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Paddy: “Die Teams arbeiten ständig sehr konstruktiv zusammen”

Paddy: “Die Teams arbeiten ständig sehr konstruktiv zusammen”

Wir müssen mit den Nachwirkungen der Kollision von Spanien beginnen. Es ist sehr ungewöhnlich, dass sich zwei Teamkollegen eines Topteams gegenseitig abschießen und keiner Punkte holt – das ist sehr selten in der Formel 1-Geschichte. Wie haben sich die Gespräche von jenen nach der Kollision in Spa 2014 unterschieden? Gibt es Lehren, die ihr aus Spa gezogen und nun zum Einsatz gebracht habt?

PL: Wenn wir zurückgehen zu Spa 2014, dann sah es da wirklich schlecht aus. Das war ein schlimmer Moment für das Team, aber gleichzeitig war es auch gut. Denn wir haben daraus eine viel stärkere Beziehung zwischen den Fahrern und dem Rest des Teams entwickelt. Wir haben uns geeinigt und befinden uns nun in einer viel besseren Situation. Das haben wir in Spanien erlebt, als die Sache viel besser und reifer zwischen den Fahrern abgehandelt wurde. Das Meeting mit den Stewards verlief gut. Wir sahen es ziemlich genauso wie sie: Es war ein Rennzwischenfall. Die beiden haben sich gegenseitig ans Limit getrieben. Der Leistungsunterschied zwischen den beiden Autos hat es noch verstärkt. Dadurch geschah alles sehr, sehr schnell – in einem Bruchteil einer Sekunde. Beide sahen es letztlich als Rennunfall an und hakten es ab.

Bemerkenswert ist, dass Lewis in Spanien die Führung an Rosberg verloren hat – genauso wie bei den anderen Rennen in dieser Saison, bei denen er auf der Pole gestanden hat. Welche Probleme hat Lewis am Start und wie geht ihr dagegen vor?

PL: In Spanien hatte Lewis sogar einen besseren Start als Nico. Aber der Weg zur ersten Kurve ist dort sehr lang, sodass es einen Vorteil im Windschatten gibt. Nico fuhr die erste Kurve sehr gut und überraschte Lewis damit. Die Starts sind sehr unterschiedlich – heutzutage noch mehr, weil die Regeln den Einfluss des Teams auf den Ablauf einschränken. Sie sind also absichtlich abwechslungsreicher. Bei den ersten fünf Rennen hatten wir, glaube ich, drei der besten Starts. Aber es gab auch ein paar sehr durchschnittliche. Lewis hatte den besten Start in China – genau dort, wo er ihn nicht brauchte. Deshalb kam er direkt in einen Unfall. So spielt das Leben manchmal. Alles in allem müssen wir versuchen, die Starts konstanter und besser zu gestalten. Aber diese Herausforderung teilen wir mit unseren Gegnern und sie ist sehr schwierig.

Wie viel arbeitet ihr noch an den 2016er Autos und wie viel Energie steckt ihr bereits in die für 2017? Ihr seid keine allzu großen Freunde der neuen Regeln, richtig?

PL: Nun ja, die Regeln stehen fest, also arbeiten wir daran. Es ist stets ein fließender Übergang. Aber bei einem so großen Umbruch beginnen wir natürlich früher als sonst. In der Anfangsphase eines Projekts kann man aber nicht hunderte von Leuten auf ein Programm ansetzen. Erst müssen die wichtigsten Parameter festgelegt werden. Es ist eben ein fließender Prozess.

Die Rundenzeiten sind wieder einmal spektakulär. Wir waren heute nur 1,1 Sekunden vom Rundenrekord entfernt. Ich finde es überraschend, dass die Autos einen größeren Schritt gemacht zu haben scheinen, als zwischen 2014 und 2015. Selbst wenn man berücksichtigt, dass wir auf den meisten Strecken weichere Reifen einsetzen. Gibt es dafür eine Erklärung?

PL: Ich bin mir nicht sicher, dass es so ein deutliches Bild ist. Ich denke, die Reifen sorgen mit Sicherheit für diesen Eindruck. Aber ich glaube, dass die Teams insgesamt die gleichen Fortschritte wie in den Vorjahren gemacht haben.

Ab diesem Rennen müssen die Fahrer die Abreißvisiere im Cockpit behalten. Was habt ihr unternommen, um dem nachzukommen?

PL: Bei diesem Rennen sind zwei Abreißvisiere während des Rennens erlaubt. Das sollte ausreichen. Es gibt einen stetigen Dialog zwischen der FIA und den Teams, um einen praktischen Weg dafür zu finden.

Was meinst du damit, dass zwei Abreißvisiere im Rennen erlaubt sind?

PL: Die Fahrer dürfen während des Rennens zwei Abreißvisiere nutzen – aber nicht im Training.

Es wird viel über den Cockpitschutz diskutiert. Kannst du uns verraten, wo das Team hier steht und was ihr im Windkanal oder CFD im Moment testet? Was erwartet ihr 2017?

PL: Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Teams ständig sehr konstruktiv zusammenarbeiten. Wir betreiben alle viel Forschung für die neuen Regeln und dies ist ein großartiges Beispiel dafür. Die Arbeit ist aber noch nicht abgeschlossen. Es wird morgen eine große Diskussion geben, um die nächsten Schritte festzulegen.

Wir reden gerne über den Technologietransfer zwischen der Formel 1 und Straßenautos sowie die unglaubliche thermische Effizienz dieser Power Units. Zuletzt wurde viel darüber berichtet, dass fast alle Hersteller Vorkammerzündsysteme einsetzen. Ich glaube, es ist mittlerweile bekannt, dass die Hersteller mehr über die Motoren der Konkurrenz wissen als wir. Warum macht ihr daraus ein Geheimnis, ob die Technologie in der Formel 1 eingesetzt wird oder nicht? Das könnte eine gute Geschichte sein, die man gut kommunizieren könnte und ich glaube nicht, dass es ein Risiko wäre, Geheimnisse an die Konkurrenz rauszugeben?

PL: Nun gut. In der Formel 1 kommen stets neue Technologien zum Einsatz. Das ist einer der großen Anziehungspunkte dieses Sports. Letztlich ist es aber ein Wettbewerb. Man muss die Balance zwischen dem finden, was man sagt und dem, was man für sich behält. Es ist unvermeidlich, dass solche Dinge durch den Paddock schwirren. Leute wechseln die Teams oder Hersteller und so kommen Informationen raus. Irgendwann werden die Leute also offen über Dinge reden, von denen sie glauben, dass sie keinen Unterschied mehr ausmachen.

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