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Technische Analyse: Modellwerkstatt

Technische Analyse: Modellwerkstatt

Die Modellwerkstatt ist ein integraler Bestandteil jedes Formel 1-Teams. Sie ist für die genaue Umsetzung der Ideen unserer Designer in lebensgroße Teile zuständig, die dann ans Auto gebaut werden. In unserer Fabrik in Brackley arbeiten elf Teammitglieder in Vollzeit in der Modellwerkstatt, darunter acht Maschinenarbeiten, die auch bei der Programmierung aushelfen können, ein Vollzeit-Programmierer und zwei Modellbauer, die für die Materialvorbereitung und das Feintuning von Hand verantwortlich sind. Sie sind auch für die Schalung zuständig, das ist ein Prozess, bei dem eine Seite der Komponente angebracht und geschält wird, danach wird sie gedreht und die andere Seite bearbeitet. Am Ende erhält man zwei Teile der Gussform.

Aber von vorne… was ist ein Modell?

Wir sprechen hier von lebensgroßen Modellen der fertigen Komponenten, die aus sehr dichten Epoxid-Werkzeugblocks geformt werden. Aus diesem dichten Modell entsteht dann eine Gussform für das tatsächliche Teil. Der Werkzeugblock wird lackiert und in einem „Gelee“ untergetaucht. Danach wird er Temperaturen bis zu 60 Grad und Drücken von 80psi in unserem Autoklaven ausgesetzt. Ein Epoxid-Werkzeugblock ist stabil genug, um diese Bedingungen auszuhalten und dabei die Genauigkeit der Teile zu behalten. Sobald das Gelee sich gesetzt hat und die Modelle entfernt werden, kann die verbliebene Gussform mit Carbonfaser ausgelegt werden, um das endgültige Teil herzustellen.

Die Herstellung von Modellen und Gussformen verläuft seit den frühen Tagen des Motorsports nach einem ähnlichen Prozess. Danny Kerwood, Head of Machining in unserer Modellwerkstatt, stellt seit 30 Jahren Motorsport-Modelle her – mit unveränderter Leidenschaft. Dabei hat er viele Regeländerungen, fallende Rundenzeiten und vor allem neue Herstellungstechniken miterlebt.

Vor zehn Jahren wurde die gesamte Arbeit noch von Hand verrichtet, die Modelle wurden aus Mahagoni geschnitzt (einem stabilen, traditionellen Modellbauwerkzeug) und es dauerte für die Abteilung rund sechs Wochen, um ein Chassis-Modell herzustellen. Damals mussten die Arbeiter die Fähigkeit besitzen, bei wichtigen Chassisteilen die beeindruckende Genauigkeit zwischen einem halben Millimeter und einem Viertelmillimeter aufzuweisen. Mit moderner Technik braucht die Modellwerkstatt heute nicht mehr sechs Wochen, sondern nur noch eine Woche (inklusive der Nachbearbeitung und der Lackierung) – dabei wird die Genauigkeit nun sogar mikrometergenau angegeben.

Eines der Ziele der Modellwerkstatt ist es, diese Genauigkeit zu maximieren, gleichzeitig aber so schnell und effizient wie möglich zu sein. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Teil wie der Heckflügel, den die Abteilung innerhalb eines Tages programmieren, herstellen und nachbearbeiten kann.

Kommunikation ist entscheidend…

Die Modellwerkstatt muss schnell auf die Anforderungen für die Produktion neuer Fahrzeugteile reagieren können. Aufgrund dieser zentralen Rolle im Designprozess muss die Modellwerkstatt sehr eng mit den anderen Abteilungen zusammenarbeiten und viel mit ihnen in Kontakt stehen, allen voran das Design-Büro und die Verbundstoffabteilung. Das Design-Büro ist dafür verantwortlich, die Zeichnungen zur Verfügung zu stellen und die Modellbauer geben den Designern dann Rückmeldung, wenn kleinere Änderungen notwendig sind, um bei der Herstellung zu helfen. Diese enge Kommunikation hilft dabei, den hohen Qualitätsstandard beim Produktionsprozess sicher zu stellen.

In den vergangenen Jahren sind die Teams immer mehr dazu übergegangen, benutzte Materialien zu recyceln. Nehmen wir einen Werkzeugblock als Beispiel, der dazu benutzt wurde, ein Modell zu erstellen. Früher wurde er nach der Verwendung überflüssig. Jetzt kann das Team ihn für eine spätere Verwendung aufbewahren. Das kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern hilft auch dabei, die Kosten zu senken – denn das Material kann bis zu 5000 britische Pfund pro Kubikmeter kosten!

Besonderen Dank an Danny Kerwood und die Modellwerkstatt

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