• Was können wir vom Außenkurs in Bahrain erwarten?

Während die Teams sich auf den unbekannten, neuen Streckenverlauf des Bahrain International Circuit vorbereiten, werfen wir einen Blick auf die Herausforderungen, die sie dort erwarten...

Was unterscheidet die Strecke im Vergleich zu der Variante, auf der wir am vergangenen Wochenende gefahren sind?

Mit nur 3,543 km Länge ist die äußere Streckenvariante des Bahrain International Circuit der kürzeste Kurs im diesjährigen Rennkalender. Im Vergleich zu anderen typischen Formel 1-Strecken ist nur Monaco mit 3,337 km noch kürzer.

Der Außenkurs besteht aus elf Kurven, das normale Streckenlayout, das am vergangenen Wochenende zum Einsatz kam, ist 5,421 km lang und besteht aus 15 Kurven. Nur drei der elf Kurven sind Linkskurven und acht werden rechtsherum durchfahren.

Die Fahrer müssen den Kurs am Sonntag 87 Mal umrunden - der höchste Wert der Saison. Dabei werden rund 74% einer Runde mit Vollgas absolviert.

Der Außenkurs wird zum ersten Mal für ein internationales Rennen verwendet. Somit stellt er für alle Teams eine Unbekannte dar, keiner der Rennställe kann auf vorhandene Daten für den neuen Mittelsektor zurückgreifen.

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Der Außenkurs weicht am Ausgang von Kurve 4 vom gewohnten Streckenverlauf des Bahrain Grand Prix ab. Normalerweise würden die Fahrer hier geradeaus auf die nächste flüssige Kurvenabfolge zusteuern, nun biegen sie links ab und fahren auf den neuen, winkligen Mittelsektor.

Die Strecke kehrt mit einer schnellen Kurve auf die Gerade vor den letzten beiden Kurven zurück, wo die Fahrer die Runde ganz normal beenden.

Die Streckenoberfläche ist auf neuen Strecken stets ein wichtiges Thema. Obwohl die Oberfläche im neuen Streckenabschnitt in Bahrain jener vom Rest des Kurses ähnelt und aus dem gleichen Material besteht, wurde dieser Teil nicht so häufig benutzt und ist deshalb weniger abgefahren und "grüner".

Welche Rundenzeiten können wir auf dem Außenkurs erwarten?

Die Strecke ist rund zwei Kilometer kürzer als das Standardlayout und der erste sowie der dritte Sektor bestehen größtenteils aus langen Geraden und Bremszonen. Deshalb erwarten wir zum ersten Mal in der modernen Formel 1 Rundenzeiten unter einer Minute.

Es ist schwer, eine genaue Vorhersage für die Rundenzeiten zu treffen, da der Wind einen erheblichen Einfluss haben kann und das Gripniveau im neuen Abschnitt schwer vorherzusagen ist.

Die schnellsten Rundenzeiten könnten jedoch im Bereich von 54 oder 55 Sekunden liegen.

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Wie wirken sich die kurze Rundenzeit und der veränderte Streckenverlauf auf die Strategie aus?

Die schnellen Rundenzeiten machen das Qualifying zu einer besonderen Herausforderung, gerade im Q1, wenn 20 Fahrer nach freier Fahrt suchen. Dafür stehen den Piloten auf diesem Layout zwei Kilometer weniger Platz zur Verfügung. Für eine saubere Runde benötigen sie ungefähr fünf bis sieben Sekunden Abstand zwischen zwei Autos. Somit könnten uns Chaos und Stau in der letzten Kurve bevorstehen.

Das könnte dazu führen, dass die Fahrer zu unterschiedlichen Zeiten während der Session auf die Strecke gehen, um das Beste aus ihrem jeweiligen Fenster herauszuholen.

Im Rennen wird vor allem das Teammitglied, das die Boxentafel bedient, viel zu tun bekommen... 87 Runden bedeuten 87 Aktualisierungen der korrekten Rundenzahl sowie der Abstände zu den Autos davor und dahinter - und dafür bleiben nur 60 Sekunden Zeit (im Vergleich zu 90 Sekunden beim normalen Streckenverlauf).

Am Kommandostand bleibt unterdessen weniger Bedenkzeit, bis wichtige strategische Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden müssen.

Wird sich das Fahrzeugsetup auf dem neuen Streckenverlauf stark unterschieden?

Die Fahrzeugabstimmung wird nicht dramatisch anders ausfallen, da zwei der drei Sektoren im Vergleich zum vergangenen Wochenende weitestgehend unverändert bleiben. Die kürzere Rundendistanz bedeutet, dass weniger Zeit in den Kurven verbracht wird, das führt dazu, dass die Reifen weniger Energie aufnehmen und somit zu niedrigeren Reifentemperaturen. Deshalb können die Fahrer im Qualifying mehr attackieren, da die Reifen nicht gegen Ende einer Runde abbauen, es bedeutet aber auch, dass jeder Fehler einen größeren Einfluss auf das Qualifikationsergebnis haben wird.

Aufgrund abweichender Anforderungen des neuen Mittelsektors wird es aber dennoch einige Veränderungen am Setup geben. Auf dem Außenkurs gibt es weniger schnelle Kurven. Die langsameren Kurven führen dazu, dass mehr Energie auf die Hinterreifen wirkt. Entsprechend wird es schwierig, die richtige Balance zu finden, aber es bedeutet auch, dass die Teams sich beim Setup mehr auf die Geschwindigkeiten einer bestimmten Kurve konzentrieren können.

Wir können davon ausgehen, dass die Teams verschiedene Setup-Optimierungen ausprobieren werden und im Freitagstraining auch andere Flügeleinstellungen zum Einsatz kommen werden. Dadurch können sie entscheiden, welcher Weg der richtige für den Rest des Wochenendes ist. Der erste Trainingstag wird dadurch wichtiger und wir müssen versuchen, das Beste aus den beiden Trainings herauszuholen.

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