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Malaysia Rennblog – Sonntag

Malaysia Rennblog – Sonntag

Sonntag, Rennwochenende

Sonntagmorgen... der Tag also, für den wir die ganze Woche geschuftet haben und an dem wir sehen, ob unsere Bemühungen auch belohnt werden. Einmal mehr beginnen wir recht spät, erst 10 Uhr geht es in Richtung Strecke. An der Strecke angekommen wird erst einmal ein Teamfoto aufgenommen, nicht so einfach wie es sich anhört, bei 32°C und hoher Luftfeuchtigkeit. Wie immer gab es viel Gewusel, wie es eben ist, wenn man versucht über 60 Leute auf einem Bild unter zu bringen. Wie viele Stühle brauchen wir, sitzen wir auf denen, oder stehen wir, wer geht wohin und wie eng müssen wir zusammen rücken, um alle drauf zu passen. Es dauert nicht zu lange, bis wir endlich alle dort sind, wo wir sein müssen, alle lächeln bitte und dann blitzten die Kameras für 60 Sekunden.

Der Rest des morgens wird genutzt, um noch einmal alles an den Autos, der Ausrüstung den Schlagschrauber, die Wagenheber und alles zu kontrollieren, damit die Boxenstopps perfekt ablaufen können. Außerdem müssen wir unsere Sponsoren unterhalten, die sind sehr wichtig. Über das Wochenende hatten wir sehr besondere Gäste in der Box. Neben dem Präsidenten von PETRONAS, wurden wir auch vom Ministerpräsidenten von Malaysia beehrt, der mit uns eine längere Zeit verbrachte. Er trug sogar ein Team-Shirt und zeigte sich sehr interessiert. Er wollte viel über das Team wissen und vor allem über die Zusammenarbeit mit PETRONAS. Ich konnte zehn Minuten mit ihm verbringen und erzählte ihm Wissenswertes über den Sprit und die Schmiermittel. Er hat viele Fragen gestellt.

Irgendwann ließen sich alle Gäste auf ihren Plätzen nieder, um den Rennstart mit zu verfolgen. In den Stunden vor dem Start, wärmten die Techniker methodisch die Motoren auf, um alles optimal vorzubereiten und auf Temperatur zu bringen, bis es dann 15:30 Uhr los ging. Nico und Michael fuhren ihre Autos aus der Box, dann um die Strecke und nahmen ihre Plätze in der Startaufstellung ein. Neben der ganzen wichtigen Arbeit, die dann folgt, sorgen die schicken Girls von PETRONAS für den Glamour und Flair, als Ausgleich für die vielen kräftigen Mechaniker, die herum mit Wagen und Reifensätzen, Ventilatoren und Generatoren herumlaufen. Quasi alle lebenserhaltenden Gerätschaften, die ein Formel 1-Bolide so braucht.

Auf einmal wird es lauter, die Motoren erwachen zum Leben und alle Techniker verlassen die Startaufstellung – die Autos starten in die Einführungsrunde, alles stellt sich auf und dann geht das Rennen los. Jeder versucht in die erste Kurve hinein eine Position gut zu machen, während die Ingenieure am Kommandostand Platz nehmen und die Mechaniker zurück in die Box düsen und die Ausrüstung wieder an den richtigen Platz stellen. Natürlich haben sie auch ihre feuerfesten Overalls an, allerdings sind die bei der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit in Malaysia nicht angenehm zu tragen. Wahrscheinlich fließt der Schweiß schneller, als wir Sprit ins Auto pumpen. Es ist immer eine kleine Erleichterung, wenn unsere Autos erst einmal die erste Kurve überstanden haben. Die Mechaniker haben Luft zum Verschnaufen und müssen nicht für einen schnellen Wechsel der Nase oder der Räder parat stehen.

Ihr wisst ja wie das Rennen ausgegangen ist, also werde ich mich nicht lang und breit über die Ergebnisse auslassen. Sobald das Rennen zu Ende ist, geht es wieder hektisch zur Sache, es wird gepackt. Eigentlich ist es uns lieber, wenn wir damit später anfangen, weil wir noch eine kleine Siegesfeier auf dem Podest hatten, aber das war dieses Mal nicht gegeben, also heißt es: Frisch ans Werk. Die Autos bekommen wir frühestens zwei oder drei Stunden nach dem Rennen zurück, bis dahin bleiben sie im Parc Ferme unter Verschluss. Zuerst müssen alle Resultate bestätigt werden. Die Ergebnisse sind vorerst rein provisorisch, auch wenn ihr die Fahrer bei der Siegerehrung feiern seht. Erst nach der technischen Abnahme und nachdem alle Daten gesichert wurden, um sie zu analysieren, steht das Ergebnis. Bis dahin müssen mögliche Proteste und Einwende geprüft werden. Wenn das einmal geschafft ist, bekommen wir die Autos zurück, ich nehme noch einmal eine Probe vom Öl. Damit können wir analysieren, wie gut der Motor das Rennen überstanden hat und in welcher Verfassung er für China ist.

Mit den aufgezeichneten Daten können die Motoreningenieure entscheiden, ob die Motoren auch im kommenden Rennen genutzt werden, oder vielleicht nur für die Trainings am Freitag, bis der Kilometerstand erreicht ist, der das Limit angibt.

Die Fahrer sind mit ihrer Arbeit fertig, aber wir müssen noch den Rest zusammen packen und die Boxen sauber machen, um alles rechtzeitig ins Flugzeug zu packen und in Richtung Shanghai zu schicken, damit wir am Donnerstag wieder von vorn beginnen können. Im Fahrerlager stehen massenweise riesige Luftfrachtcontainer herum, Gabelstapler fahren hin und her und Leute rotieren wie Ameisen, um die ganze Arbeit erledigen zu können. Ich bin gegen 23 Uhr fertig und es geht gleich zum Flughafen, um den Nachtflug nach Shanghai zu bekommen. Ich bedanke mich für Euer Interesse und hoffe Ihr hattet Spaß beim Lesen!

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