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“In diesem Jahr geht es nicht nur darum, das schnellste Auto zu haben – es geht auch darum, alles richtig zu machen.”

“In diesem Jahr geht es nicht nur darum, das schnellste Auto zu haben – es geht auch darum, alles richtig zu machen.”

Nach den ersten drei Überseerennen haben wir uns mit dem Chefstrategen des Teams, James Vowles, unterhalten. Er verrät uns, wie der Einfluss der neuen Pirelli-Reifen, die Rückkehr von KERS und die Einführung von DRS auf der Strecke funktionierten.

1) Welches der ersten drei Überseerennen war die größte strategische Herausforderung?

Wir sind bislang erst drei Rennen gefahren, aber aus strategischer Sicht sticht jenes in Melbourne heraus. Dort sind wir zum ersten Mal mit den Pirelli-Reifen ein Rennen gefahren und haben erstmals gesehen, wie das Auto im Vergleich zu den anderen Teams mit den Reifen umgeht. Deshalb mussten wir viele strategische Variablen berücksichtigen. Während des Rennens probierten die Teams alles aus... ein, zwei und drei Stopps. Wir haben gehört, dass manche Teams sogar über vier Stopps nachgedacht haben! Solche Momente sind eine sehr große Herausforderung und man muss schnell auf eine Vielzahl an Informationen reagieren – und gleichzeitig die neuen Reifen kennen lernen. Schanghai war ebenfalls eine Herausforderung, aber auf eine andere Weise. In Schanghai hatten wir ein Auto, das an der Spitze mithalten konnte, was einerseits zusätzlichen Druck bedeutet, aber andererseits auch mehr Spannung.

2) Welches Rennen lieferte die größte Belohnung?

Das war ohne Zweifel Schanghai. Wir hatten wahrscheinlich das drittschnellste Auto, aber führten das Rennen dank einer guten Strategie, guten Boxenstopps und einer tollen Fahrt von Nico an. Die Leidenschaft, Rennen zu gewinnen, hat uns in die Formel 1 getrieben und deshalb leben und atmen wir den Sport – genau das haben wir in Schanghai gemacht. Leider konnten wir es nicht bis zum Ende durchziehen, denn es gab einige Probleme, das wussten wir, aber entscheidend ist, dass wir vorne mitgekämpft haben und darauf haben wir alle hingearbeitet.

“Wenn man einen Reifen falsch nutzt, verliert man nicht nur Zehntel, sondern Sekunden.”

3) In diesem Jahr gibt es neue Reifen von Pirelli. Wie sehen die Lehren bislang aus? Sind die Reifen der wichtigste Performance-Faktor in der Formel 1?

Die Reifen sind momentan das wichtigste Einzelteil des Autos. Die Aerodynamik hilft, die Reifen auf den Boden zu drücken und die Mechanik balanciert die Belastung der Reifen aus. Die Reifen waren schon immer eines der wichtigsten Teile am Auto, aber jetzt ist es noch wichtiger, wie man sie verwendet. In diesem Jahr erwartet uns eine gänzlich neue Herausforderung – die Lernkurve bei den Reifen, denn wir sind alle für viele Jahre die Bridgestone-Reifen gefahren und gewohnt, ber sie haben aber auf eine andere Weise funktioniert.

Der Unterschied zu den Pirellis ist, dass sie sich je nach Strecke, der Streckencharakteristik, den Kurven, den Bedingungen und der Fahrweise des Piloten anders verhalten. Sie bestimmen nicht als einziger Faktor die Performance – die Aerodynamik ist natürlich auch weiterhin unglaublich wichtig -, aber es ist fair zu sagen, dass die Reifen in dieser Saison wichtiger sind als in den letzten Jahren. Wenn man einen Reifen falsch nutzt, verliert man nicht nur Zehntel, sondern Sekunden.

4) In diesem Jahr wird wieder mit KERS gefahren und DRS ist neu. Welchen Einfluss hatten diese Systeme auf die Arbeit an der Strecke?

Das Tolle an dieser Saison ist, dass es so viele Überholmanöver gegeben hat und die Rennen richtig dynamisch geworden sind. DRS ist eindeutig ein Vorteil, genauso wie KERS. Beide bringen eine Herausforderung und etwas Verwirrung in die Performance-Berechnungen. Es ist schwierig, zu sagen, was die anderen Teams tun, besonders in Bezug auf KERS. Der Rundenzeitenunterschied kann manchmal in Sekunden gemessen werden. Es wird schwieriger, die Leistung der anderen Teams an einem Rennwochenende einzuschätzen.

Der zweite Faktor ist, dass die Fahrer im Cockpit viel mehr zu tun haben. Unsere Aufgabe ist es, die Systeme und deren Bedienung zu optimieren, deshalb sprechen wir stetig mit ihnen über den Funk und arbeiten mit ihnen in der Fabrik, etwa im Simulator.

“Die Türkei sollte Schanghai ähneln. Wir erwarten eine Mischung verschiedener Strategien und viele Boxenstopps...“

5) Als nächstes steht das Rennen in der Türkei an. Wie sieht die strategische Herausforderung im Istanbul Park aus?

Zunächst müssen wir einmal festhalten, dass wir in den ersten drei Rennen noch keine einzige Safety-Car-Phase hatten – das ist ungewöhnlich. In Rennen mit so vielen Überholmanövern und mit so vielen Autos, die nah hintereinander fahren erwartet man normalerweise, dass das Safety Car ausrücken muss. In der Türkei besteht keine hohe Wahrscheinlichkeit für Safety Car-Einsätze, vor allem wegen des Streckenverlaufs und der geräumigen Auslaufzonen, also wird das Safety Car keine große Rolle bei den Strategieüberlegungen spielen. Bislang erlebten wir in der Türkei noch kein Regenrennen, also erwarten wir im Normalfall auch, dass es trocken sein wird, obwohl das Rennen in diesem Jahr einige Wochen früher stattfindet und die Wettervorhersage momentan von kühleren Temperaturen ausgeht. Das Wetter soll weniger stabil sein, als wir es gewohnt sind.

Was in der Türkei hervorsticht ist, dass die Strecke gegen den Uhrzeigersinn befahren wird und sie mit den Kurven 7, 8 und 9 einzigartige Stellen besitzt. In diesem Jahr haben die Autos die Reifen bislang anders genutzt, das könnte in der Türkei angesichts dieser Kurvenfolge entscheidend werden. Über die Strategie lassen sich noch keine Vorhersagen machen, so lange wir nicht gesehen haben, wie sich die Reifen am Freitag verhalten. Mein Gefühl sagt mir, dass es ähnlich wie in Schanghai aussehen wird. Wir erwarten eine Mischung verschiedener Strategien und viele Boxenstopps. Es wird sicher interessant!

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