Back
Back

Mercedes GP Artikel zum Saisonauftakt 2011

Mercedes GP Artikel zum Saisonauftakt 2011

Ein freudiger Blick nach vorne auf ein phänomenales Formel 1 Jahr, dass uns bevorsteht. Speziell aus deutscher Sicht. Bahrain 2011 – Saisonauftakt – Absage. Zu Recht, denn wer soll bitte in einem Land Rennen fahren, in dem kriegsähnliche Zustände herrschen? Nun geht es also in Melbourne los, für viele langjährige Fans der Königsklasse wirkt dies eh viel vertrauter. Paradiesvogel Kai Ebel im Ganzjahresfaschingskostüm, Niki & Florian im Stil von Delling & Netzer, Motorenlärm, Highspeed. Das lange Motorsportjahr 2011 öffnet endlich seine Pforten und nimmt uns mit in den 14 tägige Show von PS-Zirkusdirektor Bernie Ecclestone.

Der sympathische Weltmeister 2010 kommt zwar nicht vom deutschen Nationalteam Mercedes GP, gönnen tun ihm aber sicher auch da alle diesen Titel.

Man musste kein großer Experte sein, um bereits bei den Testfahrten & spätestens dem ersten Rennen der Saison 2010 festzustellen, dass der Mercedes GP W01 nicht der erhoffte „große Wurf“ war und ein Titelgewinn mit diesem Renner unmöglich sein würde. Hoffnung ist hier das passende Stichwort, denn mehr durfte es nach der 2009er Saison, realistisch gemessen, nicht sein. In der modernen, hochtechnisierten Formel 1 gilt und galt für das Topteam immer: Du kommst nicht von heute auf morgen an die heiß ersehnte Spitzenposition. Lange, innovative, stetige Arbeit der Ingenieure, mehrere Boliden (somit auch Saisons), ein großzügiges Teambudget, die richtigen Köpfe, Teamspirit und nicht zuletzt talentierte und erfahrene Formel-Piloten lassen den Traum „WM Titel“ erst nach Jahren realisierbar werden, wenn alle Faktoren ineinander greifen.

Der eingefahrene WM-Titel von Jenson Button für Brawn GP, dem Vorgänger des jetzigen Mercedes GP Teams, kostete die Silbernen rückblickend betrachtet aber eins: Die Saison 2010. Was sollte Superhirn Ross Brawn auch machen? Zum einen bevorzugt sein 2009er Toppilot Button untersteuernde Boliden. Buttons Fahrstil harmoniert am besten mit diesem von wenigen Rennfahrern geliebten Fahrverhalten. Zu der Zeit, in der Brawn die maßgeblichen Entwicklungsschritte für das 2010er Fahrzeug einleitete, befand man sich mitten im Titelrennen 2009. Und der Name Schumacher war noch nicht einmal bei der Scuderia Ferrari als Comeback-Pilot für seinen Freund Felipe Massa im Gespräch. Ergo: Brawn plante mit und für Button und Barrichello. Ein Fahrzeug, bei dem Nico Rosberg und Michael Schumacher in der 2010er Saison des Öfteren die eine oder andere Haarsträhne in Farbe ihres Boliden hinzu bekamen.

Beide Piloten kämpften verwegen gegen eine technische Basis, die einfach nicht stimmig war. Reifen und Fahrzeug hatten zu keinem Zeitpunkt das Zeug zur „Traumhochzeit“. Ein Rennfahrer macht seine hundertstel Sekunden in den Kurven gut- Gas geben und Schalten ist ein vergleichsweise einfacher Vorgang beim pilotieren eines hoch komplexen F1 Boliden. Verdammt blöd bloß, wenn genau in den Kurven die Kiste gegen Dich und Deine Fähigkeiten arbeitet. Schumacher hatte damit letzte Saison größere Probleme als Rosberg. Trotzdem Nico einen Erfahrungsvorsprung durch die konstanten Renneinsätze in den Jahren zuvor hatte: Man kann ihm gar nicht hoch genug Respekt davor zollen, einen „positiv besessenen“ wie Michael Schumacher am Ende der Saison hinter sich gelassen zu haben. Ein kommender Champion, zweifellos.

Wer allerdings einen Michael Schumacher abschreibt, hat sich zu wenig mit dessen Persönlichkeit und Fähigkeiten beschäftigt. Die Anfangssituation bei Mercedes GP erinnerte doch stark an das erste Jahr mit Ferrari, dem 1996er Monoposto mit den goldenen BBS Felgen und der anfänglich, freundlich gesagt, voluminösen Nase. Auch hier war der Anfang richtig schwer, so wirklich passte nichts zusammen. Schumacher aber ist ausgemachter Teamplayer, Motivator und Leitfigur, die einen Rennstall und sich selbst immer wieder zu neuen, bis dahin nicht gekannten Höchstleistungen antreibt. Die Geschichte ist bekannt. Im Jahr darauf verpasste Michael Schumacher haarscharf den WM-Titel beim letzten Rennen in Jerez de la Frontera.

Klar, Schumi war damals 28. Heute ist er 42. Aber wer talenttechnisch von 130% im Vergleich zu vielen Konkurrenten kommt, darf „altersbedingt“ auch auf 110% „abrutschen“. Einen Bonus hat Schumacher wie kein zweiter im Fahrerfeld: Die Erfahrung. Das Siegergen und der unbedingte Wille runden positiv ab. Unverwechselbar: Sein „Popometer“. Gefühl ist wohl die Eigenschaft, die am besten seinen Unterschied zu einer Reihe von besiegten Rivalen ausdrückt, nicht nur für Prozesse im F1 Renner, sondern auch was Taktik und Teamspirit angeht.

Was passiert 2011? Wir werden mehr Freude haben als letztes Jahr. Kein Zweifel! Auto und Fahrer bilden wieder eine Einheit. Der Wagen wurde Michael und Nico „auf den Leib designed“. Mit großen Zeitaufwand. Letztlich scheiterte die Entwicklung des MGP W01 vor allem an mangelnder Vorbereitungszeit. Mercedes GP hat letztes Jahr schon zu Beginn der laufenden Saison hohe Priorität auf die Entwicklung des MGP 02 gelegt, da man keine entscheidenden Perspektiven in der Entwicklung des 2010er Modells sah. Der MGP 02 sieht schnittiger aus, liegt deutlich ruhiger und stabiler in den Kurven, besitzt trotzdem eine aggressive Agilität und wird abgerundet durch die herausragende Mercedes-Power. Ein Silberpfeil, der seinen Namen verdient.

Diese Saison schon die WM zu holen wird sicher schwer, da Red Bull einen erheblichen Vorsprung hatte. Aber um Podest und Siege kämpfen, die Meisterschaft lange offen halten... Warum denn nicht? Ich freue mich sehr auf das erste ernstzunehmende Jahr mit unserer tollen, deutschen Nationalmannschaft. Schumacher und Rosberg sind eine geniale Fahrerpaarung, die respektvoll und anständig miteinander umgeht. Freuen wir uns auf eine tolle Formel 1 Saison und darauf, dass Michael Schumacher zusammen mit Nico Rosberg allen Kritikern zeigen wird, was noch alles so abgeht. Auch mit 42.

Stephan Gabriel

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Internet Explorer Firefox Mozilla Firefox Opera Opera Browserr Chrome Google Chrome