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Toto in der Pressekonferenz am Freitag

Toto in der Pressekonferenz am Freitag

Toto, kannst du uns sagen, was heute Nachmittag mit Lewis Hamilton passiert ist? Wir haben gesehen, dass er mindestens eine Stunde Fahrzeit verloren hat. Wo lag das Problem, und was habt ihr noch verloren?

TW: Wegen eines elektrischen Problems haben wir einiges an Zeit auf der Strecke verloren. Das müssen wir noch identifizieren. Es sollte kein großes Problem sein. Aber es ist natürlich nicht perfekt, wertvolle Zeit im zweiten Training zu verlieren.

Kannst du mit Blick auf den vergangenen Grand Prix sagen, welche neuen Regeln seit der Kollision in Spa für die Fahrer eingeführt worden sind? Angesichts dessen, dass - so vermute ich - es auf der Strecke immer enge Entscheidungen zwischen den Fahrern geben wird: Bist du überzeugt, dass sie im eng geführten Titelkampf durchführbar sind?

TW: Wenn sich dieser Zwischenfall irgendwo weiter hinten im Feld ereignet hätte, wäre er... wurde er ja in der Tat als Rennunfall beurteilt. Solche Dinge möchte man nicht zwischen Teamkollegen sehen. Ich denke, das gilt auch für jedes andere Team. Vor allem nicht unter Teamkollegen, die gegeneinander um Siege und Podiumsplätze kämpfen. Wir haben deutlich klar gemacht, dass wir an unserer Philosophie festhalten möchten und unsere Piloten gegeneinander fahren lassen. Es geht um die Fahrer-Weltmeisterschaft, das ist uns bewusst. Trotzdem haben wir seit dem Beginn gesagt, dass es zwischen ihren Autos nicht zum Kontakt kommen soll. Das gilt bei uns und auch bei jedem anderen Team. Deshalb haben wir diesen Punkt noch einmal hervorgehoben.

In einem Radio-Interview wurdest du mit den Worten zitiert, dass du eure Fahrerpaarung potenziell riskieren würdest, wenn es in Zukunft zu weiteren Indiskretionen der Fahrer kommt. Kannst du bitte klarstellen, unter welchen Umständen eine solch drastische Änderung vonnöten wäre?

TW: Das war der exakte Kontext: Was würde passieren, wenn wir diese Situation nicht in den Griff bekommen. Zu diesem Zeitpunkt sind wir natürlich sehr zufrieden mit unseren beiden Fahren. Das haben wir immer gesagt. Wir vertrauen ihnen und hatten mit beiden ein sehr gutes Gespräch. Es war sehr deutlich, und wir haben immer gesagt, dass so etwas nicht passieren sollte. Zu diesem Zeitpunkt der Saison war es vielleicht wichtig, das hervorzuheben. Meine Aussagen waren darauf bezogen, was passieren würde, denn wir das nicht hinbekommen. Das wäre natürlich der schlimmste Fall. Ich glaube nicht, dass wir je an diesen Punkt geraten.

Christian sagt: "Es war noch nie so einfach, ein Formel 1-Auto zu fahren." Siehst du das als eine gute Sache, Toto?

TW: Schauen wir einmal auf das erste Training heute Morgen: Der Junge, der da fuhr, ist ein ehemaliger Europäischer F3 Champion und er ist 22 oder 23 Jahre alt. Das ist also eine andere Situation. Ich denke, wenn jemand gut genug ist, verdient er es, in einem Formel 1-Auto zu sitzen. Wir hatten dieses Gespräch heute Morgen und wir glauben noch immer daran, dass die Formel 1 der Höhepunkt des Motorsports ist. Formel 1-Fahrer sollten Menschen sein, die inspirieren. Fahrer, die inspirieren. Und sie sollten die nötige Qualifikation besitzen. Ich denke, das könnte eine endlose Diskussion werden: Verdient jemand, der sehr talentiert ist, einen Platz in der Formel 1? Heute Morgen haben wir das am Beispiel von Kimi Räikkönen besprochen. Das gab es also schon in der Vergangenheit. Wahrscheinlich verdient er es, in der Formel 1 zu sein, weil er in den unteren Klassen wie dem Kartsport und der F3 großes Talent bewiesen hat.

