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INSIDE: Einzigartiges Monaco

INSIDE: Einzigartiges Monaco

Monaco ist ein Rennen wie kein anderes. Man muss kein F1-Liebhaber sein, um das zu wissen. Der enge und winklige Kurs durch die Straßen von Monte Carlo ist ein einmaliger Rückblick in die Zeiten von Fangio oder Caracciola. Selbst Jahrzehnte danach ist er noch immer das Kronjuwel im Formel 1-Rennkalender.

Dieses Rennen möchte jeder Fahrer in der Startaufstellung gewinnen – oder erneut gewinnen, wie es bei Lewis Hamilton der Fall ist. Aber ein Sieg im Fürstentum ist anders als ein Erfolg auf jeder anderen Strecke. Der großartigste Grand Prix von allen stellt eine einzigartige Herausforderung dar – sowohl für die Fahrer als auch für die Teams.

Monaco ist die ultimative Fahrer-Strecke. Ein Kurs, auf dem es vor allem auf Präzision ankommt. Die Fahrer verbringen vor dem Rennwochenende viele Stunden in der Fabrik, um sich auf dieses eine Rennen einzustellen und vorzubereiten. Einige gehen sogar noch einen Schritt weiter...

„Das mache ich schon seit einer langen Zeit“, verrät Lewis. „Ich verbringe viel Zeit mit den Ingenieuren in der Fabrik, um die letzten Rennen zu verstehen. Erst kürzlich bin ich abends in meinem Smart die Strecke abgefahren und habe sie mir gedanklich dabei vorgestellt. Das ist aber nicht ganz so einfach, wenn viele Autos um dich herum sind!“

Beim Rennfahren in Monaco geht es für Lewis vor allem darum, zum richtigen Zeitpunkt seine Bestleistung abzurufen. Der Fahrer muss während des Wochenendes ein Gefühl entwickeln und mit der Veränderung der Strecke Selbstvertrauen sowie Schwung aufbauen. Dieser Prozess beginnt bei der ersten Ausfahrt am Donnerstag im 1. Training. Die Fahrer pushen etwas mehr, flirten einen Bruchteil länger mit den Leitplanken und bremsen einen Hauch später. All das entwickelt sich mit der Zeit von selbst.

„Am Wichtigsten ist, dass du nicht versuchst, zu rennen bevor du laufen kannst“, erklärt Lewis. „Du musst deine Pace kontinuierlich steigern. Damit du dann bei deinem zweiten Run im Q3 bei 100% angekommen bist.“

Man kann oft Fahrer beobachten, die in den ersten Sessions schnell waren und dann im 3. Training am Samstagvormittag abfliegen, weil sie etwas zu früh zu stark gepusht haben. Monaco verzeiht keine Fehler. Wenn der Fahrer seinen Brems- oder Einlenkpunkt nur um wenige Millimeter verpasst, endet er in der Leitplanke. Und wer ein Training in Monaco verpasst, hat schwer damit zu kämpfen, um sich davon zu erholen.

„An diesem Wochenende musst du in absoluter Topform sein”, erklärt Valtteri. „Du musst dich voll auf ein mental sehr anstrengendes Wochenende konzentrieren. Du musst dich auf jeder Runde auf jedes Auto konzentrieren, denn jeder Fehler kostet dich.“

Hinzukommt die neue Herausforderung der breiteren, schwereren und schnelleren Autos in dieser Saison. „Wir haben an diesem Wochenende neue Autos, die breiter und schneller sind. Das wird eine riesige Herausforderung“, sagt Lewis. „Man muss versuchen, das Auto so nah wie möglich ans Limit zu pushen. Das wird eine echte Bewährungsprobe für deine Auffassungsgabe, wo sich das Auto befindet. Ich bin mir sicher, dass es einige Leitplankenküsse geben wird...“

Monaco ist das eine Mal im Jahr, bei dem der Grand Prix sich beinahe wie eine Art Rahmenprogramm anfühlt. Zwischen all den Party-Booten und Superstar-Promis ist es eine der größten Herausforderungen für die Fahrer, ein Wochenende ohne Ablenkungen zu verbringen.

