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    Sieg in Tripoli: Mit einem Mercedes-Rennwagenunikat

Heute vor 80 Jahren erlebte Mercedes einen ganz besonderen Moment in seiner Motorsportgeschichte...
Der überwältigende Mercedes-Benz W 165 mag in seiner kurzen Rennlaufbahn nur einmal auf die Strecke gegangen sein, aber nur wenige Rennwagen konnten in so kurzer Zeit so einen Eindruck hinterlassen – und in diesem Zuge einen legendären, geradezu ikonischen Status einfahren.

Am 7. Mai 2019 ist es 80 Jahre her, dass der W 165 den Tripolis Grand Prix gewonnen hat. Mercedes besitzt eine lange Geschichte bei diesem Rennen, immerhin gewann die Marke zuvor schon drei Mal in vier Jahren. 1939 lief es jedoch etwas anders...

Die 3-Litter-Rennformel wurde von deutschen Rennwagen dominiert, allerdings gab es für 1939 eine Regeländerung, sodass das Rennen in der 1,5-Literkategorie (Voiturette-Formel) ausgetragen wurde.

Mercedes war zuvor noch nie in dieser Formel angetreten und hatte deshalb auch kein regelkonformes Auto dafür. Das hielt das Team jedoch nicht davon ab, zur großen Überraschung der Zuschauer, Organisatoren und Gegner trotzdem anzutreten.

Sobald die neuen Regeln für das Rennen in Tripolis im September 1938 bestätigt worden waren, machte sich Mercedes an die Arbeit, um ein neues Auto für das Wüstenduell zu bauen.

Die harte Arbeit, der ganze Einsatz und die Entschlossenheit kamen im W 165 zusammen – einen beeindruckenden silbernen Boliden, der im April 1939 erstmals von Rudolf Caracciola und Hermann Lang auf dem Hockenheimring getestet werden sollte.

Der W 165 wies starke Ähnlichkeiten zu seinem großen Bruder aus dem Grand-Prix-Rennsport auf und sah wie eine herunterskalierte Version des W 154 aus. Angetrieben wurde das Auto von einem starken 1,5-Liter-V8-Kompressormotor. Entsprechend beeindruckend fiel das Endprodukt aus, umso mehr, wenn man den kurzen Zeitraum bedenkt, der dem Team dafür zur Verfügung gestanden hat.

So war das Auto rechtzeitig bereit für den Tripolis Grand Prix und die Hitze der libyschen Wüste. Maserati-Pilot Luigi Villoresi qualifizierte sich nach der Trainingsbestzeit an der Spitze, aber Tripolis-Spezialist Lang, der dort schon 1937 und 1939 gewonnen hatte, lag direkt hinter ihm und ging am Start in Führung.

Danach übernahm Mercedes die Kontrolle und Caracciola schnappte sich Platz zwei. Lang lag zur Rennmitte bereits eineinhalb Minuten vor seinem Teamkollegen und baute seinen Vorsprung in der zweiten Rennhälfte sogar noch weiter aus.

Er überquerte die Ziellinie als überlegener Sieger des Tripolis Grand Prix, dahinter komplettierte Caracciola den Mercedes-Doppelsieg für den W 165. Alfa-Romeo-Fahrer Emilio Villoresi belegte mit beinahe zehn Minuten Rückstand auf den Sieger Platz drei.

Der vierte Sieg innerhalb von fünf Jahren war zu diesem Zeitpunkt ein wahrer Meilenstein in der Motorsportgeschichte von Mercedes. Aber was das Rennen des Jahrgangs 1939 besonders heraushebt ist der W 165. Da das Auto bei den weiteren Renneinsätzen von Mercedes nicht reglementkonform war, wurde es nie wieder eingesetzt.