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KOLUMNE: Das Spiel mit den Schuldzuweisungen

KOLUMNE: Das Spiel mit den Schuldzuweisungen

Vorwürfe sind nur allzu menschlich. Aber dieses Spiel der Schuldzuweisungen passt überhaupt nicht zu echtem Teamwork.

Vorwürfe sind nur allzu menschlich

"Ich werde niemanden einen Vorwurf machen - und ich werde nicht zulassen, dass ihr jemandem die Schuld gebt. Das Team hat drei Weltmeisterschaften gewonnen und ich werde auf keine einzige Person mit dem Finger zeigen."

Totos Worte waren kristallklar, als die Podiums-Musik gestern Abend langsam leiser wurde und die Fragen der Medien begannen: Wie konnte eine lose Cockpitumrandung Lewis einen sicheren Sieg und damit einen Umschwung in der Weltmeisterschaft kosten?

Vorwürfe sind nur allzu menschlich. Menschen zeigen mit dem Finger auf andere und gehen Verantwortung aus dem Weg. Jemand anderes hat Schuld, nicht man selbst. Und wenn man bestraft wird, dann sollte das jemand anderes auch. Dieses Spiel der Schuldzuweisungen passt überhaupt nicht zu echtem Teamwork.

Als er die Merkmale von Hochleistungsteams untersuchte, stellte Matthew Syed fest: "Fehler sind in einer komplexen Welt unvermeidlich. Der Schlüssel ist es, daraus die Lehren zu ziehen und es als einen dynamischen Veränderungsprozess anzusehen."

Mit anderen Worten: Es wird immer etwas schiefgehen. Entscheidend ist, die Probleme zu lösen.

Wir werden die richtigen Lehren ziehen und uns verbessern

Heute beginnt dieser Prozess zurück in der Fabrik in Brackley. Wir werden das Design der Cockpitumrandung analysieren und uns ansehen, welche Verbesserungen wir vornehmen können. Gleichermaßen werden wir unsere Abläufe ansehen, um sicherzustellen, dass sie zukünftig gut genug sind.

Wir werden mit Ruhe und auf Fakten anstatt auf Mutmaßungen basierend den Finger in die Wunde legen. Wir werden das Problem offen, ehrlich und verantwortlich besprechen. Wir werden die richtigen Lehren daraus ziehen und uns verbessern.

Das Eigentor von gestern wird uns dabei helfen, in Zukunft siegreich zu sein. Dieser Prozess stetiger Verbesserungen liegt in der DNS der Formel 1.

Im Durcheinander nach dem Rennen kochten andernorts die Emotionen außerhalb des Cockpits über, als die Kameras liefen und die Zeigefinger hervorschnellten. So kam es zu falschen Schuldzuweisungen.

Eine ruhige Analyse der objektiven Fakten hat mit den Worten der FIA gezeigt, dass Lewis sich korrekt verhalten hat. Er behielt einen konstanten Speed und fuhr genauso wie bei jedem Re-Start während des Rennens.

Das große Gesamtbild war anders

Selbstverständlich sind solche Kontroversen Wasser auf die Mühlen der "Show". Wenn Lewis seinem Gegner nahelegt, seine Meinung von Angesicht zu Angesicht kundzutun, wird dies in den Schlagzeilen zu einem Duell im Morgengrauen oder einem fantasievollen Faustkampf aufgebauscht. Das wäre sicherlich ein spannendes Facebook Live-Video...!

Trotz all der Unruhe kam jedoch eine subtilere Wahrheit zum Vorschein. Das gestrige Ergebnis ließ Lewis um zwei Punkte zurückfallen. Aber das große Gesamtbild war anders.

Unsere Ingenieure lernen die Songs unserer Diva immer besser zu verstehen - und das zeigte sich sowohl in unserer Qualifying- als auch der Renn-Performance.

Als es beim gestrigen Grand Prix noch darum ging, absichtlich herumzufahren, statt in Dinge hineinzufahren, erbrachte der W08 in den Händen beider Fahrer eine ziemlich gute Leistung.

Das ist ein sehr ermutigendes Zeichen für die anstehenden Wochen. Wir werden weiter pushen und uns in den kommenden Tagen verbessern. Die nächste Strecke war in den vergangenen drei Jahren ein gutes Pflaster für uns. Auf geht's nach Spielberg!

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