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“Unser Ziel ist es, die Boxenstopps in 2,5 Sekunden zu schaffen”

“Unser Ziel ist es, die Boxenstopps in 2,5 Sekunden zu schaffen”

Matt Deane ist Chefmechaniker in unserem Team. Nachdem unsere Mannschaft beim Deutschland GP am Sonntag die beiden schnellsten Boxenstopps hinlegte, sprachen wir mit ihm darüber, wie die Jungs so gut geworden sind...

Wir haben am letzten Wochenende in Hockenheim die beiden schnellsten Boxenstopps hingelegt. Wie erklärst Du dir diesen Speed?

Während eines Rennwochenendes absolviert das Team von Donnerstagnachmittag bis Samstagvormittag über 60 Boxenstoppübungen. Wir versuchen immer, bei jeder Übung vier Stopps unter drei Sekunden hintereinander zu absolvieren. Die Übungen finden an drei verschiedenen Zeitpunkten eines Rennwochenendes (Donnerstag, Freitag und Samstag) statt und bestehen aus rund 20 Stopps. Um für jede Eventualität gerüstet zu sein, trainieren wir verschiedene Szenarien, wie eine späte Boxeneinfahrt, einen Nasenwechsel oder eine späte Reifenentscheidung. Unser Ziel ist es, drei oder vier dieser Stopps hintereinander in weniger als drei Sekunden zu schaffen. So stellen wir sicher, dass die Jungs konstant schnell arbeiten. Die Wiederholung der Übung stellt sicher, dass jeder genau weiß, wo und wie er sich stellen muss und für wie lange. Die vier Jungs mit den Schlagschraubern wissen zum Beispiel, dass sie exakt 0,3 Sekunden Zeit haben, um die Mutter festzuziehen. Wenn ein Problem auftritt oder einer der Jungs Probleme hat, wiederholen wir diese spezielle Aufgabe noch einmal, um ihnen mehr Übung zu geben und ihr Selbstvertrauen zu vergrößern. Auch die Rolle des Fahrers ist entscheidend. Unsere Arbeit wird sehr viel einfacher und schneller, wenn der Fahrer die Markierungen bei der Einfahrt exakt trifft. Auch das üben wir während der Sessions am Freitag und Samstag. Das Schlimmste ist, wenn der Fahrer über die Position hinausschießt und wir die Leute, Schlagschrauber und Reifen bewegen müssen!

Was macht unsere Boxenmannschaft im Moment zur besten Boxencrew?

Die Entschlossenheit des Teams und unserer Jungs. Sie wollen die Besten in der Boxengasse und in ihrem Job sein. Egal wie gut die Performance und die Pace des Autos sind, auf diesem Gebiet können wir einen Unterschied ausmachen und alle führen ihre Rolle mit großem Stolz aus. Wenn wir von einem anderen Team geschlagen werden, wollen wir wissen, wie und warum sie schneller waren, damit wir entsprechend reagieren und unseren Vorsprung zurückerobern können. Nach jedem Rennen analysieren wir die Aufnahmen unserer Stopps und verbessern uns entsprechend. Wenn jemand auf der linken Seite des Autos nicht ganz so schnell ist wie er es auf der rechten Seite wäre, würden wir ihn auf die andere Seite stellen. Selbstvertrauen ist sehr wichtig, wenn ein Auto mit 100 km/h auf dich zurast und du nur drei Sekunden Zeit hast, um die Reifen zu wechseln und es wieder rauszuschicken.

Lastet wegen des Tankverbots in diesem Jahr mehr Druck auf den Jungs, welche die Reifen wechseln?

In Zeiten der Tankstopps lastete der Druck immer auf dem Tankmann, der den extrem schweren Tankstutzen exakt ansetzen musste. Es ist schwierig zu beschreiben, wie kompliziert das war, weil der Tankstutzen so schwer war, dass er von zwei Leuten getragen werden musste. Die Mindestbenzinmenge, die ins Auto gepumpt wurde, betrug vier Sekunden plus zwei weitere Sekunden, um den Stutzen aufzusetzen und wieder abzuziehen. Damit hatten die Reifenwechsler mindestens sechs Sekunden pro Stopp Zeit. Ohne das Nachtanken müssen wir die Reifen jetzt so schnell wie möglich wechseln. Unser Ziel ist es, einen Reifenwechsel konstant in 2,5 Sekunden zu schaffen. Um das zu schaffen, liegt unser Hauptaugenmerk auf der Kraft und den Reaktionen. Unser Team geht ins Fitnessstudio und arbeitet speziell an den Reaktionszeiten und der Hand-Augen-Koordination. Das hilft den Jungs mit den Schlagschraubern, die Mutter abzuschrauben, bevor das Rad stoppt - das spart sehr viel Zeit. Natürlich steigt dadurch der Druck auf sie und es geschehen Fehler, aber wir sind aufgrund der vielen Übungen gut vorbereitet. In Silverstone fiel einem der Jungs eine Mutter herunter, aber er hob sie in 0,7 Sekunden wieder auf - das ist unglaublich schnell!

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