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    INSIDE: Gedankenspiele aus Mexiko... Hier sind einige der Geschi...

Hier sind einige der Geschichten, die ihr in Mexiko vielleicht verpasst habt!

Er macht den Unterschied aus

Diese Einschätzung hat Toto nach dem fünften Titelgewinn von Lewis abgegeben, mit dem der Brite in Mexiko mit dem legendären Juan Manuel Fangio gleichzog. Während Fangio seine Weltmeisterschaften in den Jahren 1951, 1954, 1955, 1956 und 1957 gewonnen hat, schaffte es Lewis in den Saisons 2008, 2014, 2015, 2017 und 2018.

Rückblickend glaubt Toto, dass der fünfte Gewinn des Fahrer-Titels in Serie der härteste gewesen ist - denn im Kampf gegen Ferrari und Sebastian Vettel ging es hin und her.

"Lewis hat den Unterschied ausgemacht", sagte er. "Unser Auto war zeitweise am schnellsten, aber dann wieder nicht. Manchmal, wie heute, war es ein F3-Auto! Aber es ist der beste Lewis Hamilton, den ich in den letzten sechs Jahren gesehen habe. Er ist besser gefahren und auch außerhalb des Autos verbessert. Er ist einfach komplett."

"Eine seiner größten Stärken ist es, ruhig zu bleiben und seine Nerven im Griff zu haben. Er war immer stabil. Seine Leistungen im Rennen waren schon immer eine seiner größten Stärken und in diesem Jahr waren sie der Schlüssel."

"Der fünfte Titelgewinn ist ein besonderer Moment. Ich habe Herrn Fangio nicht gekannt, nur über ihn gelesen. Aber alle Großen haben eines gemeinsam: harte Arbeit, Intellekt und emotionale Intelligenz. Alle großen Weltmeister haben diese Fähigkeiten und wenn nur eine fehlt, kann man immer noch ein erfolgreicher Rennfahrer werden, aber man erreicht nicht diese Größe."

Trotz der vielen Wendungen glaubt Toto, dass der entscheidende Wendepunkt in Monza war, als das Team eine fantastische Performance mit einem weiteren Sieg in Singapur bestätigte. Und das auf einer Strecke, die bislang eher als Angststrecke galt.

Als Vettel gefragt wurde, ob sein Abflug in Deutschland oder sein Dreher auf der ersten Runde in Monza der entscheidende Wendepunkt gewesen sei, antwortete er interessanterweise: "Keines von beiden. Für mich war es Singapur. Wir hatten einfach nicht die Pace, um für ein paar Rennen mit Mercedes mitzuhalten."

Ein denkwürdiger Moment nach dem Rennen in Mexiko ist, wie sich der Deutsche von seinem TV-Interview mit David Coulthard losriss, um zu Lewis zu gehen und ihm zu seiner Leistung zu gratulieren. Das war ein Moment der Sportlichkeit und des gegenseitigen Respekts.

"Ich habe ihm nur gratuliert", sagte Vettel. "Ich denke, dass er das ganze Jahr über super gefahren ist und der Bessere von uns beiden gewesen ist. Ich habe ihm gesagt, dass er es verdient hat und er es genießen soll - Titel Nummer 5 ist etwas Unglaubliches. Ich habe ihn gesagt, dass er nächstes Jahr weiter pushen soll. Er muss in Bestform sein, damit ich wieder gegen ihn kämpfen kann."

Einer abgehakt, einer noch offen

Der fünfte Fahrer-Titel von Lewis mag eingetütet sein, aber die fünfte Konstrukteurs-Weltmeisterschaft für das Team in Folge ist noch offen.

In Suzuka und Austin warnte Toto davor, dass im Motorsport alles möglich ist und man nicht vom Pokal träumen darf, so lange man ihn nicht in der Hand hält. In Mexiko bewahrheitete sich dies, da das Team dort das schwächste Rennen der Saison zeigte.

Die harte Realität abseits der WM-Feierlichkeiten von Lewis war, dass er Vierter wurde und 78 Sekunden auf den Sieger Max Verstappen verloren hat. Valtteri wurde als Fünfter überrundet.

Die Plätze zwei und drei für Vettel und Kimi Räikkönen brachten Ferrari 33:22 Punkte gegenüber Mercedes und verringerten den Abstand in der Konstrukteurs-Wertung auf nur noch 55 Punkte.

"Während der Fahrer-Titel mehr beachtet wird, zahlt die Konstrukteurs-WM die Hypotheken, Hochschulen und Weihnachtsgeschenke!", betonte Toto. "Und diese ist noch nicht gewonnen und völlig offen."

