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Silberpfeil-Zeitreise: Das Cockpit im Mercedes W 196

Silberpfeil-Zeitreise: Das Cockpit im Mercedes W 196

Lenken, schalten, Knöpfe drücken - über 200 Eingaben mussten Nico und Michael beim Großen Preis von Monaco pro Runde vornehmen, um ihren Silberpfeil durch die winkligen Straßenschluchten des Fürstentums zu steuern. Aber wie sah die Cockpitarbeit in den Anfängen der Formel 1 Weltmeisterschaft aus?

Schon 1955 starteten vier Mercedes-Benz Piloten mit einem Mercedes W 196 beim Monaco Grand Prix. Neben Juan Manuel Fangio traten auch André Simon, Hans Herrmann und Stirling Moss mit einem Silberpfeil an. Fangio war der schnellste Mann auf dem Straßenkurs: er holte sich die Pole Position und die schnellste Rennrunde.

Während die heutigen Formel 1-Piloten quasi in ihrem Silberpfeil liegen, saßen die Fahrer in den 50er Jahren wie auf ihrem Sofa hinter dem Lenkrad. Die Beine waren weit gespreizt, um an die sehr weit auseinanderliegenden Pedale zu gelangen, die sich jeweils links (Kupplung) und rechts (Gas, Bremse) außen befanden. Der Sitz wurde aus unterschiedlich gepolsterten Einzelteilen zusammengesetzt, die je nach Fahrer angepasst werden konnten – heute sitzen sie in maßgefertigten Carbonformen!

Der Stoff war zu Beginn mit blau-gelb-orangen Karos gemustert - im Laufe der Jahre ging dieses Material jedoch aus, sodass hauptsächlich ein grün-rotes Karomuster Verwendung fand. Übrigens: Bei der Team-Präsentation 2010 in Stuttgart ließ MERCEDES GP PETRONAS die Tradition des Karomusters wiederaufleben. Ebenso den Namen: Das "W" im MGP W01/MGP W 02 steht wie bei den Silberpfeilvorgängern für "Wagen".

Die Lenkung des W 196 bestand aus einem kompakten Lenkgetriebe mit einer Daimler-Benz-Schneckenlenkung. Diese wurde oben am Rahmen montiert. Durch das Fehlen einer Schubstange fiel die Lenkachse relativ lang aus. Sie war im Verhältnis 12,65:1 übersetzt. Das Lenkrad besaß vier Speichen (nur Stirling Moss fuhr mit einem dreispeichigen Lenkrad, das von Mercedes selbst gebaut wurde) sowie einen Aluminiumkern, der beidseitig mit Holz besetzt war.

Den Mittelpunkt des aus heutiger Sicht spartanischen Armaturenbretts bildete der Drehzahlmesser, dessen roter Bereich bei 8.750 Touren begann. Ansonsten informierten nur noch zwei bis drei analoge Anzeigen den Fahrer über die Temperaturen der wichtigsten Systeme - mehr gab es nicht. Die rund 32 individuellen Funktionen, die ein modernes Formel 1-Lenkrad im MGP W02 erfüllt, darunter rund zehn verschiedene Display-Optionen, sucht man im W 196 vergeblich.

Von KERS, DRS und einem verstellbarem Differenzial war im W 196 ebenfalls noch nichts zu sehen, dennoch konnten die Fahrer schon damals nach der Hälfte der Renndistanz eine Zusatzfeder manuell hinzuschalten. Hierzu wurde der Öldruckkolben entlastet und dadurch die Federhärte reduziert sowie der Radsturz auf das beabsichtigte Maß zurückgebracht. Dies half, bei geringer werdendem Benzinvorrat das gleiche Fahrverhalten beizubehalten.

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