Um die Erschöpfung zu bekämpfen, stellen die Ingenieure sicher, dass ihre Fahrer genügend Zeit zum Abschalten erhalten. Das ist aber gar nicht so einfach, da Monaco ein anstrengendes Wochenende mit viel Medien- und Marketing-Aufgaben ist. Es ist allerdings entscheidend, den Fahrern die Möglichkeit zu geben, sich von dem intensiven Wochenende und dem enormen Druck zu erholen.

„Auf dieser Strecke kommt es auf die mentale Stärke an“, sagt Lewis. „Du musst konzentriert und klar sein. Auch die Erfahrung spielt hier eine Rolle. Sie hilft dir enorm dabei, das Auto abzustimmen.“

Schlussendlich geht es am Monaco-Wochenende vor allem um Kompromisse. Angefangen bei der Abstimmung der Autos. Der Kommandostand ist zum Beispiel eine Etage über den kompakten Boxen untergebracht und nicht an der Start-/Zielgeraden wie auf jeder anderen Strecke.

Normalerweise müssen die Ingenieure heutzutage die Autos nicht sehen, um ihre Arbeit zu erledigen. Sie vertrauen auf spezielle Strategie-Software und Live-Informationen als visuelle Hilfen. Dennoch sehen sie gerne, was in der Box vor sich geht. In Monaco müssen die Leute am Kommandostand auf Kameras vertrauen, die ihnen zeigen, was passiert. Es mag einfach erscheinen, aber eine gute Kommunikation ist in einem solchen Umfeld umso wichtiger.

Auch aus logistischer Sicht ist Monaco eine knifflige Angelegenheit. Der Platzmangel in der Box sorgt dafür, dass sich die Ingenieure ihre Büros mit Frontflügeln, Unterböden und Hydrauliksystemen teilen. Durch die vielen Rahmenrennen während des Wochenendes müssen sie auch mit einer ständigen Lärmbelästigung leben, wenn die Autos während der wichtigen Debriefings vorbeifliegen.

Eine Etage tiefer gibt es aber auch nicht viel mehr Platz. Die Reifentechniker müssen beispielsweise unten im Hafen arbeiten. Somit müssen sie alle Reifensätze in die Boxengasse tragen, wann immer sie dort gebraucht werden. Der Grund dafür ist einfach: Es ist einfach nicht genügend Platz vorhanden. Diese Faktoren sorgen für zusätzlichen Druck an einem ohnehin schon harten Wochenende für das Team.

Bei der Strategie spielt zudem die Position auf der Strecke eine entscheidende Rolle. Wer den Monaco Grand Prix anführt, möchte diese Platzierung unbedingt verteidigen und damit seinen Vorteil behalten. Niemand möchte dem Verfolger freie Fahrt gewähren und damit die Möglichkeit geben, ihn mittels der Strategie zu überholen.

Tatsächlich hält sich der Führende oftmals zurück, aus Angst später im Stint mit abgefahrenen Reifen den Vorteil zu verlieren. Die diesjährigen Reifen bieten eine neue Herausforderung, da die Teams davon ausgehen, dass sie die komplette Renndistanz sowohl mit dem ultraweichen als auch dem superweichen Reifen zurücklegen können. Diese niedrige Abbaurate bedeutet einen geringen Unterschied zwischen den Reifen, was das Überholen noch schwieriger machen dürfte.

All diese Faktoren machen Monaco zur härtesten Nuss, die ein F1-Fahrer knacken muss. Inmitten all der Jachten, glamourösen Gäste und VIP-Veranstaltungen kommt es darauf an, die 3,337 km lange, wellige Asphaltband bestmöglich zu meistern. „Monaco ist stets eine riesige Herausforderung“, sagt Valtteri mit einem Lächeln im Gesicht. „Wir leben für solche Herausforderungen.“

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