Selbst im Moment des Triumphs dachte Lewis darin, dass die Formel 1 ein Mannschaftssport ist.

"Ich bin gerade etwas in einem emotionalen Zwiespalt", sagte er nach dem Rennen. "Ich hatte ein hartes Rennen, das ich gewinnen wollte. Mein Start war klasse und dann wurde es immer schlimmer. Wir müssen immer noch die Konstrukteurs-WM gewinnen, heute haben wir einige Punkte auf Ferrari verloren und ich möchte es für das Team schaffen. Noch gibt es zwei Rennen zu gewinnen!"

Der Doppelausfall von Österreich hält das Team auf Trab, bis der Titel mathematisch sicher ist. Damit das klappt, muss das Team Brasilien mit einem Vorsprung von 43 Punkten auf Ferrari verlassen. Ansonsten geht es bis zum Saisonfinale in Abu Dhabi. Weitere 31 Punkte aus den beiden verbleibenden Rennen in Brasilien und Abu Dhabi reichen auf alle Fälle für den Titelgewinn. Der Punkte-Durchschnitt des Teams in dieser Saison liegt bei 30,78.

Sonntag der Fragezeichen

Die Basis-Wettbewerbsfähigkeit des W09 war in Mexiko nicht schlecht. Die Qualifying-Zeit von Lewis war nur 0,14 Sekunden hinter der Pole-Zeit von Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo und beinahe ein Zehntel schneller als die des besten Ferrari von Sebastian Vettel.

Aber wie schon 2017 dominierte Red Bull das Rennen. Die Höhenlage des Autódromo Hermanos Rodríguez scheint den Fahrzeugen mit Renault-Antrieb zu liegen und sie weniger zu beeinträchtigen als ihre Konkurrenten. Zudem spielt sie den Stärken des RB14 bei viel Abtrieb in die Hände.

Somit war es von Anfang an eine schwierige Aufgabe, die Red Bull in Mexiko zu schlagen. Aber das Problem für den W09 war die Performance auf allen drei Reifenmischungen von Pirelli: den HyperSoft, UltraSoft und SuperSoft.

"Ich glaube, dass wir keine einzige Runde hatten, bei der wir die Reifen zum Funktionieren gebracht haben", gab Toto zu. "Unser Auto funktionierte auf den Reifen überhaupt nicht und ich habe keine Erklärung dafür. Diese Schwankungen sind sehr schwierig."

Die Ingenieure bestätigten, dass es 2018 Rennen gegeben hat, bei denen die Reifen-Performance des W09 gleich oder besser als der Durchschnitt war. Aber Mexiko war ein Ausreißer.

Im Freitagstraining war der HyperSoft-Reifen ein empfindlicher Reifen, den man im Q2, wenn möglich, besser vermeiden sollte und so war es auch für die Top-3-Teams. Entsprechend ging das Team mit einer geplanten Ein-Stopp-Strategie in das 71 Runden lange Rennen. Der erste Stint sollte auf den UltraSoft-Reifen gefahren werden und danach sollte ein Wechsel auf SuperSoft erfolgen.

Lewis hatte einen guten Start von P3 und kam hinter Verstappen als Zweiter aus der ersten Kurvenkombination heraus. Ricciardo und Vettel lagen dahinter.

Der geplante erste Stint war schlimmstenfalls zwölf Runden lang, im besten Fall sollten es 14 oder 15 Runden werden. Die elf Runden Stints von Lewis und Valtteri lagen also knapp dran. Aber Lewis beklagte sich schon in Runde sieben über empfindliche Reifen.

In runde neun fielen die Rundenzeiten von Lewis und Valtteri deutlich ab und es war zu erkennen, dass die Performance der Silberpfeile auf den UltraSofts früher und deutlicher abfiel als bei den Gegnern. Deshalb der frühe Doppelstopp, der machbar war, weil Valtteri zehn Sekunden hinter Lewis zurückgefallen war.

Zu diesem Zeitpunkt sah die Pace von Verstappen zu gut aus, um dagegen halten zu können, aber nach den ersten Stopps (Ferrari fuhr bis Runde 17) lag Lewis immer noch auf Platz zwei - vor Ricciardo und Vettel. Entsprechend hoffte das Team, dass die Performance auf den SuperSoft besser sein würde.

Aber das war sie nicht. Nach nur zehn Runden im zweiten Stint meldete Lewis, dass die Reifen nicht mehr toll waren: "Ich habe zu kämpfen!"

