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Sonne, Meer, Strand & Slicks! BIC: Inside Line

Sonne, Meer, Strand & Slicks! BIC: Inside Line

Im Cockpit

  • Lewis

Die Strecke in Bahrain ist eine echte Herausforderung, ganz besonders mit Blick auf die Überhitzung der Reifen. Oft wird Sand auf die Strecke geweht, was zu den besonderen Merkmalen dieses Kurses zählt und eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Eine sandige Strecke hat weniger Grip als eine saubere und hier muss man selbst zwischen den Qualifying-Anschnitten mit Veränderungen rechnen.

Der Streckenverlauf bietet eine tolle Kombination aus schnellen, langsamen und mittelschnellen Kurven, die hart für die Fahrer und das Auto sind. Die Runde beginnt mit einer langen DRS-Geraden, die zur ersten Kurve führt; einer sehr engen Rechtskurve, in der man in den ersten oder zweiten Gang herunterschaltet, um dann auf dem Weg in Richtung der Kurven zwei und drei sofort wieder hochzuschalten.

Nach der zweiten von insgesamt vier Geraden folgt Kurve vier, die man sehr hart anbremsen muss und die dich am Kurvenausgang überraschen kann. Wenn man den Scheitelpunkt schneidet, fällt die Strecke ab und es kann recht knifflig werden, das Auto vor dem Wegrutschen zu bewahren. Die Kurven fünf bis acht sind eine Bergabpassage. Danach geht es wieder leicht bergauf, bis mit den Kurven neun und zehn eine knifflige Kombination folgt. Beide sind überhöht und es ist leicht, dort das kurveninnere Rad zu blockieren, weil die Kurve immer enger und enger wird.

Als nächstes folgt die dritte Gerade, auf der sich die zweite DRS-Zone befindet. Das macht Kurve elf zu einer der besten Überholstellen der Strecke. Diese flüssige Kurve geht in die Rechtskurve zwölf über. Man versucht, dort Vollgas durchzufahren, um dann Kurve 13 anzubremsen, deren Scheitelpunkt man spät nimmt. Es ist entscheidend, das richtig hinzubekommen, da diese Kurve direkt auf die vierte und letzte Gerade der Strecke führt. Das gleiche gilt für die Kurven 14 und 15, die zurück auf die Zielgeraden führen.

  • Nico

An diesem Wochenende sind wir mal wieder in Bahrain, auf einer Strecke, die uns in diesem Jahr bestens bekannt ist. Angesichts der Testbeschränkungen ist es dieser Tage recht ungewöhnlich, so viele Testfahrten auf der gleichen Strecke zu haben. Bahrain ist damit die Strecke im Rennkalender, auf die wir am besten vorbereitet sind. Direkt nach dem zweiten Saisonlauf in Malaysia ist es auch das erste Back-to-Back-Rennen des Jahres. Der Bahrain International Circuit ist ein moderner Kurs mit erstklassigen Anlagen. Es gibt viele lange Geraden und die Strecke ist sehr schnell. Das Streckenlayout ist klasse und es macht viel Spaß, hier zu fahren.

Kurve eins ist eine der Schlüsselkurven der Strecke. Hier gibt es nach der langen Start-/Zielgeraden viele Überholmanöver. Dann gibt es noch die lange, schnelle Kurve zwölf am Ende der Strecke, die zu Kurve 13 und einer weiteren Geraden führt. Diese Kurve ist recht knifflig, da sie die Hinterreifen stark belastet. Im vergangenen Jahr waren überhitzende Reifen und der Reifenabbau zwei große Themen in Bahrain. Darauf werden wir auch in diesem Jahr achten müssen, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß. Wie in Melbourne fahren wir an diesem Wochenende mit der weichen und mittleren Reifenmischung, die wir dadurch schon ganz gut kennen.

Ebenfalls wie beim Saisonauftaktrennen in Melbourne wird der Benzinverbrauch in Bahrain eine entscheidende Rolle spielen. Diese beiden Strecken sind diesbezüglich wahrscheinlich die härtesten des Jahres. Deshalb sollte es uns sehr helfen, hier bei den Wintertests so viele Runden getestet zu haben. Dabei haben wir viel über den Benzinverbrauch auf dieser Strecke gelernt und wie wir ihn für das Rennwochenende optimieren können. Dennoch werden wohl alle Fahrer während des Rennens ein Auge auf dem Verbrauch haben. Wer am wenigsten Benzin verbraucht, wird dadurch einen kleinen Vorteil haben.

