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Lewis: Die Fans haben mich wirklich angetrieben

Lewis: Die Fans haben mich wirklich angetrieben

Lewis, herzlichen Glückwunsch zum Heimsieg! Es war dein fünfter Saisonsieg - so viele hast du auch in deinem WM-Jahr 2008 gewonnen. Gleichzeitig hast du jetzt ebenso 27 Karriere-Siege wie Sir Jackie Stewart auf deinem Konto stehen. Wie fühlt sich das an?

Sehr gemischt. Es ist unglaublich, die ganze Unterstützung zu sehen. Jeder hat uns das gesamte Rennen über angefeuert. Das sind wirklich die besten Fans überhaupt. Die Fans haben mich angetrieben - vielen Dank dafür!

Die Feierlichkeiten nach dem Rennen waren außergewöhnlich. Wie hast du dich auf der Auslaufrunde gefühlt?

Es ist schwierig, diese Gefühle zu erklären. Das Team hat unglaubliche Arbeit abgeliefert. Wir gingen mit Weiterentwicklungen und Verbesserungen an unserem Auto ins Wochenende und ich arbeite sehr eng mit meinen Ingenieuren zusammen - egal wie das Ergebnis aussieht. Sie unterstützen mich so sehr. Ein Team voller so guter Leute um dich herum zu haben macht einen Unterschied. Ich habe einige Donuts gedreht, also hoffe ich, dass dem Getriebe nichts passiert ist! Ich weiß, wie sehr die Fans hier das lieben und es war wirklich wichtig, zumindest einen für sie zu versuchen. Drücken wir die Daumen, dass alles okay ist.

Nach dem Rennen hast du im Funk zum Team gesagt: "Es tut mir leid wegen gestern." Wie hast du den Rückschlag im Qualifying überwunden?

Es war wirklich ein sehr schwieriger Tag für mich. Man rechnet nie damit, dass solch eine Situation entstehen könnte. Ich fühlte mich wirklich sehr schlecht wegen der Fans. Ich erfahre hier so viel Unterstützung und ich hatte das Gefühl, dass ich sie im Stich gelassen hatte. Nicht nur sie, auch das gesamte Team und mich selbst. Es war meine Priorität, zurückzukommen und diese Leere in ein positives Ergebnis umzusetzen. Die Unterstützung war unglaublich an diesem Wochenende. Man muss nur an die Geschichte dieser großartigen Strecke, die großen Fahrer, die hier in der Vergangenheit gewonnen haben, denken. Im vergangenen Jahr habe ich hier geführt und konnte das nicht umsetzen... Ich bin einfach unheimlich dankbar für diese Gelegenheit.

Niki meinte, dass der Samstag auf gewisse Weise gut für dich gewesen sei, weil er dir neue Motivation und Hunger gegeben hat. Stimmst du dem zu?

Ich habe bislang fünf Rennen gewonnen. Mein Hunger ist so groß wie in jedem anderen Jahr, in dem ich Rennen gefahren bin. Aber am Samstag habe ich wirklich einen Tritt in den Unterleib erhalten. Ich musste mich zusammenraufen, die Ärmel hochkrempeln und weitermachen. Wenn ich die WM gewinnen möchte, darf es solche Situationen nicht mehr geben. Ich hatte in den letzten beiden Rennen locker die Pace für die Pole, aber ich habe es nicht umsetzen können. Ich habe mir das Leben damit viel schwerer gemacht. Aber jetzt werde ich das für die Zukunft ändern.

Nach dem Unfall in der ersten Runde gab es eine lange Pause. Du hattest einen großartigen Start, was hast du dir dann gedacht?

Jeder arbeitet in der Rennvorbereitung sehr hart. Dann steigt man ein, startet und nimmt Schwung auf. Plötzlich wird das Rennen unterbrochen. Ich ging zurück in meinen Raum und erholte mich. Stellte sicher, dass ich genügend Flüssigkeiten hatte und versuchte, an nichts weiter zu denken. Es ist nicht einfach, aber ich kam wieder in die richtige Konzentrationsphase.

Der Kampf zwischen dir und deinem Teamkollegen war erneut sehr eng. Was hast du dir gedacht, als du seinen Ausfall erlebt hast?