Beinahe zeitgleich sagte Ricciardo seinem Team, dass er Schwierigkeiten mit dem linken Vorderreifen spürte.

Alle hatten Probleme mit Graining, aber in unterschiedlichen Ausprägungen. Faktoren wie die Strecken-/Umgegungstemperatur, das Setup und der Fahrstil beeinflussen das Graining. Dieses tritt einfach ausgedrückt dann auf, wenn die seitlichen Kräfte hoch genug sind, dass der Gummi nicht mehr am Boden klebt, sondern anfängt, auseinanderzufallen.

Normalerweise leiden die Vorderreifen am stärksten, weil sie beim Lenken am härtesten arbeiten müssen. Das führt zu weniger Grip und dem Gefühl, dass die Hinterreifen, die mehr Grip bieten, die Vorderreifen schieben - Untersteuern. Dadurch steigt die Rundenzeit an.

Graining beginnt normalerweise am Punkt der höchsten Belastung und arbeitet sich dann seinen Weg über die Oberfläche des Reifens bis es wieder relativ ausgeglichen ist und sich wieder eine neutralere Balance einstellt. Das ist der Fall, wenn ein Fahrer berichtet, dass sich die Reifen wieder gesäubert hätten.

Aber wenn das Graining zu aggressiv ist, zu stark, dann ist nicht mehr genügend Gummi übrig und die Performance ist verloren. In Mexiko zeigten sich bei Lewis und Ricciardo beide Enden dieses Spektrums auf den SuperSofts.

Während der Führende Verstappen scheinbar keine Probleme hatte, fiel Ricciardo durch das Graining mehr als 20 Sekunden hinter seinen Teamkollegen zurück - nachdem ihn Vettel in Runde 34 überholt hatte. Und mehr als fünf Sekunden hinter Lewis. Vettel konnte aufholen und fünf Runden später Lewis für Platz zwei überholen.

In Runde 40 hatte sich Ricciardos Graining gebessert und er konnte seine Pace um beinahe eine Sekunde verbessern und so wieder auf Lewis aufholen und ihn beim Anbremsen von Kurve eins überholen, als Lewis sich beim Verteidigen verbremste und seinen linken Vorderreifen stehen ließ.

"Diese Reifen sind fertig...", meldete Lewis, der danach sofort an die Box ging und einen gebrauchten Satz UltraSofts aufziehen ließ.

Valtteri hatte eine Runde später beinahe eine Kopie dieses Vorfalls in Kurve eins, als er versuchte, sich gegen Räikkönen zu verteidigen. Was auch immer die Schwierigkeiten des Teams verursachte, es war an beiden Autos der Fall. Auch Valtteri kam noch einmal an die Box.

Zur Gleichen Zeit entschied sich Vettel trotz seines längeren ersten Stints für einen zweiten Stopp und den Wechsel auf neue UltraSofts. Er kam vier Sekunden hinter Ricciardo heraus.

Angesichts der Tatsache, dass er den Red Bull bereits einmal überholt hatte und er nun auf frischeren Reifen unterwegs war, hätte man erwarten können, dass es beim zweiten Überholversuch einfacher gehen würde. Aber dem war nicht so. In den folgenden 13 Runden kam er bis zum Ausfall des Australiers in Folge eines mechanischen Defekts nicht an ihm vorbei.

Das beweist, dass sich die Reifenperformance nach leichtem Graining erholen kann und dass ein Stopp für Red Bull und Ferrari durchaus möglich war.

Red Bull hatte keinen Nachteil darin, Verstappen ein zweites Mal hereinzuholen, nachdem Vettel drin gewesen war. Aber sie machten es nur als Vorsichtsmaßnahme gegen ein spätes Safety Car, das ihn auf alten Reifen angreifbar gemacht hätte. Und auch Ricciardo hätte es mit nur einem Stopp geschafft. Der Dritte Räikkönen kam ebenfalls nur einmal an die Box.

Der W09 litt hingegen unter aggressiverem Graining, was sich das Team in den kommenden Tagen im Detail ansehen wird. Er hatte einfach nicht den Umgang mit den Reifen, um in einem Rennen, das dem Team viele Fragezeichen offenließ, mitzuhalten.

Helden und Geschichte

Lewis gewann im zweiten Jahr in Folge den WM-Titel in Mexiko-Stadt und sprach von der Leidenschaft, der Energie und der Begeisterung der Menschen dort.

"Ich war gerade bei den TV-Interviews", sagte er. "Alle haben gelächelt, aber die Mexikaner waren super aufgeregt. Sie haben eine fantastische Kultur, das hört man an der Musik!"

