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Richard Seaman

Richard Seaman

"Wen die Götter lieben, den lassen sie jung sterben" - die tröstliche Botschaft stammt vom römischen Dichter Plautus. "Nun hat auch ihn das Rennfahrer-Schicksal getroffen", endet ein Nachruf im "Kraftverkehrs-Pressedienst" vom 28. Juni 1939. Drei Tage zuvor ist Richard "Dick" Seaman, als Führender beim Grand Prix von Belgien in Spa in strömendem Regen mit seinem W 154 gegen einen Baum gerast. Flammen schießen empor. Benommen von dem Aufprall und mit einer gebrochenen Hand, kann sich der Mann mit der grünen Staubkappe nicht selbst aus dem Fahrzeug befreien und erliegt am Abend seinen schweren Brandverletzungen. Er ist erst 26 Jahre alt.

Grausame Ironie: Elf Monate zuvor erlebt Seaman seine größte Stunde, als er für Mercedes-Benz den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring gewinnt, mit mehr als drei Minuten Vorsprung vor Hermann Lang.
Seaman, Sohn einer reichen und angesehenen Familie, kommt bereits als Kind in den Genuss privater Fahrstunden durch den Chauffeur des Familien-Daimlers. Er lebt ein sorgloses Leben, abwechselnd in London, auf schönen Landgütern oder im Sommer in Frankreich. Die Mutter finanziert ihm zunächst die Rennleidenschaft. "Wenn ich für Mercedes fahren könnte", pflegt er zu sagen, "dann würde ich kein anderes Lenkrad mehr anrühren." In der Tat ereilt ihn Ende 1936 der Ruf Alfred Neubauers zu Testfahrten, zu Beginn des Folgejahres unterschreibt er den Vertrag. Er nimmt sich einen Wohnsitz in Deutschland. Da hat ihm die Mutter freilich längst den Geldhahn zugedreht, und als ihr Sohn im Dezember 1938 Erika Popp heiratet, die Tochter des BMW-Vorsitzenden Franz-Josef Popp, ist der Bruch nicht mehr zu kitten.

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