Am Kommandostand

  • Ausdauer

Bahrain ist für alle Teams, die sich für diese Abfolge entschieden haben, das dritte Rennen für die Power Unit und das Getriebe. Damit entwickelt sich langsam ein detailliertes Ausdauerbild. Direkt nach dem Rennen in Malaysia ist es auch das erste Back-to-Back-Rennen der Saison. Dies sorgt für eine gewisse Belastung bei den Fahrern, Teams und Abläufen. Es steht nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung, um die Daten zwischen dem ersten und dem zweiten Rennen zu analysieren und aufzubereiten. Trotz der unvermeidlichen Ermüdung müssen die Teams äußerst effizient arbeiten und sicherstellen, dass alle Punkte innerhalb eines viel kürzeren Zeitraums abgehakt werden.

  • Erfahrung

Obwohl die Strecken- und Lufttemperaturen leicht anders sein werden, besitzen die Teams jede Menge Erfahrung von den beiden Wintertestwochen in Bahrain. Die zur Verfügung stehenden Reifenmischungen wurden hier schon eingesetzt und die Fahrer sind bereits mit den neuen Autos auf dieser Strecke gefahren. Von den vielen Unbekannten dieser Saison fallen hier also viele weg. Aus diesem Grund könnten sich die Teams vielleicht dazu entscheiden, nicht ganz so viele Hausarbeiten während des Freitagstrainings zu erledigen wie noch in Australien und Malaysia. So benötigen die Fahrer nicht mehr so viel Zeit, um sich auf die Strecke einzuschießen. Gleichzeitig werden die Teams keine unnötigen Kilometer mit den Autos fahren wollen. Möglicherweise gibt es einige Updates, die im Training ausprobiert werden, weil die Teams eine bekannte Strecke dazu nutzen möchten, um so einen Vorteil daraus zu ziehen, dass sie hier auf einem bestehenden Referenzpunkt aufbauen können.

  • Startzeiten

Eine Abwechslung zur Vertrautheit mit Bahrain bietet der veränderte Zeitplan für das Qualifying und Rennen. In dieser Saison beginnen beide Sessions um 18:00 Uhr Ortszeit und werden bei sinkenden Temperaturen in die Nacht hinein gefahren. Obwohl die Teams im Winter hier so viel getestet haben, ist dies in Bahrain eine komplett neue Situation für sie, die sicher ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringen wird.

  • Klima

Das Klima in Bahrain ist sehr konstant. Nicht ganz so konstant sind die Windstärke und die Windrichtung. Beides kann die Fahrzeugbalance spürbar verändern. Je nach Windrichtung kann ein normaler Wind mit 10-15 km/h das Gefühl des Fahrers hinter dem Lenkrad verändern. Gegenwind am Kurveneingang gibt dem Fahrer mehr Vertrauen in die Vorderachse, sodass er besser einlenken kann. Im Gegensatz dazu verursacht Rückenwind Instabilität. Je nachdem, welche Windrichtung vorherrscht und wie sie sich relativ zur Strecke verhält, kann sich das Verhalten und die Performance des Autos verändern. Das kommt in Bahrain besonders zum Tragen, da die Windrichtung sich sehr schnell verändern kann - nicht während einer Session, aber von Tag zu Tag kann sie deutlich anders ausfallen.

  • Staub

Die Lage der Strecke in der Wüste von Bahrain bedeutet, dass der Kurs von losem Sand umgeben ist. Dieser kann selbst in der Zeit zwischen den Qualifying-Abschnitten auf die Strecke geweht werden und damit den Grip-Level verringern. Darauf müssen sich die Fahrer und Teams vorbereiten. In Bahrain sind auch Sandstürme nicht auszuschließen, die den Fahrern das Leben schwieriger machen können - einige Beispiele dafür gab es während der Wintertestfahrten. Das kann allerdings auch der Grund für ein spannendes Rennen sein. Dies spielt den erfahrenen Piloten in die Karten. Nur wer schon einige Male hier gefahren ist, kann mit diesen Feinheiten umgehen und mögliche Szenarien vorhersehen.

  • Überholen

Der Bahrain International Circuit bietet einige gute Überholmöglichkeiten. Es gibt lange Geraden und einige Kurven, die zum Überholen anregen, etwa die Kurven eins, vier und elf. Abgesehen von Silverstone, wo außergewöhnliche Umstände galten, sah Bahrain im vergangenen Jahr die meisten Überholmanöver der Saison - insgesamt 94. Dabei spielte jedoch auch ein unnormal hoher Reifenabbau eine Rolle. Ein Unterschied beim Reifenabbau der verschiedenen Autos sowie die dadurch entstehenden unterschiedlichen Strategien führen unweigerlich zu mehr Überholmanövern, da die Autos während verschiedener Phasen ihres Stints aufeinandertreffen und dabei unterschiedliche Performancelevel aufweisen.

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