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KOLUMNE: Ein Interview mit Auto Nr. 44

KOLUMNE: Ein Interview mit Auto Nr. 44

Im Vorfeld des Großbritannien Grand Prix hatten wir das Glück, das Auto von Lewis zu einem kurzen Gespräch zu treffen - den F1 W08 Hybrid Nr. 44.

'Jedes Mal wenn ich aus der Box fahre, fühle ich mich wie ein echtes Rennauto'

KOLUMNE: Das ist ein Novum. Uns wurde bislang noch nie ein Interview mit einem der Autos der Fahrer gewährt...

Nr.44: Dann wird es aber Zeit! Ich lese immer nur Lewis hier und Lewis da... es denkt wohl niemand darüber nach, dass ich vielleicht auch eine Rolle bei seinen Erfolgen spiele? Ohne mich ist er nur ein gut aussehender Kerl mit zwei Hunden. Ich mache ihn auf der Strecke so schnell und... Es tut mir leid – ich merke gerade, dass ich etwas in eine Schimpftirade abdrifte. Aber es ist so unfair, dass er die ganze Aufmerksamkeit erhält.

KOLUMNE: Bevor wir mehr auf Lewis eingehen, noch eine Frage zu dir: Es muss schon ein ganz besonderes Gefühl sein, ein Silberpfeil zu sein, oder?

Nr.44: Ja, das ist es! Wenn man weiß, wie viele Leute daran beteiligt sind, mich für jedes Rennen vorzubereiten, dann ist das schon richtig beeindruckend. Ich liebe es, in der Fabrik zu sein, um die ganzen Designer und Ingenieure zu treffen. Diese Jungs und Mädels sind echte Superhirne. Sie denken sich stets neue Wege aus, um mich auf der Strecke schneller zu machen. Ich mag es sehr, was sie im Verlauf eines Rennwochenendes alles an neuen Teilen an mir anbringen. Jedes Mal wenn ich aus der Box fahre, fühle ich mich wie ein echtes Rennauto.

KOLUMNE: Das ist eine seltsame Aussage - fühlst du dich sonst nicht wie ein echtes Rennauto?

Nr.44: Ich glaube, das ist ein landläufiger Trugschluss, den die Leute in Bezug auf Rennautos haben. Sie sehen sich ihr Straßenauto an und denken, dass wir genauso sind. Tatsächlich bin ich nur ein Auto, wenn ich aus der Box auf die Strecke fahre. Bis dahin werde ich auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt. Es werden Einstellungen vorgenommen und Dinge verstellt. Ihr solltet mich einmal zwischen den Rennen in der Fabrik sehen - komplett nackt. Jeder, der vorbei läuft, kann meine Kohlefaserteile sehen. Das ist manchmal ganz schön peinlich. Aber um deine Frage zu beantworten: Erst wenn ich angelassen werde und Lewis im Cockpit sitzt, fühle ich mich wie ein echtes Rennauto.

'Ich habe erst letzte Woche mit W07 44 gesnapchattet'

KOLUMNE: Toto hat dich erst kürzlich öffentlich als "eine kleine Diva" bezeichnet. Was sagst du dazu?

Nr.44: Das sagt der Richtige! Habt ihr gesehen, wie oft er während der Rennen mit der Faust auf den Tisch haut? Wir haben nach dem Kanada Grand Prix ein paar Worte in der Box ausgetauscht und da hat er sich für die Aussage entschuldigt. Das Thema ist also abgehakt.

Der Saisonstart war jedoch eine Herausforderung. Ich wurde nach einem gänzlich neuen Reglement für dieses Jahr gebaut. Entsprechend hat es einige Zeit gedauert, bis wir wussten, wie man mich richtig abstimmt und das Beste aus den neuen italienischen Schuhen herausholt, die wir in dieser Saison haben. Ich habe erst letzte Woche mit W07 44 gesnapchattet und er sagte, wie viel einfacher sein Leben nach drei Jahren an Weiterentwicklung war. Aber ich glaube, dass mich das Team jetzt besser versteht und ich hoffe für den Rest der Saison auf große Taten.

KOLUMNE: Wie hast du die, sagen wir einmal, unangemessenen Berührungen beim Rennen in Baku empfunden?

Nr.44: Niemand mag es, wenn man am Hintern betatscht wird, während man gerade versucht, sich auf einen wichtigen Job zu konzentrieren. Mir wurde schon gesagt, dass ich ein sehr attraktives Heck habe. Aber das ist keine Entschuldigung für das, was passiert ist. Und der Gentlemen in Rot hat lange gebraucht, um sich dafür zu entschuldigen. Jetzt muss ich für den Rest der Saison einfach sicherstellen, dass er viel von meinem Heck zu sehen bekommt.

'Mein Teamkollege W08 77 scheint auch viel Spaß mit Valtteri zu haben'

KOLUMNE: Wie gut kommst du mit Lewis klar?

Nr.44: Als ich vorhin gesagt habe, dass er die ganze Aufmerksamkeit erhält, war das natürlich nur ein Spaß. Ich kann mir keinen besseren Fahrer vorstellen. Er war in dieser Saison eine echte Inspiration. Seht euch doch nur mal an, was wir im Qualifying in Baku erreicht haben: Die Pole Position im letzten Augenblick! Niemand konnte mit uns mithalten. Mein Teamkollege W08 77 scheint auch viel Spaß mit Valtteri zu haben. Es war wunderbar, ihn am vergangenen Wochenende in Österreich siegen zu sehen.

KOLUMNE: Jetzt geht es für dich an diesem Wochenende zum ersten Mal nach Silverstone. Wie bereitest du dich darauf vor?

Nr.44: Die anderen W0s haben mir erzählt, wie fantastisch die Atmosphäre dort ist, besonders wenn du das Privileg hast, die Startnummer 44 zu tragen. Anscheinend kann man aufgrund der jubelnden Zuschauer seinen eigenen Motoren-Sound kaum hören. Aber worauf ich mich am meisten freue, ist der kurze 20-Minuten-Trip von meinem Zuhause in Brackley bis an die Strecke. Das ist eine schöne Abwechslung zu den langweiligen Langstreckenflügen bei den anderen Rennen. Aber jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss zu einem Meeting mit den Ingenieuren...

KOLUMNE: Vielen Dank für deine Zeit und viel Glück in Silverstone!

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