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INSIDE: Die Höhenlage von Mexiko Stadt meistern

INSIDE: Die Höhenlage von Mexiko Stadt meistern

Es gibt keinen zweiten Austragungsort im Formel 1-Kalender wie das Autódromo Hermanos Rodríguez.

Die Höhenlage hat direkten Einfluss auf die Performance

Aber es sind nicht nur die lautstarken Zuschauermengen, die den Mexiko Grand Prix zu etwas Besonderem machen. Mit einer Lage von 2.200 Metern (7.218 Fuß) über dem Meeresspiegel ist die Strecke in Mexiko Stadt die höchste im aktuellen Formel 1-Kalender. Diese Höhenlage hat direkten Einfluss auf die Performance des Autos und stellt alle Teams und Motorenhersteller vor eine einzigartige Herausforderung.

Zuvor war Interlagos in Brasilien der Austragungsort mit der höchsten Lage im Grand Prix-Kalender. Der hügelige Kurs liegt durchschnittlich auf 800 Metern über dem Meeresspiegel. Aber Mexiko überbietet diesen Wert locker. Die Höhenlage von 2.200 Metern führt zu einem deutlich verringerten Umgebungsluftdruck, was wiederum eine verringerte Luftdichte bewirkt. Somit stehen nur 78% des Sauerstoffgehalts auf Höhe des Meeresspiegels zur Verfügung, was dazu führt, dass der Verbrennungsmotor (ICE) weniger Leistung produziert.

Ganz besonders auf der 1,2 km langen Start-/Zielgeraden

Um diesen Leistungsverlust wettzumachen, muss sich der Turbolader schneller drehen und besonders hart arbeiten, um Luft in die Power Unit zu befördern und so den Mangel an eintretendem Sauerstoff im Verbrennungsmotor auszugleichen. Dadurch werden die Haltbarkeit und Effizienz des Turbos umso entscheidender. Bemerkenswerterweise kann die 2017er Power Unit mittels dieser Methode einen Großteil der verlorenen Performance zurückgewinnen. Bei dem Versuch, die dünnere Luft zu kompensieren, muss der Kompressor jedoch härter arbeiten, wodurch die Temperaturen steigen. Durch die höhere Einschaltdauer des Kompressors läuft mehr Hitze durch die Luft- und Wassersysteme. Die Folge ist eine höhere Belastung der mechanischen Elemente innerhalb der Power Unit – und all das auf einem Streckenlayout, das den Motor ohnehin schon stark belastet. Ganz besonders auf der 1,2 km langen Start-/Zielgeraden, die unter Volllast befahren wird.

Der Umgang mit den Temperaturen in der Power Units ist in Mexiko eine Herausforderung, da das obere Ende der sogenannten „Kühl-Kurve“ erreicht wird. Die niedrigere Luftdichte erschwert die Kühlung der Autos und steigert die Belastung für luftabhängige Systeme wie die Kühler, die Bremsen, das Getriebe und die Power Unit. Deshalb muss die Karosserie des Autos weiter geöffnet werden. Zudem werden größere Bremsbelüftungen und zusätzliche Lufteinlässe installiert. Um diesen Schwierigkeiten entgegenzuwirken, verbrachte das Team von Mercedes-AMG High Performance Powertrains (HPP) in Brixworth vor dem Mexiko Grand Prix viel Zeit mit Simulationen und ließ die Power Units bi ähnlichen Bedingungen wie in Mexiko auf dem Prüfstand laufen. Dadurch sollen böse Überraschungen vermieden werden. Nichtsdestotrotz ist es eine schwierige Aufgabe.

F1-Fiesta auf über 2.000 Metern Höhe

Die dünnere Luft in Mexiko Stadt verlangt selbst den hoch entwickelten, modernen Formel 1-Hybrid-Motoren alles ab. Und während der Mangel an Luft wahrscheinlich nicht zu einer wirksamen Performanceveränderung führen wird, trifft er die Teams definitiv auf der Aero-Seite, da sie die Karosserie zur zusätzlichen Kühlung öffnen müssen. Obendrein führt die dünne Höhenluft (20% weniger Dichte als auf Höhe des Meeresspiegels) dazu, dass die Autos mit maximalem Abtrieb versehen werden müssen – auf demselben Niveau wie in Monaco oder Singapur.

Der Abtrieb und der Luftwiderstand verhalten sich proportional zur Luftdichte. Somit bewirkt eine Verringerung der Luftdichte um 20% eine ebenso hohe Verringerung des Abtriebs sowie des Luftwiderstands. Zum Vergleich: Zwischen einem „Low-Downforce“-Aerodynamikpaket für Monza und einem „High-Downforce“-Paket für Budapest erwarten die Teams einen Abtriebs-Verlust von 10% sowie eine Verringerung des Luftwiderstands um 15%. Trotz der Abstimmung auf hohen Abtrieb und des Einsatzes von größeren Flügeln erreichen die Autos unglaubliche Geschwindigkeiten. Der beste Beweis dafür ist der Spitzenwert von 372,5 km/h aus dem Qualifying im vergangenen Jahr.

Die schwindelerregende Höhenlage von Mexiko Stadt mag eine harte Nuss darstellen, aber es ist auch eine willkommene High-Speed-Herausforderung für die Fahrer und Teams bei der F1-Fiesta auf über 2.000 Metern Höhe!

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