Back
Back

Modell Shop

Modell Shop

Das erste Mal, wenn man den Modell Shop betritt, denkt man, dass man in eine andere Dimension springt, wo alles kleiner ist. Es ist ein bisschen, wie die Formel 1-Version von Gullivers Reisen!

Das Ziel des Modell Shops ist es, ein um 50% skaliertes Modell zu bauen, was im Windkanal genutzt werden kann. Hunderte von Teilen für das Modell, entwickelt vom Aerodynamik-Team, werden in der Fabrik gebaut, alle mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Prozessen.

Der Grund für den, um 50% skalierten, Modelltest ist, dass das FOTA Resource Restriction Agreement die Windkanal-Tests auf vier Tage im Jahr limitiert hat, nachdem Teams wie Mercedes GP Petronas mit einem großen Windkanal ausgestattet waren. Außerdem lassen sich die Teile schneller und günstiger entwickeln, wenn man eine Skalierung benutzt, so dass alle Teams eine 50% oder 60%-Skalierung, die die FIA maximal erlaubt, verwenden.

Das Material, was für die Modelle verwendet wird, ist anders als jenes, was am Fahrzeug benutzt wird und die Herstellungsprozesse sind je nach Modell unterschiedlich. In einigen Prozessen werden die traditionellen Verfahren wie Drehen oder Fräsen verwendet, in anderen Fällen wird die schnelle Prototypentwicklung verwendet. Die schnelle Prototypentwicklung, die in unserem Haus verwendet wird, ist die Stereolithografie (SLA) und das Lasersintern (SLS). Beide werden als ‘Additive Layer Manufacturing’ bezeichnet.

Stereolithografie (SLA) benutzt einen UV-Laser, um Photopolymer-Block in ein einzelnes Teil zu lasern und das selektive Lasersintern nutzt nylonbasiertes Material, um Teile herzustellen, die besonders haltbar sein müssen, weil sie hohen Belastungen ausgesetzt sind. Weniger belastete Bereiche, wie die Karosserie, der Unterboden und der Diffusor werden mit der schnellen Prototypentwicklung hergestellt.

Der Vorteil dieser Technologie ist es, computergenerierte Modelle innerhalb kürzester Zeit in physische Objekte umzuwandeln, was eine schnelle Herstellung von wiederholten Designs ermöglicht. Das Material unterscheidet sich von Kohlefaser, da es weniger steif ist, daher selten bei großen Autos benutzt wird, aber gut für das Modell geeignet ist.

Wie kommen die Teile vom Computer in den Windkanal?

Die Teile werden am Computer entworfen und dann an den Modell Shop übermittelt. Von diesem Punkt an hat der Modell Shop ein bestimmtes Zeitfenster, um das Modell mit der schnellen Prototypentwicklung und einigen unterschiedlichen Techniken herzustellen. Die Modellmacher haben dann Zeit, um die neuen Teile am Modell zu fixieren. Dieser Prozess wird in einem Zyklus, der konstante Arbeit für den Modell Shop bringt, weiter fortgesetzt.

Nach dem Zusammenbau wird das Modell in den Windkanal geschickt, wo es 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche getestet wird. Von da an ist es ein sehr flüssiger Prozess, wo alternative Ideen durch die Aerodynamiker zu den Entwicklern zurückkommen und eventuell in voller Größe für das Rennwochenende produziert werden. Im Durchschnitt testet ein Team im Windkanal rund 100 neue Teile pro Tag.

Das Aerodynamik-Team ist für unterschiedliche Bereiche des Autos in verschiedene Gruppen eingeteilt. Diese unterschiedlichen Teams gehen für eine Zeitperiode in den Windkanal, wo sie in der Lage sind, sich auf ihren Teil zu konzentrieren.

Die ständige Suche nach neuen Technologien…

Das Modell selbst ist ein sehr intelligentes Teil, das neben den offensichtlichen Aerodynamik-Tests auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Applikationen aufweist. Es kann genutzt werden, um die Kräfte auf dem Modell, die Aerodynamik-Belastung und die Charakteristik der Aufhängung mit der Reaktion der Karosserie in verschiedenen Richtungen zu messen.

Innovationen am gesamten Auto können eine Herausforderung für das Modell und das Modell Shop Team darstellen – das beste Beispiel ist der F-Duct aus dem vergangenen Jahr und einige Veränderungen am Auspuffsystem. Diese Arten von Systemen sind eine Herausforderung, wenn sie in das Modell integriert werden, und dieser Weg zu Innovationen bedeutet, dass der Modell Shop ständig auf der Suche nach neuen Technologien ist, um den Herstellungsprozess zu beschleunigen.

Während der Saison braucht das Team neue Updates und mehr aerodynamische Performance, so dass das Modell aus der aktuellen Saison eingesetzt wird, um diese Neuerungen zu implementieren. Ab einem bestimmten Punkt wechselt der Fokus auf die Entwicklung des Autos für das kommende Jahr. Das bedeutet, dass früh an neuen Konzepten für die neue Saison gearbeitet wird.

Schnelle Fakten:

Schnelle Prototypentwicklung: Automatische Herstellung von physischen Objekten mit Hilfe der additive Fertigungstechnologie.

Stereolithografie: Stereolithografie (SLA) benutzt einen UV-Laser, um einen Photopolymer-Block in ein einzelnes Teil zu lasern und das selektive Lasersintern nutzt nylonbasiertes Material, um Teile herzustellen, die besonders haltbar sein müssen, weil sie hohen Belastungen ausgesetzt sind. Weniger belastete Bereiche, wie die Karosserie, der Unterboden und der Diffusor werden mit der schnellen Prototypentwicklung hergestellt.

• Das Modell, was im Modell Shop gebaut wird, ist ein 50%-Modell des Fahrzeugs, in einer weiter entwickelten Konfiguration als das, was auf der Strecke verwendet wird.

• Im Durchschnitt testet ein Team im Windkanal rund 100 neue Teile pro Tag.

(Mit Dank an Richard Bruce und den Modell Shop)

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Internet Explorer Firefox Mozilla Firefox Opera Opera Browserr Chrome Google Chrome