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Strecken-IT: “Alle Ingenieure vertrauen bei ihren Entscheidungen auf das System”

Strecken-IT: “Alle Ingenieure vertrauen bei ihren Entscheidungen auf das System”

Als wir uns der Vorderseite unserer Box nähern, erwartet uns Ian Clatworthy bereits davor. Er ist wie üblich voll auf seinen Computer konzentriert. Genau genommen nennt ihn hier niemand wirklich Ian. Wie viele Leute im Formel 1-Fahrerlager hat Ian einen Spitznamen: Bear. Wenn ihr ihn seht, wisst ihr auch warum. Vielleicht kommt das auf dem Foto herüber!

Aber Ian steht nicht nur herum und checkt seine E-Mails oder surft im Internet... Er ist dabei, die Boxenstoppampel mit seinem Computer zu steuern. Ian ist unser IT-Ingenieur an der Rennstrecke. Wir unterhalten uns mit ihm, um herauszufinden, wie wichtig die IT für die Teams an der Strecke ist.

Die Zeiten in denen es in der Formel 1 nur um einen Mann, vier Räder und ein Lenkrad ging, sind lange vorbei. Mittlerweile haben die Elektronik, Computer und Software im Sport Einzug gehalten und es wäre nicht möglich, ein Auto ohne einen Computer zu starten. Ian ist für alle IT-Systeme an der Strecke verantwortlich - das ist eine riesige Aufgabe für einen riesigen Kerl: "In mein Aufgabengebiet fallen der Aufbau der IT-Infrastruktur, der Betrieb der IT-Services am Wochenende und die Weiterentwicklung an der Rennstrecke."

Die Anforderungen des Teams an die IT umfassen mehr als nur die beiden Autos. Ian hat mehrere Bereiche im Griff: "Zum einen gibt es die Box, aber auch das Motorhome, die Büros der Ingenieure, die Trucks und den Kommandostand. Es dauert rund zwei Tage, um alles an der Strecke aufzubauen - das ist ziemlich schnell, wenn man bedenkt, welche Tools und Systeme wir benötigen."

Ian arbeitet nicht selbst an den Autos, aber seine Arbeit ermöglicht es allen anderen, ihren Job effizient zu erledigen: "2009 gehörte ich zum Betankungsteam, aber nachdem das Nachtanken jetzt verboten ist, kann ich das nicht mehr machen! Jetzt helfe ich mit der Boxenstoppampel aus. Das System hat den traditionellen Lollipop ersetzt und ist ein tolles Beispiel dafür, wie die IT bei der Weiterentwicklung des Sports hilft."

"Die Ingenieure vertrauen mir bei ihren IT-Anforderungen und alle Systeme müssen gut funktionieren, damit sie ihre Entscheidungen treffen können. Alle Tools und Systeme anhand derer sie ihre Entscheidungen fällen, werden vom IT-System an der Strecke zur Verfügung gestellt." Dabei ist es entscheidend, dass Ian und das Team alles richtig machen: "Es kann ganz schön stressig zugehen! Wenn jeder auf das System vertraut, muss alles stimmen."

"Während der Aschewolke letztes Jahr arbeitete einer unserer Ingenieure am Rennwochenende aus der Fabrik in Brackley am Auto"

Sollte es einmal nicht nach Plan laufen, weiß das Team genau, wie es darauf reagieren muss: "Wenn es System nicht funktioniert, haben wir einen genauen Plan, was wir unternehmen müssen. Dieser Plan umfasst alle "Katastrophen-Szenarien" und stellt jedem die richtige Lösung bereit. Es ist alles festgehalten und wir müssen dem nur folgen."

Die Technik kann sich laut Ian auch als hilfreich erweisen: "Im letzten Jahr sollte einer unserer Ingenieure spät zum Rennen in China nachfliegen, weil er Vater wurde. Dann kam die Aschewolke und es war schnell klar, dass er nicht würde fliegen können. Seine Aufgabe war jedoch entscheidend für den Einsatz der Autos, also nutzten wir unseren "Race Control"-Raum in Brackley, Kameras die aufs Auto gerichtet waren und allen Tools, die er benötigte. So konnte er aus der Fabrik arbeiten!" Das Team arbeitet zudem mit Live-Funk, Kamera und Daten in der Fabrik und bei Mercedes-Benz High Performance Engines in Brixworth.

Die Technik hat sogar den Parc Fermé abgelöst. Ian erklärt: "Der altbekannte Parc Fermé mit den Autos aller Teams in einer FIA-Box existiert nicht mehr. Die FIA nutzt nun live Fischaugenkameras in den Boxen der Teams und weiß somit in Echtzeit, ob jemand an den Autos arbeitet, obwohl er es nicht darf..."

Am Ende unseres Gesprächs beginnt das Boxenstopptraining in der Boxengasse von Monaco. "Bear" setzt seine Kopfhörer auf und konzentriert sich: "Eins-zwei, System-Check."

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