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Marina Bay Street Circuit: Inside Line

Marina Bay Street Circuit: Inside Line

Paddys Blickwinkel

Als Team waren wir über das Ergebnis in Monza überglücklich. Die Strecke gehört zu den großartigsten des Jahres. Es ist eine echte Herausforderung, dort zu gewinnen und noch viel schwieriger, einen Doppelsieg zu holen. Umso schöner war es für uns. Lewis und Nico haben fantastische Leistungen gezeigt und wir haben die Rückkehr auf die Siegerstraße sehr begrüßt. Ich bin überzeugt, dass sich der gesamte Paddock auf das Rennen in Singapur freut. Es ist eine glamouröse Veranstaltung mit einer fantastischen Atmosphäre. Wenn man unter dem Licht tausender Schweinwerfer in der Startaufstellung steht, fühlt man sich fast wie auf einer Bühne zu Beginn eines Theaterstücks. Es ist ein einzigartiges Wochenende. Einer der Gründe dafür ist der abweichende Zeitplan. Die Strecke könnte kein größerer Kontrast zu Monza sein. Es gibt viele Passagen mit langsamen Kurven. Die Belastung ist für die Autos dennoch sehr hoch, vor allem mit Blick auf die Bremsen, die Lenkung und auch den Motor. Es ist ein langes Rennen, das oftmals an die Zwei-Stunden-Grenze heranreicht und häufig von Safety Cars geprägt wird. Singapur ist stets eine knifflige Aufgabe, egal in welcher Position man sich befindet. Oft spielt das Glück eine wichtige Rolle - je nach Art und Zeitpunkt möglicher Zwischenfälle. Das Rennen steckt immer voller Action und Zwischenfälle. Dabei tragen die Streckencharakteristik und die Hitze ihren Teil zur Ausfallquote bei - sowohl auf der mechanischen Seite als auch bei menschlichem Versagen. Unser Ziel ist es, jeglichen Dramen aus dem Weg zu gehen und zum Beginn des letzten Saisondrittels ein weiteres starkes Ergebnis zu erzielen.

Singapur: Am Kommandostand

Straßenkurs
In Singapur haben die Fahrer mehr Raum, um ihre Autos zu manövrieren und einen Mauerkontakt zu verhindern als in Monaco. Dennoch fahren sie auch hier an vielen Stellen rund um den Marina Bay Circuit nur wenige Zentimeter von den Leitplanken entfernt entlang. Dieser Aspekt wurde durch eine Änderung der Kerbs etwas gemildert, insbesondere in der veränderten Kurve zehn. Trotzdem besteht nur sehr wenig Spielraum für Fehler. Ähnlich wie in Monte Carlo ist es für die Fahrer wichtig, die Fahrzeit in den Trainings voll auszunutzen, um während des Wochenendes in einen guten Rhythmus zu finden. Aus diesem Grund könnten all jene Schwierigkeiten bekommen, die auf die Grenze ihrer zur Verfügung stehenden Motoren zusteuern. Auf einigen Strecken hat es keine großen Auswirkungen, wenn man die Laufleistung der Power Unit einschränkt. In Singapur müssen die Fahrer jedoch eine Runde nach der anderen fahren, um das Fahrverhalten der neuen Autos zu verstehen und das Limit auszuloten. Jene Fahrer, deren Fahrzeiten limitiert sind, könnten dadurch eingeschränkt werden. Sie bewegen sich hierbei auf einer dünnen Linie. Niemand möchte in Singapur eine Motoren-Strafe hinnehmen. Allerdings werden die Motoren der vergangenen Rennwochenenden eingesetzt, die sich dem Ende ihres Einsatzfensters zuneigen. Somit könnten mechanische Defekte auftreten.

Streckenoberfläche
Auf der Strecke in Singapur ist häufig Funkenschlag zu sehen. Nämlich dann, wenn der Unterboden des Autos den Asphalt berührt. Das liegt nicht nur an der Dunkelheit, sondern auch an der unebenen Streckenoberfläche. Im vergangenen Jahr wurde die Strecke neu asphaltiert. Dadurch hat sich die Situation etwas verbessert. Dennoch bleibt Singapur in dieser Hinsicht die extremste Strecke des Jahres. Wenn das Auto den Boden berührt, wird es am Kurveneingang unruhig. Die Fahrer und Teams müssen also einen Kompromiss bei der optimalen Abstimmung finden. Es geht darum, das Potential des Autos auf einer Runde voll auszunutzen und das Risiko von Fehlern zu minimieren. Eine schwierige Aufgabe, die seit der Entfernung gewisser Aufhängungsteile noch schwieriger geworden ist.

Streckeneigenheiten
In Singapur fahren die Autos über eine Brücke - eine unübliche Situation auf den meisten Strecken. Die Brücke ist magnetisch, weil darunter immense Stromkabel verlaufen. Besonders stark sind die Stromleitungen für die Straßenbahn. Dadurch entstehen jede Menge elektrische Störungen. Dies kann zu Aussetzern der Datensysteme führen und sogar einige Fahrzeugkomponenten beeinflussen.