Kürzlich sagtest du, dass du für das F1-Programm ein Juniorenprogramm zusammenstellen könntest. Gibt es in dieser Hinsicht Neuigkeiten? Kannst du ausführen, welchen Weg oder welches Programm du diesem Fahrer an die Hand geben würdest?

TW: Das Mercedes-Benz Juniorprogram hat eine lange Geschichte mit Fahrern wie Frentzen, Wendlinger und Schumacher. Wir haben ein Juniorenprogramm, einen guten F3 Motor und wir unterstützen einige der Jungs. Wir helfen ihnen, das Budget zusammenzubekommen, um diese Motoren zu bezahlen. Das machen wir schon seit vielen Jahren. Die Idee war, dieses Programm weiter auszubauen, ähnlich zu dem von vor 25 Jahren. Wir haben begonnen, darüber nachzudenken. Wir haben uns einige der sehr guten Jungs angeschaut, aber wir waren noch nicht bereit. Der einfache Grund dafür liegt darin, dass wir eine Weltmeisterschaft am Laufen haben. In den kommenden zweieinhalb Monaten sollten wir uns darauf konzentrieren, das zu erledigen. Über den Winter werden wir wahrscheinlich ein Juniorprogramm aufbauen. Ich bin sehr dafür, das zu tun. Wenn man es aber macht, muss man es auch richtig machen.

Vielleicht hast du heute das Banner auf der Haupttribüne gegenüber der Boxengasse gesehen. Darauf steht 'Hässliche Strecken, hässliche Autos, kein Motorensound, die F1 ist tot'. Dieses Banner könnte von einer einzelnen Person oder von einer kleinen Gruppe stammen. Aber wie fühlst du dich, wenn du so etwas auf einer der historischsten Strecken siehst. Und was kann getan werden, um diese Negativität, die den Sport umgibt, zu ändern?

TW: Jeder hat eine Meinung und es gibt viele Möglichkeiten, diese auszudrücken. Wenn ich all die Meinungen in den vergangenen zwei Wochen gelesen hätte, hätte ich harte Drogen nehmen müssen, um das zu überleben.

Mit Blick auf die eingefrorenen Motoren haben wir Marco gehört, Toto aber noch nicht. Wie denkst du darüber, vor allem hinsichtlich der möglichen steigenden Kosten bei einer Entfrierung. Ist das möglich, ohne die Kosten zu erhöhen?

TW: Es gibt noch einen anderen Punkt neben den Kosten. Ich denke, dass wir Stabilität benötigen. Sicherlich haben wir einen wettbewerblichen Vorteil. Das ist im Moment ziemlich deutlich, aber wir würden die Herausforderung annehmen. Es geht darum zu definieren, was wir machen wollen. Die Saison ist zwölf Rennen alt und wir hatten diesen Vorteil. Ist es jetzt an der Zeit, die Regeln zu ändern, um einfach etwas zu verändern? Vielleicht. Ich denke, dass wir bis jetzt ziemlich offene Diskussionen hatten. Verschiedene Konzepte liegen auf dem Tisch. Wenn wir entscheiden, in die völlig andere Richtung zu gehen und alles komplett öffnen, dann haben wir vier Power Units pro Fahrer. Das würde die Kosten dramatisch in die Höhe treiben. Ich bin nicht sicher, ob wir allen die gleichen Motoren liefern könnten. Es wäre logistisch nicht machbar, jedem die gleiche Motorspezifikation zu liefern. Der Teufel liegt also im Detail, aber wir haben sehr offene Diskussionen.

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