche Anforderungen stellt die Kurve an die Reifen?
„Turn 8“ beansprucht die Reifen von allen Kurven im Rennkalender am härtesten. Obwohl die Kurve nur 12 Prozent der gesamten Rundenlänge ausmacht, ist sie allein für ungefähr 40 Prozent der Reifenbelastung auf einer Runde im Istanbul Park verantwortlich. Am meisten belastet wird das rechte Vorderrad.

Welchen Kräften sind die Autos in der Kurve ausgesetzt?
Die Aufhängung wird in der Kurve mit über 10.000 N belastet – das entspricht einer Kraft von 1.000 kg oder über 150 Prozent des Fahrzeuggewichts. Die durchschnittliche Belastung am rechten Vorderrad sind 7.000 N. Aufgrund der unebenen Streckenoberfläche zwischen dem ersten und zweiten Scheitelpunkt werden die Fahrer in der Kurve auch vertikalen G-Kräften ausgesetzt, die zwischen +0,5G und -0,8G schwanken und auf sie hart einwirken.

Wie wird das Auto für die Kurve abgestimmt?
Die Kurve muss beim Fahrzeugsetup besonders berücksichtigt werden, allem voran beim Radsturz und der Bodenfreiheit, insbesondere an der Hinterachse des Autos.

Was halten die Fahrer von der Kurve?
Für den siebenfachen Weltmeister Michael Schumacher ist die Kurve „nicht besonders schwierig zu fahren, aber eine der längsten im Rennkalender und ziemlich schnell“. Die Leistung in der Kurve ist abhängig vom Auto: „Sie belastet die Reifen sehr stark. Wie man die Kurve durchfährt, ist sehr vom Auto und dessen Setup abhängig. Dieser Kompromiss könnte knifflig sein, also warten wir einfach ab, wie es sich entwickelt.“ Für Nico Rosberg ist die Kurve in Folge der hohen Geschwindigkeit und der damit verbundenen G-Kräfte hingegen „eine der größten Herausforderungen des Jahres“. „Wenn ich meine Traum-Formel 1-Rennstrecke entwerfen müsste, wäre diese Kurve garantiert darin enthalten."

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