Reifen
Bei diesem Rennen kommen die weiche und die superweiche Mischung zum Einsatz. Das ist die Standard-Reifenwahl für den Marina Bay Circuit. Wie sich in Monaco gezeigt hat, sollte dies keine Schwierigkeiten bereiten. Uns dürfte ein ähnliches Szenario wie in der vergangenen Saison erwarten. Ein interessanter Aspekt in Singapur ist, dass sich die Streckentemperatur beim Sonnenuntergang auf dem Niveau der Umgebungstemperatur einpendelt. Zu dieser Jahreszeit beträgt diese normalerweise 30 Grad. Obwohl es sich hierbei nicht um einen besonders hohen Wert handelt, überhitzen die Reifen hier regelmäßig. Der Grund dafür sind eine Reihe von Kurven, die die Reifen stark belasten, und die wenigen Geradeausstücke, sodass sich die Reifenoberfläche nur wenig abkühlen kann. Dies ist ein weiterer Grund dafür, warum Abtrieb in Singapur so entscheidend ist. Je mehr Downforce ein Auto besitzt, desto besser wird es mit dem Überhitzen der Reifen umgehen.

Safety Cars
Die enge Streckencharakteristik erhöht die Wahrscheinlichkeit für Zwischenfälle. Dadurch ist es auch schwierig, ausgeschiedene Autos zu entfernen. Da die Strecke im Vergleich zu anderen Rennen wie etwa Melbourne relativ neu im Rennkalender ist, sind die Streckenposten noch nicht so erfahren im Umgang mit solchen Situationen. Sie leisten gute Arbeit, doch es kann im Vergleich zu vergleichbaren Kursen etwas länger dauern, bis das Rennen wieder freigegeben wird. Es gibt auch nicht so viele Zugangsstellen wie etwa in Monaco. Jeder dieser Faktoren kann zu einer längeren Safety Car-Phase führen. Somit dauert das Rennen oft bis an die Zwei-Stunden-Grenze.

Upgrades
Singapur ist eines der wichtigsten Rennen für Upgrades. Anstatt regelmäßiger, kleiner Veränderungen bringen die meisten Teams hier große Update-Pakete mit. Nach den beiden Low-Downforce-Strecken in Spa und Monza macht es Sinn, die High-Downforce-Pakete auf dieser Strecke einzuführen. Insbesondere da die Teams dafür viel Entwicklungszeit hatten. Suzuka ist noch einmal ein Balanceakt, aber ein solches Paket kann danach sicherlich bei allen verbleibenden Rennen eingesetzt werden.

Wetter
Seit dem Debüt des Singapur Grand Prix in der Saison 2008 gab es keine einzige nasse Session. Einmal waren wir nah dran, aber dann kam es doch nicht dazu. Daran wird sich wohl kaum etwas ändern. In Singapur regnet es meistens am späten Nachmittag. Zu diesem Zeitpunkt wird jedoch nicht gefahren. Dennoch stellt das Wetter eine große Unbekannte dar. Diese muss man in einer ruhigen Phase genau vorbereiten, damit man nicht in der Hitze des Gefechts damit konfrontiert wird. Von der Visierwahl über die Lenkradbildschirme bis hin zu den Boxenstoppabläufen: Alles, was dem Fahrer vielleicht dabei helfen könnte, sich an das Fahren im Nassen anzupassen, könnte entscheidend sein. Gleichzeitig ist es nochmals eine Erwähnung wert, dass die Temperaturen normalerweise konstant bei 30 Grad liegen - bei Tag und Nacht. Gemeinsam mit der hohen Luftfeuchtigkeit bedeutet dies, dass die Fahrer und Mannschaften hart arbeiten müssen, um in Bestform zu bleiben.

Veränderter Zeitplan
Es wird oft darüber gesprochen, wie man am effektivsten mit dem verschobenen Zeitplan in Singapur umgeht. Dies ist ein entscheidendes Thema. Dabei gibt es mehrere Herangehensweisen. Die erste ist, die Umstellung bis zum Renntag hinauszuzögern. Dann gibt es die progressivere Variante. Hier stellt man sich so früh wie möglich um und verteilt den Prozess über mehrere Tage. Egal für welche Philosophie man sich entscheidet, das Endergebnis ist meistens das gleiche: Die Teammitglieder stehen zur Mittagszeit auf und gehen beim Sonnenaufgang am nächsten Tag schlafen. Von außen betrachtet scheint das eine einfache Umstellung zu sein. Dennoch ist es für den menschlichen Körper eine verwirrende Situation. Denn dieser funktioniert grundlegend so, dass er bei Tageslicht wach bleiben möchte. Somit ist es für alle Beteiligten nicht so einfach, wie es scheint, Höchstleistungen zu vollbringen und Fehler zu Zeiten zu vermeiden, in denen der Körper normalerweise ruht.

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