• Was erwartet uns auf dem Losail International Circuit?

Die Formel 1 gastiert an diesem Wochenende zum Abschluss des Triple-Headers auf dem Losail International Circuit zum ersten Mal in Katar. Die Strecke ist für die Formel 1 komplettes Neuland. Was können wir von ihr erwarten?

Wie sieht der Streckenverlauf aus?

Der Losail International Circuit liegt vor den Toren von Doha, der Hauptstadt Katars. Die Strecke wurde im Jahr 2004 eröffnet und ist 5,380 km lang. Damit liegt sie bei der Streckenlänge ungefähr im Mittelfeld aller F1-Kurse. Sie besitzt vor allem mittelschnelle und schnelle Kurven und eine flüssige Charakteristik. Dies liegt zum Teil daran, dass sie hauptsächlich für Motorradrennen verwendet wird.

Insgesamt gibt es 16 Kurven, 10 Rechts- und 6 Linkskurven. Die Zielgerade ist über einen Kilometer lang und führt zu einer starken Bremszone vor Kurve 1, einer Haarnadel. Hier befindet sich auch die einzige DRS-Zone der Strecke.

In den Kurven 4 bis 9 folgt eine Reihe langsamer, engerer Kurven, in denen die Reifen sich erheblich aufheizen und die Fahrer darauf achten müssen, sie nicht zu überhitzen. Der mittlere Streckenabschnitt besteht vor allem aus flüssigen, schnellen Kurven. Im letzten Teil gibt es dann eine Mischung aus verschiedenen Kurvengeschwindigkeiten und Typen. Zum Abschluss der Runde führt eine langsame Rechtskurve zurück auf Start-/Ziel.

Die Strecke liegt mit Blick auf die Kurvengeschwindigkeiten unter dem Durchschnitt, befindet sich also ähnlich wie der Hungaroring oder der Circuit de Barcelona-Catalunya auf der langsameren Seite der Skala. Die langsamste Kurve ist Kurve 6, die mit ungefähr 100 km/h durchfahren wird, die schnellste ist Kurve 13, in der die Fahrer 260 km/h erreichen.

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Welche Herausforderungen gibt es bei der Fahrzeugabstimmung?

Da die Formel 1 zum ersten Mal in Katar fährt, ist es für alle Beteiligten gewissermaßen eine Reise ins Ungewisse. Es gibt keine historischen Daten vom Losail International Circuit, entsprechend liegt der Fokus im Vorfeld des Rennwochenendes umso mehr auf der virtuellen Welt. Dort arbeitet das Team in Computersimulationen sowie im 'Driver-in-Loop'-Simulator mit den eingeschränkten Informationen, die von der Strecke zur Verfügung stehen.

Die Simulationen spielen hier eine umso größere Rolle, da wir abhängiger davon sind, und das Simulator-Programm wird die gesamte Woche über auf Hochtouren laufen, auch am Freitag, an dem wir die neuen Erkenntnisse aus den Trainings nutzen können.

Die schnellen Kurven verlangen nach viel Abtrieb, was Katar in dieser Hinsicht zu einer der sensibelsten Strecke des Jahres macht. Wir gehen von einer rauen Streckenoberfläche aus und es bleibt abzuwarten, ob dies zu hohem Grip und einer effizienten Kurvenperformance führt oder einfach hoher Abnutzung und einfachem Aufwärmen der Reifen.

Den Teams stehen nur begrenzte Informationen über bestimmte Streckencharakteristiken wie etwa Bodenwellen zur Verfügung. Aus diesem Grund werden während der Trainings zum Beispiel Kalkulationen über die Bodenfreiheit durchgeführt. Im Laufe des Freitags werden die Teams versuchen, so schnell wie möglich Daten zu sammeln und ihr Wissen über die Strecke zu verbessern. 

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Wie wird sich der Streckenverlauf auf die Action auf der Strecke auswirken?

Da es nur eine DRS-Zone auf der Zielgeraden gibt, gehen wir davon aus, dass Überholen sehr schwierig wird. Die wahrscheinlichste Überholstelle ist Kurve 1, allen voran dank der Unterstützung von DRS. Aber auch die Kurven 6, 10 und 16 könnten eine Gelegenheit bieten, innen reinzustechen, sollte der Vordermann einen Fehler begehen.

Angesichts der schnellen, flüssigen Charakteristik der meisten Kurven stellt die Strecke aber wahrscheinlich eine spannende Herausforderung für die Fahrer dar und wird deshalb ein beeindruckendes Spektakel für die Zuschauer bieten, besonders im Qualifying, wenn die Fahrer bis ans absolute Limit gehen. 

Die vielen Unbekannten auf einer neuen Strecke bieten den Teams auch immer die Gelegenheit, an ihren Gegnern vorbeizuziehen, da die Vorbereitung auf das Rennwochenende durch den Mangel an Daten schwieriger ausfällt. Wenn ein Team das Setup früher als seine Konkurrenten auf den Punkt genau trifft, könnten sie das Kräfteverhältnis durcheinanderbringen.

Da Überholen auf dem Losail International Circuit schwierig ist, wird umso mehr Augenmerk auf der Qualifying-Pace liegen. Sollte der Reifenabbau jedoch hoch ausfallen, werden die Teams über zwei oder gar drei Stopps nachdenken müssen, was zu einer Konzentration auf die Rennpace führen könnte.

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Wie sieht es mit dem Wetter aus?

Die Temperaturen werden erwartungsgemäß hoch sein. Die durchschnittlichen Temperaturen am Abend im November liegen auf dem Losail International Circuit bei 25°C. Jetzt im Herbst wird es jedoch deutlich kühler als im Sommer sein und auch die Luftfeuchtigkeit wird erheblich niedriger ausfallen. Die Wettervorhersagen sind ungefähr auf einem Niveau mit dem, was wir in Abu Dhabi erleben.

Die Streckentemperaturen werden höher als die Umgebungstemperatur sein. Da wir davon ausgehen, dass die Streckenoberfläche sehr rau ist, erwarten wir, dass der Reifenabbau höher als gewöhnlich ausfallen könnte. Aufgrund seiner Lage und der Umgebung der Strecke ist es schwer, dem Sand in Katar aus dem Weg zu gehen. Aber wie in Bahrain und Abu Dhabi gehen wir davon aus, dass der Sand kein großes Problem für die Autos darstellen wird. Er wird durch den Fahrbetrieb relativ rasch von der Strecke gewischt werden. Wie in Bahrain wird auch hier künstliches Gras eingesetzt, um zu verhindern, dass der Sand auf die Strecke zurückgeweht wird.

Wie sieht die Motorsportvergangenheit der Strecke aus?

Der Losail International Circuit wurde mit einer Bauzeit von weniger als einem Jahr für das Katar-Debüt der MotoGP im Jahr 2004 gebaut. Die Königsklasse des Motorradsports gehört seitdem zu den Stammgästen in Katar und trug dort in der Saison 2008 auch das erste Nachtrennen in der MotoGP-Geschichte aus.

Im Laufe der Jahre fanden auf der Strecke auch Rennen der World Superbike Weltmeisterschaft sowie von Formelrennserien statt. So trat auch die GP2 Asia im Jahr 2009 in Katar an. Zudem gastierte die World Touring Car Championship schon in Losail. Während die einzige permanente Rennstrecke des Landes hauptsächlich für Motorradrennen verwendet wird, gibt es also auch eine gewisse Vergangenheit mit Autorennen.