Zu Rennbeginn fuhr er einen guten Vorsprung heraus und ich versuchte, auf die Reifen zu achten. Nach dieser ersten Phase nutzte ich sie richtig und holte auf der härteren Mischung auf ihn auf. Ich konnte nicht glauben, dass ich so eine Pace hatte! Man möchte nie, dass sein Teamkollege zurückfällt. Wir wollen weiter Doppelsiege einfahren, aber letztlich brauchte ich dieses Ergebnis. Dafür bin ich sehr dankbar.

Glaubst du, dass das Nico ohne sein Problem hättest überholen können?

Ehrlich gesagt hatte ich heute die Pace. Ich holte Nico im ersten Stint ein und konnte meinen ersten Stint länger ausdehnen denn je zuvor. Ich fühlte mich sehr wohl. Natürlich möchte man nie gewinnen, weil der Teamkollege ausfällt. Ich freute mich auf ein Rad-an-Rad-Duell, aber ich bin überzeugt, dass es noch viele davon geben wird.

Die WM ist nun nach neun Rennen wieder fast ausgeglichen. Gibt dir das neue Motivation?

Ich glaube, ich bin jetzt vier Punkte zurück... aber dieses Wochenende hat gezeigt, dass man niemals aufgeben darf. Am Samstag habe ich nicht aufgegeben, ich glaubte einfach nicht, dass ich die Runde hinbekommen würde. Danach war ich echt schockiert, dass der letzte Sektor so schnell war, aber im Rennen war ich voll konzentriert. Ich hatte meine Familie dabei und die unglaubliche Unterstützung der Fans. Wie ich gesagt habe, dass hat mich noch mehr angetrieben. Ohne sie hätte ich es nicht geschafft.

Nico hat schon gesagt, dass Serien kommen und gehen - könnte dies ein Wendepunkt in deiner Saison gewesen sein?

Ich habe vor dem Wochenende gesagt, dass das wirklich toll wäre. Ich glaubte, dass die Fans der Wind in meinen Segeln sein könnten. Damit ich die Richtung ändern und mehr Schwung aufnehmen würde. Jetzt habe ich gewonnen und die Punkte zurückgeholt, denen ich das gesamte Jahr hinterher gejagt bin. Es war sehr, sehr schwierig. Ich habe gestern Abend gesagt, wie hart es psychisch ist - ähnlich zu einem Tennisspieler, der zwei Sätze verloren hat. Es ist so schwierig, deinen Geist in Gang zu bekommen - dich selbst wieder in die Spur zu bringen und keine weiteren Punkte mehr zu verlieren. Der Druck ist hoch, aber ich glaube wirklich, dass ich mich jetzt auf den nächsten Teil der Saison konzentrieren kann.

Geht die WM jetzt praktisch wieder von vorne los?

Ich ziehe einen Strich unter die letzten neun Rennen und gehe jetzt in den Angriffsmodus über. Ich möchte die Pace, die das Auto und ich heute gezeigt haben, nutzen. Wir müssen uns noch steigern. Die Leute sprechen über die Boxenstopps, aber ich habe mir über die verlorene Zeit dabei keine großen Sorgen gemacht. Denn ich wusste, dass der nächste besser sein würde. Ich habe an meiner Position gearbeitet, damit ich nicht mehr so viel Zeit verliere. Das hilft. Der Hauptaspekt ist das Qualifying. Ich muss wieder in meinen normalen Qualifying-Modus kommen. Das wäre ein großer Vorteil.

Ist dieser Erfolg einer deiner größten? Wie sieht der Vergleich zu 2008 aus?

Es ist kein Vergleich zu 2008. Es ist jedes Mal anders, eine andere Erfahrung. Aber es ist etwas ganz Spezielles. 2008 war es ein viel schwierigeres Rennen, weil die Strecke komplett nass war und jeder Aquaplaning hatte, es war richtig nass... Dann ist es eine ganz andere Erfahrung. Ich habe das Gefühl, dass ich mir das heute verdient habe. Ich hatte vom Start weg einige gute Manöver und ich glaube, dass ich die Pace von Nico hatte. Ich jagte ihn wie noch nie zuvor. Ich war mit der Fahrzeugbalance echt zufrieden - obwohl ich im 2. Training keinen Long Run gefahren war. Das war mein zweiter Sieg beim Heimrennen. Es ist schon ein Privileg, nur einmal gewonnen zu haben. Umso schöner ist es, heute hier oben zu sein.

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