Das erinnerte an den ersten der beiden Grand Prix-Siege eines Mexikaners durch Pedro Rodriguez. Der ältere der Lokalhelden, nach dem die Strecke benannt wurde.

Als Pedro 1967 überraschend den Südafrika GP gewann, hatten die Veranstalter keine mexikanische Nationalhymne parat. Also spielten sie ein mexikanisches Tanzlied! Ab diesem Moment bis zu seinem Tod bei einem Sportwagenrennen auf dem Norisring 1971 reiste Pedro immer mit einer mexikanischen Flagge und einer Platte mit der Nationalhymne im Koffer.

Viele glaubten, dass sein jüngerer Bruder Ricciardo das Zeug zum Weltmeister hatte. Nach Platz zwei in Le Mans 1960, damals stand er als jüngster Fahrer auf dem Podium, bot ihm Ferrari ein Cockpit im tragischen Italien GP 1961 an.

Er qualifizierte sich im Alter von 19 Jahren und 208 Tagen für die erste Startreihe - ein Rekord, der bis zum Belgien GP 2016 hielt, als ihn Verstappen unterbot. Er verpasste die Pole nur um ein Zehntel auf den WM-Führenden Wolfgang Graf Berghe von Trips.

Von Trips und viele Zuschauer wurden nach einer Kollision mit Jim Clark getötet. Rodriguez kämpfte mit seinen Teamkollegen Phil Hill und Richie Ginther um die Führung, bis ihn ein mechanisches Problem aus dem Rennen warf.

1962 ging Ferrari beim Mexiko GP nicht an den Start. Entsprechend fuhr Ricardo einen Lotus von Rob Walker, in dem er bei einem Unfall in der Peraltada sein Leben verlor. Als Ursache wird ein Aufhängungsschaden vermutet. Er war erst 20 Jahre alt.

Abgesehen von den Rodriguez Brüder gehören Moses Solana, Hector Rebaque, Sergio Pérez und Esteban Gutiérrez zu den F1-Startern aus Mexiko. Der ehemalige Haas- und Sauber-Fahrer war am vergangenen Rennwochenende vor Ort und ist laut Fahrerlagergerüchten im Rennen um das zweite Williams-Cockpit für 2019.

Mexiko mag nicht so viele Weltmeister wie die südamerikanischen Nachbarn aus Brasilien eingefahren haben. Aber die Leidenschaft für den Sport ist mindestens genauso hoch. 334.946 Zuschauer erlebten über drei Tage hinweg, wie Lewis auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez einen fünften WM-Titel gewann!

Etwas Gutes tun

Der fünfte Titelgewinn von Lewis war ein guter Moment, um über seinen Einfluss und seine Verantwortung als weltbekannter Megastar zu sinnieren.

Lewis ist nicht mehr nur ein Rennfahrer, er gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Welt und ist damit ein Vorbild.

"Ich habe an diesem Wochenende eine junge Rennfahrerin aus Mexiko eingeladen, weil sie keine Tickets hatte", erklärte Lewis. "Es ist verrückt, wenn man das Glänzen in den Augen dieser jungen Menschen sieht, die mich ansehen, wie ich früher Mika Häkkinen, David Coulthard, Damon Hill oder Nigel (Mansell) angesehen habe. Das ist eine sehr bewegende Erfahrung und ein wundervolles Privileg."

Die Stiftung von Tennis-Star Roger Federer möchte die Leben von Millionen von Kindern in der Schweiz und Südafrika verbessern. Und auch Lewis sieht in diesem Bereich eine Chance, etwas zurückzugeben.

"Ich möchte die Kids ermutigen", sagte er. "Ich bin mir sicher, dass die F1, zum Beispiel zusammen mit der FIA - hierzu werde ich mich ganz sicher irgendwann mit (FIA-Präsident) Jean Todt zusammensetzen - einen positiven Einfluss auf Kinder haben kann. Viele, die Rennen fahren, erhalten keine Ausbildung. Die Eltern nehmen die Kinder aus der Schule und versuchen, das Beste zu erreichen und wenn es nicht klappt, dann fallen sie auf den Hintern."

"Hoffentlich kann ich mit Jean zusammenarbeiten, damit diese Kinder, wenn sie es nicht als Rennfahrer schaffen, Ingenieure werden oder in anderen Bereichen Arbeit finden. Es gibt tausende von Menschen in diesen Teams und so viele Möglichkeiten, daran möchte ich in Zukunft teilhaben."

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