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Mercedes-Benz W 125

Mercedes-Benz W 125

1937

Für die Saison 1937 entwickelt Mercedes-Benz einen neuen Rennwagen: den W 125. Dessen Rückgrat bildet ein ungemein stabiler Ovalrohrrahmen aus einem speziellen Stahl mit vier Querträgern, wie er für die Produktionswagen der Marke erprobt ist und zum Beispiel im Typ 230 von 1938 verwendet wird. Anders geführt sind die Räder, vorn an doppelten Querlenkern mit Schraubenfedern wie bei den gefeierten, noblen Serienmodellen 500 K und 540 K, hinten an einer De-Dion-Doppelgelenkachse, die konstanten Sturz garantiert, mit längs angesiedelten Drehstabfedern und hydraulischen Hebelstoßdämpfern. Seitliche Lenker geben Schub- und Bremsmomente an das Fahrgestell weiter.

Der Ingenieur Rudolf Uhlenhaut wählt nach ausgiebigen Versuchsfahrten auf dem Nürburgring eine revolutionäre Fahrwerksauslegung: Die bislang übliche Abstimmung des Fahrwerks - hart gefedert, aber wenig gedämpft - verkehrt Uhlenhaut kurzerhand und richtungsweisend ins Gegenteil: Der W 125 rollt weich gefedert und zudem mit großem Federweg, aber kräftig gedämpft an den Start und darf damit als Vorbild für alle modernen Mercedes-Benz Sportwagen gelten. Das äußere Erscheinungsbild ähnelt dem seines Vorgängers. Unverwechselbarkeit stellt sich vor allem durch die drei Kühlöffnungen in der Frontpartie ein. Für das sehr schnelle Avus-Rennen am 30. Mai 1937 (Hermann Lang erzielt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 261,7 km/h) wird er mit einer Stromlinienkarosserie versehen. Getriebe und Differenzial bilden eine Einheit. Der Reihenachtzylinder ist die höchste Ausbaustufe des seit 1934 aktuellen Grand-Prix-Triebwerks. Der Kompressor ist den Vergasern nachgeordnet - eine Premiere bei den Rennwagen von Mercedes-Benz -, so dass er mit dem bereits fertigen Gemisch beschickt wird.

Obwohl der W 125 nur ein Jahr eingesetzt wird, kommt er seinem schnellen Auftrag mit großer Variabilität nach. Er lässt sich exakt auf den jeweiligen Kurs einrichten, dank unterschiedlicher Getriebe, Tankvolumina und Spritcocktails, Vergaser, Lader, Pneu- und Felgengrößen, Reifenprofilen und selbst den äußeren Maßen. Entsprechend schwanken Leistung, Drehmoment, Höchstgeschwindigkeit sowie die Geschwindigkeiten in den einzelnen Gängen. Zum Beispiel stehen acht verschiedene Übersetzungsverhältnisse und zwei unterschiedliche Hinterradgrößen (7,00-19 und 7,00-22) zur Verfügung. Für den Gran Premio d'Italia in Livorno am 12. September 1937 etwa sind 592 PS (435 kW) bei 5800/min überliefert. Dabei verbraucht der Motor, inzwischen bei einem Volumen von 5660 Kubikzentimeter angelangt, einen Liter Treibstoff pro Kilometer, einer aggressiven Spezialmischung aus 88 Prozent Methylalkohol, 8,8 Prozent Aceton sowie Spuren anderer Substanzen. Rennfertig bringt der W 125 rund 1097 Kilogramm (ohne Fahrer 1021 Kilogramm) auf die Waage, mit 240 Liter Kraftstoff, sieben Liter Wasser, neun Liter Motor- und 3,5 Liter Getriebeöl an Bord. Auf dem Prüfstand werden dem 222 Kilogramm schweren Motor bis zu 646 PS (475 kW) entlockt, was einer stolzen Literleistung von 114 PS (84 kW) sowie einem Leistungsgewicht von 1,16 Kilogramm pro Pferdestärke entspricht - ein Wert, der erst Jahrzehnte später überboten wird, ebenso wie Hermann Langs Stundenmittel auf der Avus von 271,7 km/h.

Technische Daten

Höchstgeschwindigkeit: mehr als 300 km/h
Einsatz: 1937
Motor: Viertakt-Otto mit Kompressor, 8 Zylinder, Reihenanordnung
Hubraum: 5660 Kubikzentimeter
Leistung: 592 PS (435 kW), später bis zu 646 PS (475 kW)

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